Rolle – mogeln – Balkon
Das sind Wortmans Wörter, um die herum ein Text von 100 Wörtern zu stricken war. Diesmal habe ich nicht gereimt, sondern berichte ganz prosaisch und natürlich arg verkürzt von einem Lebenslauf der 68er-Generation.
Damals, als er mitmarschierte und im Chor mit Gleichgesinnten „Bürger runter vom Balkon, schließt euch an dem Vietkong“ oder „Che-Che-Che-Guevarra-Che!“ brüllte, fühlte er sich auf der Höhe des Zeitgeschehens. Die Welt war klar: Hier die Spießbürger, dort die heroisch um ihre Freiheit kämpfenden Völker.
O ja, er fühlte sich „auf der richtigen Seite der Geschichte“. Doch die Rolle, die er für sich erträumt hatte – ah, Revolution, Gerechtigkeit und die Frauen! – , sie wollte sich partout nicht finden lassen. Immerhin gelang es ihm, sich durch die akademischen Prüfungen zu mogeln. Finanziell geht es ganz gut, aber irgendwas fehlt ja doch.

Eine schöne Zeichnung.
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Ho-Ho-Ho Chi minh 🙂 🙂
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Der Vietkong war zwar auch recht heftig aber zum Glück sang er kein Lied zum Wohle der Roten Khmer.
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Eine verrückte Idee! Na, der Vietkong war ja auch keine Ansammlung von studierenden Bürgerssöhnen und Töchtern.
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Ich denke, da war damals alles dabei.
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„aber irgendetwas fehlt ja doch“…
Könnte es sein, dass Frieden, Freiheit und Erfüllung nur im Innen gefunden werden kann und dann ins Außen ausstrahlt und auch dort transformiert?
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Danke, Leela. Dein Gesichtspunkt gefällt mir. Für die 100 Wörter häts aber kaum gereicht.
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