Nach dem wässrig-wonnigen W kommt nun das trockene X (ξερό / xero heißt auf griechisch trocken) in Heides Monats-Challenge
X gibt es im Deutschen nicht als Anfangsbuchstabe, im Griechischen aber wohl, und da viele Wörter, insbesondere als wissenschaftliche Bezeichnungen, ins Deutsche übernommen wurden, findet man eben doch ein paar X-Wörter. Am geläufigsten ist wohl das Xylophon – wörtlich: Holzstimme. Gerhard zeigte eine Schwebfliege mit Namen Xanthogramma – wörtlich: Blondbuchstabe. Und bei mir sind heute die Xerophyten angesagt – wörtlich Trockenpflanzen. Das ist eine Gruppe von Pflanzen, die auch bei extremer Trockenheit eine Chance haben zu überleben. Und so haben sie auch den Balkonsommer ohne Wasser hier überstanden.
Ich pflückte zwei Stängel ab, stellte sie in eine Marmordose, die sich auf meinem Schreibtisch herumtreibt, stellte den Deckel und den verwandten Marmorkerzenständer dazu, nahm auch eine metallene Dose mit Emaille-Mosaik ins Blickfeld und zeichnete alles in den Kalender.
Die Xerophyten sind erstaunliche Wesen, und es ist sicher gut, sich näher mit ihnen bekannt zu machen. Denn wer weiß, wie sich das Klima noch verändern wird. Bei uns wars die abgestellte Bewässerungsanlage, die den Unterschied zwischen Xerophyten und ihrem Gegenteil leider sehr deutlich machte. Auf der Gegenseite gibt es die Hygrophyten wie die Sumpfdotterblumen, Farne und Buschwindröschen (υγρός / hygros bedeutet feucht) und die Hydrophyten wie die Seerosen (ύδωρ / hydor ist das altgriechische Wort für Wasser) und eben auch die Xerophyten oder Trockenpflanzen, die fast ohne Wasser auskommen.
Beispiele? Kakteen und kleine Sukkulenten, die Teppiche bilden, aber auch ein Oleander haben die drei Monate ohne Wasser auf meinem Balkon überlebt. Ein Oleander ist ganz abgestorben, beim anderen sind nur die höheren Zweige und Blätter verdorrt, die der Wurzel näheren Blätter sind grün geblieben. Aloe Vera, Oleander und Kiefer (Pinie) habe ich im Mani-Garten. Wolfmilchgewächse wachsen überall in der Mani-Landschaft. Sie überleben problemlos ohne Bewässerung. Auch der Mandelbaum braucht kein Wasser. Darüberhinaus gibt es natürlich noch viele andere Pflanzen, die die heimische Macchia bilden, darunter viele mit starken ätherischen Ölen.
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