In der Beschränkung zeigt sich erst der Meister

Wenige Mittel. Kargheit. „Litotita“, wie die Griechen sagen. Auf Deutsch sagt man gut englisch „Austerity“. Das heißt „Strenge“ oder auch „Einfachheit“. Es ist das Schlechteste nicht, besonders in der Kunst. Man muss sich bemühen, aus dem Wenigen etwas zu machen.

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Material

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Material

Mach was draus.

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Begrüßung (c)

Na, mal sehen, was entstehen will.  Aha: Eine Begegnung. Blumen werden überreicht – oder ist es ein Kartenspiel, ein Fächer? Zwei Lange schauen auf die Szene, einer wendet sich ab und dir zu. Ihm liftet sich der Hut. Zwei Hunde machen Bekanntschaft. Und im Himmel fliegen zwei vornehme Geflügelte von rechts nach links, dazu auch ein buntgescheckter.

Spaziergang (c) Gerda Kazakou

Das Gesicht gehört nun einem Baby in der Karre. Die rote Blume dient dem Kleinen als Hut. Der eine Vogel hat der Mama sein Gesicht geliehen und, nun gesichtslos, wird er zu einem Berg im Hintergrund.

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O, das gelbe Licht in der Hand des Fräuleins hat sich gedreht, es wurde zur Laterne. Das war’s?  Aber ich bitte dich!  Da liegen doch noch ein paar farbige Schnipsel herum, aus denen sich was machen ließe. Das Ergebnis: Mama Afrika, die ihr in einem anderen Blogeintrag sehen könnt.

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Kubas Fidel Castro schickte dieser Tage dem griechischen Volk seine Grüße. Wer einmal auf Kuba war, der weiß, was die Litotita – die Knappheit der Mittel – aus einem Menschen machen kann, im Guten und im Schlimmen. Für den Künstler ist sie ein Gewinn. Goethe hat dafür das Wort geprägt: „In der Beschränkung zeigt sich erst der Meister“.

….

So ists mit aller Bildung auch beschaffen:
Vergebens werden ungebundne Geister
Nach der Vollendung reiner Höhe streben.

Wer Großes will, muß sich zusammenraffen;
In der Beschränkung zeigt sich erst der Meister,
Und das Gesetz nur kann uns Freiheit geben.

J.W. von Goethe, Sonette

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Ökonomie, die griechische Krise, Leben, Methode, Tiere abgelegt und mit , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

3 Antworten zu In der Beschränkung zeigt sich erst der Meister

  1. afrikafrau schreibt:

    Gerda, wie kommt es, daß da immer wieder Afrika drin vorkommt?
    Oh ja …sehr wichtig mit wenig Mitteln etwas gestalten, in Afrika und anderswo oft eine Überlabensfrage……

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  2. gkazakou schreibt:

    Warum Afrika? Afrika ist hier, in Griechenland, sehr nahe. Täglich kommen Flüchtlinge. Sie haben es am schwersten.

    Gefällt mir

  3. Myriade schreibt:

    Kreativität aus der Beschränkung …… Geniales kann da entstehen. Ob das aber auch bei Mangel an Grundnahrungsmitteln und minimaler medizinischer Versorgung funktioniert …

    Gefällt 1 Person

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