Nationales Archäologisches Museum – noch ein paar Häppchen

Ich bin inzwischen in der Mani. Hier sind es vor allem Natureindrücke, die mein Oh und Ah hervorrufen. Aber noch erinnere ich mich an ein paar Wunderwerke der klassischen griechischen Kunst, die ich in Athen sah und euch nicht vorenthalten möchte. Wie zum Beispiel dieses Bruchstück eines zauberhaften Bas-Reliefs vom 6. vorchristlichen Jahrhundert.

Oder diese beiden sehr hohen Marmor-Skulpturen, ebenfalls aus dem 6. Jahrhundert v. Chr., etwa 2550 Jahre alt. Wahrscheinlich schmückten sie Gräber derselben Familie. Man fand sie gemeinsam in einem Versteck in der Erde, wohin Anverwandte sie wohl in unsicheren Zeiten gelegt hatten, um sie vor Räubern zu schützen. So blieben sie bis in unsere Tage fast unbeschädigt erhalten. Die Frau trägt eine Krone aus Lotus und hält in einer Hand eine Lotusblüte, während sie mit der anderen ihr Gewand rafft. Der Jüngling, ein Kouros, trägt das herrliche archaische Lächeln bei sonst völliger Nacktheit. Da die Skulpturen sehr hoch sind, wirken sie auf den perspektivisch verkürzenden Fotos viel kompakter als sie sind.

Das Museum selbst ist übrigens ebenfalls schon ganz schön alt: 151 Jahre! Es ist ein zweistöckiger neo-klassischer Bau mit großem Vorplatz, breitem Treppenaufgang und fein gestaltetem Innenhof. Auf dem Vorplatz wurde zur Feier des 150. Geburtstags eine große Skulptur einer griechischen Künstlerin aufgestellt. Die heutige Lage in einem verarmten stark überfremdeten Stadtteil führt dazu, dass es viel weniger Besucher anzieht, als es verdient.

(Bilder: Vorplatz mit Skulptur, Treppenaufgang zum ersten Stock, Innenhof mit alten Olivenbäumen, Gartenanlage und Kopien von Skulpturen, hier eine Grabstele.)

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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9 Antworten zu Nationales Archäologisches Museum – noch ein paar Häppchen

  1. wildgans schreibt:

    Das „Gewand raffen“ ist ein schöner Ausdruck. Die roten Wände weiter unten gefallen mir gut. Und was bedeutet ganz am Anfang das Wort „Mani“? Hat nichts mit Manie zu tun, oder?
    Meine Freundin aus der alten Mühle besuchte mich gestern, hat mir berichtet, wie eine sehr alte Nonne auf Kreta sie gestreichelt und dadurch gesegnet habe, ach, was ist sie glücklich darüber!
    Gruß von Sonja

    Gefällt 2 Personen

  2. www.wortbehagen.de schreibt:

    ganz wundervoll, die Eindrücke des arch. Museums in Athen, die Du uns vermittelst, liebe Gerda
    Besonders diese abschließenden Bilder zeigen es mir wieder so deutlich

    Gefällt 1 Person

  3. PPawlo schreibt:

    Ein Like bekomme ich hier mit meinem Handy nicht hin
    Hier ein ⭐️Dafür und lieben Dank, dass du uns auf diesen faszinierenden Besuch mitgenommen hast! LG Petra

    Gefällt 1 Person

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