Griechisches Alphabet des freien Denkens: Z wie ΖΩΗ (Leben)

Mein Alphabet des freien Denkens enthält bis jetzt sechs Buchstaben:  A wie ΑΝΘΡΩΠΟΣ – Mensch, B wie ΒΙΟΣ – Leben, Γ  wie ΓΕΛΙΟ – Lachen, D wie ΔΟΥΛΕΙΑ – Arbeit/Sklaverei, E wie ΕΛΕΥΘΕΡΙΑ – Freiheit, Z wie ZΩΗ – Leben

Moment mal, Leben hatten wir doch schon! Der zweite Buchstabe hieß B wie ΒΙΟΣ – Leben und nun auch der sechste Z wie ZΩΗwieder Leben? Ja, so sieht es aus. Darf ich erinnern? „Bios heißt Leben. Aber nicht das Leben als solches, das uns gegeben ist, sondern das, was wir aus ihm machen, entsprechend unserem Charakter und den Umständen unseres Lebens. Wir bauen uns ein „Haus“, eine Vita, eine Biographie», so schrieb ich hier.

ZOI ist nicht Bios, ist nicht das, was der Mensch zwischen Geburt und Tod aus sich macht. Es ist das Leben „als solches“, ist die bewegende Lebenskraft, die allem Lebendigen innewohnt. Du kennst das Wort von Zoologie  – die Tiere (ζώον) und die Kinder sinds, die es uns am deutlichsten vorleben: voller Kraft, Beweglichkeit, leidenschaftlichem Hiersein.

006 Aber auch die Pflanzen haben es. Alles was sterben kann, hat Leben. Was nicht sterben kann, gehört zur leblosen, mineralischen Natur.

Was ist Leben? Am besten verstehen wir es aus seiner Negation: Das Leben „entweicht“, wenn etwas, jemand stirbt. Da ist ein grünes Blatt am Baum, es beginnt zu schrumpfen, verliert seine Lebensfarbe, löst sich vom Ast, fällt herab. Seine Form erhält sich noch eine Weile, vielleicht nimmt es eine lebhafte, Leben vortäuschende Farbe an – aber es ist vorbei mit ihm. Das Leben ist gewichen. Wo ist das Leben nun? Rätselfrage.

Im Normalfall entweicht das Leben langsam und allmählich aus dem lebendigen Organismus: es zieht sich zurück. Auch beim Menschen ist das nicht anders, trotz aller Versuche, diesen Prozess aufzuhalten: die Haut wird schrumpelig, die Augen werden trübe, das Gehör lässt nach, die Beine werden steif, das Haar verliert seine Jugendfarbe, wird weiß oder grau. Langsam, unaufhaltsam zieht sich das Leben zurück aus den Sinnenorganen und Gliedmaßen, bis es ganz entweicht. Zurück bleibt eine steife kalte Hülle, die noch eine kurze Weile die alte Form bewahrt und dann in Auflösung übergeht.

Es ist das Leben, das die Form aufgebaut hat und ständig von Neuem aufbaut. Leben und Absterben halten sich in einem gesunden, kräftigen Organismus die Waage. Doch langsam nehmen die Sterbeprozesse zu, die Lebenskraft erschöpft sich und schwindet schließlich ganz. Die Form löst sich auf. Das Mineralische wird am längsten standhalten: Knochen, Schädel  erinnern an die lebendige Formkräfte, die da gewirkt haben.

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Was ist Leben? Keiner weiß es, keiner kann es machen. Es wird erkennbar in seiner Wirkung. Das Kind, aus dem Mutterleib ausgestoßen, schreit und läuft rot an: es ist lebendig. Ich lache, ich tanze, ich laufe: ich bin lebendig.

Was hat das Leben zu tun im Alphabet des freien Denkens?  Damit ich denken kann, muss ich lebendig sein. Das ist die erste Antwort. Doch halt!  Die Stoffwechselorgane, insbesondere die Leber (die deshalb so heißt), aber auch das Blut, die Lungen sind es, die den Lebensprozess aufrechterhalten. Das Gehirn, das Denken baut sie ab. Leben ist die Voraussetzung fürs Denken, ja, aber Denken findet nur statt, wenn die Vitalprozesse zurückgedämmt werden, sich quasi opfern, damit sich das Bewusstsein entwickeln kann.

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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52 Antworten zu Griechisches Alphabet des freien Denkens: Z wie ΖΩΗ (Leben)

  1. Arabella schreibt:

    Das Leben des Blattes zieht sich in den Baum zurück, um daraus neu zu erstehen. Mit seinem Dahingehen sorgt es für neues Leben. So wie wir mit unseren Kindern.

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  2. kunstschaffende schreibt:

    Eine sehr interessante Sichtweise liebe Gerda, Denken findet nur statt, wenn die Vitalprozesse zurückgedämmt werden. Vielleicht ist dass dann die Weisheit des noch Lebendigen!

    Wieder ein Beitrag der Weisen G.K. und Deine Fotos gefallen mir ebenfalls sehr gut dazu!

    ❤Abendgrüsse Babsi

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  3. Alice Wunder schreibt:

    Ich frage mich auch, ob es richtig ist, das Denken getrennt von und gegensätzlich zu den Vitalprozessen zu verorten.

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    • Arabella schreibt:

      Wie sollte das gehen? Das Denken ist Vitalprozess.
      „Am Anfang war das Wort“

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      • Alice Wunder schreibt:

        Es geht schon. Der zitierte Anfang ist ja vor dem Beginn allen Lebens. Nur habe ich den Verdacht, das ist eine schlechte Sichtweise. Weil sie das Denken unangemessen überhöht und uns letztlich vom Leben trennt. Eine unvollständige Sicht, so wie wir uns gern einbilden, die antiken Tempel seien weiß und Götterbilder vergeistigt nackt gewesen, obwohl sie in Wirklichkeit bunt wie das Leben und in üppige Gewänder gehüllt waren.

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      • Arabella schreibt:

        Ich seh das anders. Nicht das Denken trennt uns vom Leben, sondern das Leben wird eingeschränkt, weil das Denken immer mehr verdrängt wird, durch die erstrebte Üppigkeit in bunten Gewändern.
        Mein Tempel ist grün, er trägt ein von sich selbst gewähltes Kleid.

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      • Alice Wunder schreibt:

        Aber ist die Gier nach Üppigkeit und das Bestreben, in steinernen Formen zu überdauern, nicht Wesensmerkmal des Lebens? Sicher, der Mensch, der wohl bedenkt, wird glücklicher, wenn er nicht versucht, gegen unausweichliches zu widerstehen und bescheiden bleibt…

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      • Arabella schreibt:

        Despoten mögen so denken. Menschen nicht.

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      • Alice Wunder schreibt:

        Es heißt, die despotischen Führer der Mongolenhorden verabscheuten Steinhäuser, lebten in Zelten und ließen sich in der Steppe verscharren, ohne Stein oder Markierung. Aber, zugegeben, sonst gibt es keine Politiker mit solchen Vorlieben.

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      • Arabella schreibt:

        Nicht zu vergleichen sind die Herrscher in der freien Natur mit den Herrschern des freien Kapitals.

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      • gkazakou schreibt:

        mit Vitalprozess meine ich das Gesamt der in einem Organismus ablaufenden lebenserhaltenden Prozesse. Die sind in der Regel dem Bewusstsein nicht zugänglich: die Milz, die Leber, die Lunge, der Darm „arbeiten“, ohne dass ich ihnen dazu Befehle gebe. Auch das Gehirn wird durch diese Prozesse erhalten. Aber das bewusste Denken ist anderer Art. Damit sich Denken entwickeln kann, muss von der Energie, die in anderen Bereichen des Körpers produziert wird, etwas weggenommen werden. Das Denken selbst fügt dem Körper nichts hinzu, sondern zehrt von ihm. Man kann das in der menschlichen Entwicklung beobachten: ein kleines Kind hat eine ganz andere Vitalität als ein Erwachsener, der vom vielen Denken richtig müde geworden ist. So wie ich. Drum muss ich jetzt schlafen gehen. 😉
        Gute Nacht, Arabella!

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      • Arabella schreibt:

        Das Denken hat, gesteuert über Meditation, Ernährung und Bewegung enormen Einfluss auf den Körper.
        Gute Nacht

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      • gkazakou schreibt:

        stimmt, liebe Arabella. Ich sag ja auch nicht, dass das Denken eine nutzlose Entwicklung ist, die nur Lebensenergie frisst und am besten abgeschafft gehört. Ganz im Gegenteil! Das bewusste Denken eröffnet uns ganz neue Horizonte: Dadurch werden wir eigentlich erst zum Menschen. Allerliebste Grüße!

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      • Arabella schreibt:

        Guten Morgen:-)

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  4. Myriade schreibt:

    Hmmm, das Denken findet im Gehirn statt (außer du meinst den Geist, der als solcher nicht wirklich lokalisierbar ist ) Aber wenn wir von Denken sprechen, dann sprechen wir vom Gehirn. Und das Gehirn ist ein Organ wie alle anderen auch und hängt vom Funktionieren des Stoffwechsels ab, es verbraucht sogar einen ganz beträchtlichen Prozentsatz der Energie des Körpers. Was meinst du mit „zurückdämmen der Vitalprozesse“ ?

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    • gkazakou schreibt:

      ich bin einverstanden, Myriade, wie du es schreibst. das Gehirn hängt, damit es funktionieren kann, vom Stoffwechsel ab, und verbraucht dafür einen ganz beträchtlichen Prozentsatz Energiedes Körpers – die bei Lebewesen, die keine so ausgeprägte Denktätigkeit haben wie der Mensch, in die Vitalprozesse (lebenserhaltenden Prozesse, Stoffwechsel) eingespeist werden können. Der Mensch führt, weil er das Denken ausgebildet hat, sozusagen ein „gedämpftes“ Leben: er riecht schlechter, sieht schlechter, verdaut schlechter, bewegt sich langsamer als, zB, ein Affe, ein Hund oder Löwe. Dafür kann er denken.

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      • gkazakou schreibt:

        vielleicht sollte ich noch sagen: das Gehirn ist nicht ein Organ wie alle anderen, denn es ist ein Nett-Verbraucher von Energie, zerstört also das Gleichgewicht von Aufbau- und Abbau im lebenden Organismus. So stelle ich es mir jedenfalls vor.

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      • Myriade schreibt:

        Ah, ich verstehe, was du meinst. So gesehen, stimmt das. Ich denke aber, dass Menchen und andere Primaten sehr ähnliche Sinneswahrnehmungen haben, sowohl was ihre Art als auch was ihre Qualität betrifft. Gleichaltrige Menschen und Affen sind sicher in ihren körperlichen Leistungen vergleichbar, nur dass Affen andere Bewegungsarten haben.

        Aber es ging dir wohl nicht um zoologische Betrachtungen 😉

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  5. Myriade schreibt:

    das Gehirn ist nicht ein Organ wie alle anderen, denn es ist ein Nett-Verbraucher von Energie, zerstört also das Gleichgewicht von Aufbau- und Abbau im lebenden Organismus. So stelle ich es mir jedenfalls vor.
    .
    Vielleicht kann man das ja philosophisch so betrachten, von der biologischen Seite her macht es aber keinen Sinn, dass ein Organismus ein Organ hätte, welches das Gleichgewicht von Aufbau- und Abbau zerstört. Wie sollte so ein Organismus funktionieren können und wie hätte er die Selektionsmechanismen der Natur überstanden ? Und tatsächlich ist der Organismus Mensch ja sehr erfolgreich

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    • gkazakou schreibt:

      der menschliche Organismus ist eigentlich nicht sehr erfolgreich, sondern eher sehr anfällig für Störungen, außerdem gibt es eine elend lange Zeit der Abhängigkeit des Kindes von seinen Ernährern. Dass der Mensch überlebt hat, verdankt er kurioserweise gerade dem Denken, das von seiner Vitalität zehrt. Mithilfe des Denkens schafft er sich einen Ausgleich für die Mängel seines Organismus: Kleidung, Feuerung, Werkzeuge, Autos, Flugzeuge, Bomben …..Gute Nacht!

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  6. gann uma schreibt:

    Ich verstehe nicht, was das Denken mit Leben/Tod zu tun hat. Tiere, Pflanzen sterben doch auch.

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    • gkazakou schreibt:

      Ja, sicher. Alles was lebendig ist, stirbt. Das ist sogar die beste Definition für „Leben“. Ich versuchte halt, eine Brücke zu schlagen zum Denken, indem ich darauf hinwies, dass das Denken Lebenskräfte abbaut. Je mehr der Mensch sein Denken entwickelte, desto mehr nahmen seine „Vitalkräfte“ ab. Er brauchte sie für die Entwicklung des Hirns, so dass er nicht nur ein Tier blieb, sondern darüberhinaus ein geistig tätiger Mensch werden konnte. Mit seinem Denken glich er seine körperliche Schwäche aus (Erfindungen etc) und eröffnete sich neue Horizonte, die die anderen lebenden Organismen nicht haben.

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      • Ulli schreibt:

        jein, liebe Gerda, schauen wir die Menschen jetzt an, die meisten leben ausschliesslich im Kopf und was passiert? Sie werden immer älter, vielleicht dement oder alzheimerisch, aber körperlich noch „da“- liest du den Widerspruch zu Deinem? (ich hab grad so Mühe zu formulieren, deswegen die Frage)
        der Mensch sagt: ich denke, also bin ich – ist der/die/das nicht, nur weil er/sie/es nicht denkt?
        Ist es denn nicht ein Wechselspiel, so, wie es Arabella oben kurz und präzise benennt:“Das Denken hat, gesteuert über Meditation, Ernährung und Bewegung enormen Einfluss auf den Körper.“ – ich füge hinzu: und umgekehrt. Weil eben alles zusammenhängt und voneinander abhängig ist und natürlich verbunden, fällt es mir schwer das Denken, so, wie ich dich jetzt, heute Abend verstehe, loszulösen …

        ich freue mich auf deine Antwort (Pause gilt nur peripher 😉 )

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    • gkazakou schreibt:

      Liebe Ulli, ich glaube, ich habe schon geantwortet, soweit das auf diesem engen Raum möglich ist. Dass die Menschen älter werden, ist kein Widerspruch zu meinem. Sie erreichen ihr hohes Alter wegen der vielen Hilfsmittel, die sich die Menschheit „erdacht“ hat. Meditation ist gut, aber erhöht nicht das Lebensalter, oder?
      Es geht auch gar nicht um die Frage des Alters, sondern darum, ob der Mensch als „Gattung“ Lebenskraft verwendet hat, um die Fähigkeit des Denkens auszubilden. Jedes Kind fängt irgendwann an zu denken, es ist in ihm veranlagt. Gleichzeitig ist es sehr lange von nährenden Eltern abhängig, kann sich allein nicht helfen. Diese beiden Erscheinungen hängen meines Erachtens miteinander zusammen, bedingen sich.
      Ach, ich muss jetzt aufhören, es gibt was von Leonardo im TV zu sehen! Gute Nacht!

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  7. mmandarin schreibt:

    Leben und Tod sind eine ernste Sache….immer wachsam sein, lautet die Devise. Marie

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  8. Monika schreibt:

    Liebe Gerda,
    du hast für mich, auf wundersame Weise einen Kreis geschlossen, dessen Fragen ich unbeantwortet gegenüber stand. Nun, nachdem ich deinen Beitrag und die anhängigen Kommentare gelesen habe, erfasse ich in Ruhe die Tragweite meines vergangenen Geschehens, in den zurück liegenden Monaten.
    Mir ist klar und anhand meines eigenen Erlebens, mein Gehirn und damit der Ort meines Denkens, funktioniert nicht ohne meinen Körper (Vitalkräfte), aber mein Körper lebt, ohne die Funktion des Denkens. Tagelang verbrachte ich im Koma. An Denken, in dieser Zeit fehlt die Erinnerung. Aber erst einmal aufgewacht und dann „Denken“, das Gehirn aktivieren, war die größte, und damit die schwerste, Kräfte aufreibende Anstrengung schlechthin. Für mich gehören Körper und Geist zusammen. Aber in ihrer Uneinigkeit, in ihrem Wettstreit gerecht zu werden, zu einigen, oder, förderlich zu sein, zerrt an den Vitalkräften. Ich bin müde und dennoch erfreut, im Bewusstsein des Denkens leben zu können.
    Danke für diesen Beitrag
    Monika

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  9. Ulli schreibt:

    Bevor ich nun nahken konnte haben es viele vor mir getan und du hast geklärt/erklärt, denn auch ich stolperte gestern über deine Sicht des Denkens im Zusammenhang mit den Lebensprozessen, aber nun weiß ich ja, wie du es meinst- gut.
    liebe Gerda,
    ich bin ab heute Abend erst einmal verschwunden und wünsche dir an dieser Stelle eine freudige und friedliche Zeit und noch viele nährende Gedanken
    herzliche Grüße Ulli
    (ich mag das Bild von Mann, Hund und Kind sehr…)

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  10. kunstschaffende schreibt:

    Monikas Kommentar zu diesem Thema fand ich, trotz der traurigen Tatsache was ihr passiert ist, sehr gut! Jetzt stelle ich mir nämlich die Frage, wäre sie ohne ihr Denken und ihren Willen wieder auf die Beine gekommen? Also, hängt doch irgendwie alles mit allem zusammen! Tier handeln da wohl nach ihrem Instinkt und helfen sich damit!

    Aufjedenfall, hast Du mit diesem Thema polarisiert und zum Nachdenken aufgefordert! Die unterschiedlichen Sichtweisen waren spannend! Deine, aus der philosophischen Betrachtungsweise erklärte Sicht, gehört eben zum Denken und das ist Kräftezehrend, dass kann ich mir gut vorstellen!

    So, daß war mal wieder mein Senf dazu und meine Gehirnzellen kochen!😱😜

    ❤Grüße Babsi

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    • gkazakou schreibt:

      Du könntest mich jetzt breit grinsen sehen über die kochenden Hirnzellen! Die Hirnflüssigkeit schlägt Blasen und darin köcheln die Zellen. 🙂

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    • Ulli schreibt:

      Liebe Babsi, ich mische mich mal kurz ein: Instinkt, was ist Instinkt anderes, als Schutz und dem Willen/Wollen des Überlebens? Und wer sagt uns denn bis heute wirklich, welches Tier nur Tier ist, wer, das Pflanze nur Pflanze sei. Immer dann, wenn man in eine materie tiefer taucht, merkt man doch sehr schnell eine Vielfältgkeit und stellen sich Fragen, Ich denke gerade jetzt bei dieser Antwort an dich an Elefanten, Wale, Delphine, Orang-Utans, Gorillas und Raben.
      Herzliche Grüsse, ich bin gespannt, was du dazu meinst, ehrlich ….
      Ulli

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      • kunstschaffende schreibt:

        Liebe Ulli,
        für mich ist Instinkt ein Gefühl, dass der Mensch sicher auch hat und wenn der Verstand lahmgelegt ist, setzen wir bestimmt unseren verbleibenden Instinkt ein!
        Und ich bin überzeugt, wenn der Verstand, das Denken zu stark ausgeprägt sind, dann bleibt das Gefühl bzw. der Instinkt auf der Strecke!

        Tiere und Pflanzen sind Lebewesen mit unterschiedlichem Erscheinungsbild, eben eine andere Schöpfung!
        Ich denke an den Hund und an das Pferd oder an das Schwein auch sie haben eine gewisse Intelligenz, die uns staunen lässt!
        Genau dass, ist die Vielfalt die Du ja auch beschreibst!

        ❤ Grüße Babsi

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      • Ulli schreibt:

        Liebe Babsi, du shreibst:Und ich bin überzeugt, wenn der Verstand, das Denken zu stark ausgeprägt sind, dann bleibt das Gefühl bzw. der Instinkt auf der Strecke“- und genau das glaube ich auch! Immer wieder treffe ich bei meiner Proezessbegleitungsarbeit die Menschen, die sich und vieles andere erst einmal nicht „spüren“, sie denken und zerdenken und sind dann am Ende überrascht, was es ist wirklcih ist, wenn sie ihre Gefühle awahrzunehmen und als ernstzunehem begreifen. Ich selbst bin auch nicht frei von all edm, der einzige Unterschied ist vielleicht der, dass ich nun schon 60 Jahre Erfahrung auf dem Buckel habe-
        ❤ Ulli, die dir dankt

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      • kunstschaffende schreibt:

        Dann sind wir nicht weit auseinander liebe Ulli, denn ich werde im Januar 55 Jahre jung!😊🙆🙌

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      • Ulli schreibt:

        Was sind schon 5/6 Jahe in unserem Alter 😉

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      • kunstschaffende schreibt:

        Der Geist ist entscheidend!😉

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      • gkazakou schreibt:

        Ich mische mich hier auch noch mal, hoffentlich klärend, ein.
        – der Mensch hat, was die Tiere, die Pflanzen und die Mineralien auch haben: alle vier sind, sie existieren. Sie haben Form und Materie.
        – Die Menschen, Tiere und Pflanzen haben etwas, was die Mineralien nicht haben: sie haben Leben und sie sterben. Sie hinterlassen einen Leichnam. Das beschreibe ich unter Z = ζωη.
        – Die Menschen und die Tiere haben etwas, was die Pflanzen nicht haben: sie schlafen und wachen, sie träumen auch. Sie empfinden. Sie sind eigentätig.
        – Die Menschen haben etwas, was die anderen drei Naturreiche nicht haben. Das ist das Bewusstsein von gestern und morgen, das Vergessen und Erinnern, so dass das Erlebte zu einer Biographie zusammengeführt werden kann (ich beschreibe das unter B=Βιος):

        Der Mensch teilt also alle Eigenschaften, die die anderen Naturreiche haben.
        Die Frage ist: was hat der Mensch „darüberhinaus“, und woher nimmt er das? Woraus hat er es entwickelt? und da sage ich eben: aus den Vitalkräften. Die sind bei ihm abgeschwächt im Vergleich zu Tieren und Pflanzen.
        Wenn du jetzt sagst: Aber die Tiere, die Pflanzen haben doch auch dies und das, sie denken, sie reden, sie haben Empfindungen, sie träumen, so sage ich: ja, sie haben diese Anlage, und manchmal ragt ihr Wesen in das nächste Naturreich hinein. Die fleischfressenden Pflanzen, die Haustiere wären solche Beispiele. Auch der Mensch ragt mit seinen Anlagen offensichtlich in das nächste Reich hinein, das über ihm liegt und das man als geistig bezeichnen kann.
        Na, so ungefähr. Es ist auch spät.

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  11. Hella schreibt:

    Liebe Gerda, wieso nennt Aristoteles den Menschen ein Zoon politikon? warum sprechen wir von Zoologie, wenn wir Tierkunde meinen? Bios hingegen scheint viel allgemeiner Lebendiges zu meinen wie Biotop, Biosphäre, Bionahrung, natürlich auch Biologie. Also ich hätte gedacht, daß Zoon ein konturiertes Lebewesen bezeichnet und Bio allgemeiner das Leben. ??? Klär mich auf.Hella

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  12. gkazakou schreibt:

    Ja, liebe Hella, so könnte man es nach dem internationalen Sprachgebrauch meinen, aber so ist nicht das griechische Sprachverständnis, auch nicht im Altertum. Die Verwendung von zoi und bios ist zwar nicht immer trennscharf, aber die Richtung ist die angedeutete. Ich erinnere an „Parallilos bios“ von Plutarch, was parallele Biographien bzw im Deutschen Lebensläufe bedeutet.
    Zω hingegen bedeutet schlicht: ich befinde mich am Leben, ich lebe (ich bin nicht gestorben). Es hat mit dieser Kraft zu tun, die mich beweglich hält – und die im Tod weicht (Todesstarre). Im Griechischen gibt es viele von zoi abgeleitete Wörter – ζωηρός bedeutet lebhaft, ζωντανος, lebendig, αναζωογόνω wiederbeleben, ζωντανή παράσταση Life Vorführung etc. Im religiösen Gebrauch sind Zωοδόχο Πηγή (Lebenspendende Quelle), αιώνια ζωή (ewiges Leben). Ferner: ζωγραφιζω – ich male, dh ich mache Bilder von Lebendigem (nicht etwa ausschließlich von Tieren). Wegen der besonderen Lebendigkeit der Tiere ist das Wort dann wohl speziell für sie verwendet worden (ζώον = Tier), so dass sich viele Wörter im Sinne von Tier finden lassen. Daher auch Zodiakos Kyklos, Tierkreis. Das ζώον πολιτικον des Aristoteles ist ein Lebewesen, das seine wahre Existenzform erst in der Polis findet.
    Ich nehme an, dass die wissenschaftlichen Neubildungen Bio- bevorzugen (zB Biometrie, Biomasse, Biosphäre), weil zoo- bereits zu sehr auf das Tierische eingeengt war (Zoologie, Zoo) und bio irgendwie weiter schien. Dabei ist Bios eigentlich als „abstrakte Bedeutung von ζω“ definiert, also insbesondere als das, was der Mensch daraus macht: Biographie, Wohlstand. (griechische Lexikon).
    Wünsche gute Tage! Gerda

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  13. Pingback: Griechisches Alphabet des freien Denkens: O,o wie …. | GERDA KAZAKOU

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