Seit geraumer Zeit klammere ich mich beim Zeichnen an die unmittelbare dingliche Alltagswelt, da sie mir noch die meiste Eindeutigkeit und Verlässlichkeit zu versprechen scheint. Früher war das anders. Da konnte ich meine aktuellen Gefühle angesichts von Weltereignissen, die mich schockierten. direkt oder symbolisch malerisch zum Ausdruck bringen. Ich erwähne beispielhaft meine Bilder zum Jugoslawienkrieg (verbrannte Dörfer), zum 11/9 (Flug-Dämonen), zum Borbardement von Afganistan (shock and awe).
Heute gelingt es mir nicht mehr. Zu viel ist bereits seit der Jahrtausendwende geschehen, zuviel ist am Werden, und ich kann kaum noch einzelne Ereignisse ins Zentrum der Aufmerksamkeit bringen. Schwindel ergreift mich, die Ohren sausen. Wohin soll ich zuerst schauen? Gestern aber nahm ich eine Leinwand und malte mit ockriger Erde, die ich zuvor in einer Baustelle gesammelt hatte, mit Salz, mit drei Farbpigmenten und mit Wasser, Kleister und dicken Pinseln auf eine Leinwand und ließ entstehen, was entstehen wollte.

Das ist unglaublich gut, Gerda. Darf ich es auch bei mir zeigen?
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Ja das sieht irgendwie befreiend aus! Meine täglichen Zeichnungen sind derzeit zu genau, zu sehr auf „gefallen wollen“ ausgerichtet. Da muss ich einen Mittelweg finden.
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Der Schwindel ist sichtbar, Halt gibt der offene, rote Kreis. Und in dem Moment – der Fokus lag nun auf dem Rot – kam mir ein Gesicht entgegen, nicht wirklich Tier, nicht wirklich Mensch. Noch weiß ich seinen Ausdruck nicht klar zu deuten.
Auf jeden Fall ein Bild, das zu einer längeren Betrachtung einlädt.
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Heute Morgen möchte ich mich korrigieren, es ist ein für mich bedrohlich wirkendes Tiergesicht und ich nenne es jetzt Dämon.
Ja, es ist ’nur‘ meine Sichtweise.
Ich bin auf deine weiteren Bilder sehr gespannt.
Herzliche Grüße an dich, Ulli
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Liebe Gerda,
wenn ich Dein Bild bis in die Tiefe betrachte, dann kann man Deinen inneren AUFRUHR regelrecht spüren!
Wir leben in bewegten gefährlichen Weltenzeiten und ich glaube, daß wir vor großen Veränderungen stehen, die auch uns Menschen verändern werden!
Herrliche Grüße Antje
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