Dienstags-Drabble: Deutsche Sprache – schwere Sprache

Eingeladen zum Dienstag-Drabbeln hat wieder Heide von der Puzzleblume. Genau hundert Wörter darf/soll der Text haben, und darin müssen die Wörter offen, Verdienst und rächen vorkommen.  Die Überschrift zählt nicht mit.

 

Deutsche Sprache – schwere Sprache

 

Schwer hat man’s mit der deutschen Sprache

Wenn man sie erst erlernen muss

Denn reimt sich Sprache wohl auf Rache?

der Rechen rächt sich wohl zum Schluss?

 

Wenn du im Winter frierst: der Ofen

Kann Wärme spenden dir, nicht wahr?

Doch steht nicht offen, will ich hoffen

Ein Fensterflügel? Wunderbar.

 

So mancher meint, dass das Verdienst

Sich auch in Münze auszahl’n wird

doch wer so denkt, mein Freund, der irrt

denn das ist nicht gleich der Verdienst

 

Wenn rächst und rechts du unterscheiden

mühsam gelernt hast mit viel Fleiß

So wirst du sicher auch vermeiden

zu meinen, Weiße seien weis.

 

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Die Legebilder stammen aus einer Schnipselsendung von Lyrifant (Sabine). Unter diesem Stichwort findest du auch meine anderen Kreationen mit Lyrifant-Schnipseln.

 

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About gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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20 Responses to Dienstags-Drabble: Deutsche Sprache – schwere Sprache

  1. Weis(e) sein kann sein, den Mund zu halten. Wenn man zu wenig weiß, dann erst recht. Doch so mancher sieht die Sach’n ganz deutlich vor sich liegen, allein, dem ist ja meist nicht so. Man wünscht sich das nur so einfach…is ja eh alles viel zu kompliziert, müsste nicht sein…Nein?!?

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  2. Avatar von Christiane Christiane sagt:

    Sehr schön, Gerda, inklusive Moral zum Schluss! 😉👍

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  3. Avatar von m.mama m.mama sagt:

    Gefällt mir auch sehr gut. Mit meiner jüngeren Tochter erlebe ich gerade lustige Schreibweisen (offen – Ofen hatten wir neulich erst), aber die Erklärungen dafür sind nicht immer ganz so einfach wie bei einem oder zwei Buchstaben: Zum Beispiel Weg – weg wird ja unterschiedlich lang ausgesprochen, der Grund dafür ist mir allerdings nicht bekannt. Tja, somit bleibt Sprache spannend und lebendig und geeignet für Spielereien 😊

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  4. Ich lese viel und habe neuerdings immer einen spitzen Beistift zur Hand, weil mich die vielen gedruckten Fehler nerven!!!

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  5. Ja, wenn man die Wörter ein bißchen anders ausspricht, ergibt sich oft ein ganz anderer Sinn.
    Und so umgedeutet, glaubt der Fremde manchen Rechtsverdrehern, und die Deutschen glauben es selbst dann auch, weil die „Fremden““ mehr Recht haben“ müssen, „logischerweise“ und“von Rechts wegen“ als wir Deutschen.
    Das scheint „normal“ zu sein, weil es ja meistens so war.

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    • Ich glaube, dies ist mit diesem Text gerade nicht gemeint.
      Also ich würde Gerdas Text jedenfalls vollkommen anders interpretieren.
      Und wer oder was soll das überhaupt sein, „der Fremde“??
      Also, die Einwanderer bzw die Flüchtlinge, die ich gut kenne und die im Übrigen hier bei uns zuhause leben (nachdem sie unter schwierigsten Bedingungen aus der Ukraine flüchten mussten) geben sich erstens redlich Mühe, unsere ausgesprochen schwierige Sprache zu lernen, zweitens machen sie dabei großartige Fortschritte und drittens nehmen sie dankbar und gerne meine bzw unsere Hilfe beim Erlernen unserer Sprache an.
      Und noch ein fun fakt: wenn man jemanden erst einmal näher kennen gelernt hat, dann ist er oder sie mit einem Mal auch kein Fremder und keine Fremde mehr.
      Und das vollkommen unabhängig davon, ob jemand bei einem zu Hause lebt oder ob man ihm oder ihr „nur“ seine Türe und sein Herz öffnet, um gemeinsam einen Kaffee oder Tee zu trinken und sich mit ihm oder ihr zu unterhalten und dabei wirklich zuzuhören.
      Und was lernen wir daraus? Wir sind alle Menschen. Wir sind einander ähnlich, ähnlicher, als wir glauben – ganz gleich, aus welchem Land jemand kommen mag … !
      „Der Fremde“ bleibt nur solange fremd, wie man ihn ignoriert, diskreditiert und / oder seine Anwesenheit ausblendet. Anstatt sich seine oftmals hochinteressante und ergreifende Geschichte anzuhören… was ich jedem nur empfehlen kann! Vor allen Dingen empfehle ich es den Menschen und lege es ihnen geradezu ans Herz, die (wieso auch immer) Angst vor Fremden haben.
      Herzliche Grüße, Hannah

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  6. Avatar von puzzleblume puzzleblume sagt:

    Das sind gut zusammengetragene Beispiele mit einem passenden Fazit.

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  7. Dem kann ich nicht widersprechen. Aber hier überlagert sich etwas, was wohl noch geklärt werden muß, nur nicht hier.
    Ich schreibe ja auch selbst einiges auf meinem Kanal.

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  8. Avatar von gkazakou gkazakou sagt:

    Ihr Lieben alle hier, ein kleiner Kommentar auch von mir: Ich war lange Lehrerin für DaF (Deutsch als Fremdsprache) in Athen, und daher weiß ich, wie schwer zB die Längungen von Vokalen zu vermitteln sind, denn es gibt diese Unterschiede nicht so wie bei uns. Sprache und Rache hat für uns verschieden klingende -a-, bei Sprache geschlossen, bei Rache offen. Und nichts hilft dem Lernenden, diesen Unterschied zu kapieren, weil er es nicht hören kann. Orthografisch hilft das ff in offen, aber auch das hilft nicht viel, um es vom Ofen zu unterscheiden.

    Ich lebe seit über vierzig Jahren in Griechenland, und immer noch kann ich die im Griechischen, aber nicht im Deutschen vorhandenen Laute korrekt aussprechen.

    Das ist der Hintergrund meines Drabbles. Außerdem dachte ich an eine liebe japanische Mitbloggerin, die Deutsch lernt.

    Darüberhinaus mache ich ein paar An-Spielungen (von „Spiel, spielerisch“). Aber eine grundsätzliche Diskussion über „Fremde“ wollte ich wirklich nicht anstoßen.

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    • Sie ist wirklich nicht einfach, die deutsche Sprache und Deinen gereimten Text mußte sehr genau und zweimal gründlich durchlesen, liebe Gerda, damit ich ihn richtig verstand. Dein eigener Kommentar dazu half mir zusätzlich noch auf die Sprünge.
      Sprache und Rache ist ein gutes Beispiel für Schwierigkeiten mit unserem verflixten Deutsch 🙂 . Als Muttersprachler bemerken wir diese Stolpersteine kaum, aber wenn ich sie als Erwachsener erst lernen sollte, hätte ich mit Sicherheit riesige Probleme damit.

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  9. Avatar von Peter Klopp Peter Klopp sagt:

    Ich lebe nun schon fast 50 Jahre in Kanada. Da hapert es schon mal mit der deutschen Sprache. Wenn ein deutsches Wort mir nicht einfallen will, dann gebrauche ich flink ein englisches. Das nennt man Kauderwelsch.

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