Sonntags im Archiv: Das Leben kann leicht sein

Jeden Sonntag steige ich hinunter in den Brunnen der Zeit, um herauszufischen, was mich an einem Tag wie diesem in einem früheren Jahr beschäftigte. Dieses Mal stieg ich bis ins Jahr 2015 hinab – der Mai 2015 war der erste Monat meiner Bloggerei. Und was schrieb ich an jenem Tag vor 11 Jahren? „Life can be easy“.

Damals glaubte ich das wohl tatsächlich, auch wenn ich ein gefürchteter Miesepeter und Schwarzseher bin. Ich legte eine Kleinstadtszene …

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und kommentierte:

Ja, das Leben kann auch leicht sein. Die Sonne gleicht dann einem Spiegelei, und die Hunde machen Bekanntschaft. Die junge Frau fühlt sich jung und sympathisch, weil sie mit der komischen Alten ein Wörtchen wechselt und das Söhnchen ihr noch, wenngleich widerstrebend, folgt. Die Alte ist froh, dass ihr der Ausgang auf ihren mürben Beinen noch möglich ist, und der Alte schiebt sich und seine Gedankenwelt im Gefühl der Überlegenheit durch die Kleinstadtstraße. Die Dächer sitzen schützend auf den Häusern, und wenn man genau hinsieht, entdeckt man auch die Schwarze Katze – oder sind es gar zwei? – auf dem First neben dem Schornstein. 

Ja, so kann man es sehen. Man kann es natürlich auch anders sehen: Die Sonne ist zu heiß, die Hunde wollen machen Ärger, die junge Frau wäre froh, wenn die Alte sie nicht mit ihrem Geschwätz aufhielte, und dem Söhnchen ist es höchst peinlich, dass er sich vor seinen Freunden lächerlich macht….

Ich aber wollte dem Leben in einer deutschen Kleinstadt (das ich sehr gut kenne) an jenem 31. Mai nur Gutes abgewinnen, um dann eine Mahnung anzuhängen.

O schöne friedliche Welt! Lasst sie uns ehren! Denn so mancher ist aus ihr vertrieben und irrt heimatlos durch fremde Länder, fremde Städte.

Flüchtlinge

Auf dem Legebild sieht man ganz unten (leider abgeschnitten) einen jungen Mann träumen von einer Welt, in der die Mühseligen und Beladenen mit einem herzlichen Welcome begrüßt werden.

Es war einmal…

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About gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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6 Responses to Sonntags im Archiv: Das Leben kann leicht sein

  1. Beim unteren Bild dachte ich : Die stehen da, wie auf der vor dem Stadtschloss geplanten „Einheitswaage“, die von mir aus gerne gekippt werden kann (nicht von den Leuten, die darauf herumspazieren, sondern schon in der Planung. In Berlin kippt schon genug – und zu oft in die falsche Richtung. Meine Sympathie gehört dem unsichtbaren jungen Mann.

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  2. Avatar von Klausbernd Klausbernd sagt:

    Hi Gerda,
    wir finden das Leben leicht. Aber wir leben auch nicht in einer Gesellschaft von Meckerern. Als wir seit vielen Jahren mal in Deutschland waren, schien uns das eine Gesellschaft der Unzufriedenen zu sein. Aber vielleicht waren wir bei den falschen Leuten.
    Mit lieben Grüßen vom Meer
    The Fab Four of Cley
    🙂 🙂 🙂 🙂

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    • Avatar von gkazakou gkazakou sagt:

      Lieben Dank! Ich glaub auch, dass wir Deutsche besonders viel meckern – vielleicht aus dem Geist des Perfektionismus heraus. Doch schlimmer sind noch die Griechen, die immer was zu meckern haben. να γρινιάζω (na griniazo) ist geradezu Volkssport. Allerdings ist das Meckern in der Regel an die wirtschaftlichen Zustände und die Tätigkeit der Regierenden gerichtet.

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  3. Avatar von Peter Klopp Peter Klopp sagt:

    Wunderbare Erinnerungen an die Zeit, als du mit dem Bloggen angefangen hast, Gerda!

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