Für Heides Monats-Challenge brauchte ich heute ein Wort, das mit I beginnt und das ich hier in meiner Umwelt finden und zeichnen könnte. Igel, Iltis und Indianer schieden somit aus. Zum Glück fiel mir dann das Gegenwort zur gestrigen „Hauswand“ ein: Innenraum bzw Interieur. Zu sehen ist:
- der alte Rattan-Sessel, den die Katze Fritzi zu ihrem Stamm- und Ruheplatz erkoren hat,
- dahinter ein Fenster, das wir mit einer langen geblümten Battistbluse zugehängt haben, um die Sonne abzuhalten,
- ein gerahmtes Plakat von Bruno Martinazzi mit dem Titel Contra le guerre, das wir vor langer Zeit aus Venedig mitbrachten,
- schließlich ein bayrischer Teewagen, den wir in einer Altmöbelsammlung fanden
- und natürlich die auf dem Sessel zusammengerollte Fritzi
Als malerisches Genre existiert das „Interieur“ seit dem 17. Jahrhundert. Zuerst galt es, Räume mit ihren Bewohnern darzustellen, insbesondere die aufkommenden reichen Kaufmannsfamilien wollten gern inmitten ihres kostbaren Mobiliars verewigt werden. Im Laufe der Zeit aber erweiterte sich das Spektrum um Arbeitermilieus, Dichterhöhlen und Bauernzimmer. Seinen Höhepunkt erreichte diese Malerei in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, während des Biedermeier, als sogenannte „Zimmerbilder“ sehr in Mode kamen: Sujet, normalerweise als Auftragsarbeit, war die bürgerliche Wohnstube mit all ihrem gepflegten edlen Mobiliar und ihren erlesenen Kunstgegenständen. Man ließ das Innenleben der Räume möglichst klar und wirklichkeitsgetreu malen, um es sich dann als eine Art Doublette der Wirklichkeit an die Wand zu hängen.
Seine Attraktivität verlor das Interieur auch danach nicht, nur dass es freier interpretiert wurde und schließlich jede Art von Innenraum, mit oder ohne Bewohner, ein „Interieur“ genannt wurde. Es gehört neben Landschaft, Seestück, Stillleben und Portrait zu den häufigsten Sujets der Malerei.
Zur Illustration ein „Rotes Interieur“ (1947) von Henri Matisse, Kunstsammlung NRW.


Schon gewaltig wie es da wuselte in Matisses Gemälde, wo doch Stillieben von Stille herzurühren anzuscheinen scheint 😉
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