Gestern war ich seit langer Zeit mal wieder auf der Akropolis. Die Kraft des Ortes teilte sich mir wieder mit. Ja, natürlich waren da sehr viele Menschen, es gab Warteschlangen, man musste viele Stufen erklimmen, die Sonne brannte, doch eine leichte Brise und die besondere Schwingung dieser heiligen Steinwüste machten das Gehen angenehm.
Auch manche der BesucherInnen waren durchaus sehenswert. Bei dem Fotoshooting einer Schönen schummelte ich mich mit aufs Bild.
Vieles ist natürlich zerstört – zuerst und am gründlichsten 1687 durch die Explosion des Pulverlagers, das die türkische Armee im Parthenon unterhielt und in das die Venezianer eine Mörsergranate reinschossen: das Dach stürzte ein, achtundzwanzig Säulen des stolzen Tempels der Athene stürzten um. Danach begann die Plünderung durch die Venezianer zuerst und dann immer fort bis hin zum Jahre 1803, als sich Lord Elgin von der ottomanischen Herrschaft die Erlaubnis holte, die schönsten noch erhaltenen Friese abzuschlagen und nach London zu transportieren.
Im Akropolis-Museum, dessen Kern die Originaldimensionen des Tempels hat, so dass der gesamten Fries in einer Mischung aus Originalteilen und Nachbildungen montiert werden konnte, bekommt man einen klaren Eindruck von dem Umfang der Plünderung, und man versteht die Verbitterung der Griechen, dass das Britische Museum den Raub nicht rausgeben will. Früher hieß es, das fehlende Museum und der saure Regen Athens machten die Aufbewahrung in London notwendig. Jetzt aber?
Auch Wind und Wetter haben natürlich in den über 2000 Jahren des Bestehens ihre Spuren hinterlassen. Die Karyatiden des Erechtheion wurden durch Kopien ersetzt, die Originale im Museum sichergestellt.
Ich liebe die mächtigen weiblichen Gestalten mit ihrem prächtigen vollen Haar sehr, habe sie diesmal aber nicht fotografiert, sondern mich vergleichend zwischen sie gestellt.
Und sonst bietet das Museum? O, vieles. Zum Beispiel dieser eindrucksvolle Löwenhintern oder der Opferstier, der sich vergebens wehrt, der der fromme Hirt, der den Widder zum Opfer bringt, oder das wilde Ringen zwischen Zentaur und Lapith….
Und die Welt rundum, zwischen Burgberg und Museum, ist ja auch nicht leer. Es gibt dort reizende Sträßchen, in denen man wohnen möchte, kleine Läden mit frischen Obstsäften für den großen Durst, es gibt auch Kater, die sich ausruhen müssen und Elstern, die mit Olivenbäumen hübsche Ensembles bilden, es gibt Adern von Quarz, die im Sonnenlicht aufblitzen und eine neue Skulptur der hochverehrten Maria Callas, und natürlich immer wieder auch frohe Frauen, die ihren Sommerrock raffen, damit der Wind ihn zeigen kann.
Und über allem der blau-weiße Himmel und die blau-weiße Fahne des Landes.













Traumhaft schöne Bilder sind das, wobei wunderschöne Erinnerungen von meinem Besuch der Akropolis vor vielen Jahren und überhaupt Athen geweckt werden, wobei ich die Geschichte der Akropolis erst hier bei dir nun so wirklich bewusst in mir aufnehme, lieben Dank dafür!
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Was für eine beeindruckende Weltendenkmalreportage! Dankeschön dafür! Ich schaue mir das nicht nur einmal an!
Beste Grüße von Sonja
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Danke, Hanne. Die Geschichte der Akropolis ist sehr interessant auch innvieler anderer Hinsicht. ZB wurde der Parthonon („Tempel der Jungfrau“, also
Athenes) zur ersten christlichen Kirche in Athen, der anderen „Jungfrau“, Maria, gewidmet. Unter osmanischer Herrschaft wurde er zeitweilig Moschee. Der erste König Griechenlands, der Bayer Otto I, wollte hier seinen Königspalast errichten usw
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Was für ein wundervoller Bericht!
Dankeschön fürs Präsentieren 💐
Liebe Grüße vom Lu
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Hi Gerda
Wir werden die Akropolis wieder im November besuchen. Da wird es hoffentlich weniger heiß und sonnig sein und nicht ganz so voll. Wir lebten ein Jahr lang in Griechenland und waren öfter in Athen, das wir laut und stinkig finden. Aber die Akropolis ist darüber erhaben.
Mit herzlichen Grüßen von der sonnigen Küste Norfolks
The Fab Four of Cley
🙂 🙂 🙂 🙂
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