Bilder bewerten und ausrangieren: Kohlezeichnungen 196-219

Ob ich heute den Rest der Rolle oder wieder nur einen Teil zeigen soll? Ich zögere. Aber die Zeit rast, ich will mit dieser Zusammenschau fertig werden, mit der ich nun schon seit zwei Monaten, genau seit dem 24. Oktober, befasst bin. Es hat mir Freude bereitet, eure vielfältige freundliche Resonanz hat mir viel gegeben, aber nun möchte ich langsam ans Ende kommen, genauso wie das laufende Jahr ans Ende kommt.

Also zeige ich hier jetzt alle 24 verbliebenen Kohlezeichnungen aus der letzten Rolle.

 

Obgleich die Blätter nicht besonders groß sind, habe ich auf manchen mehrere Zeichnungen untergebracht. Schwer zu erkennen, zumal wenn sie auf dem Kopf stehen wie diese hier.

Also schneide ich sie wohl besser auseinander. Da sieht man dann auch, dass drei dasselbe Motiv auf drei verschiedene Weise wiedergeben. Ganz links: Meine Mitmalerin Maria an der Staffelei…

Andere Zeichnungen enthalten kompositorische Ideen, etwa die der Künstlerin mit dem Modell und dem männlichen Rückenakt.

Vielleicht geht es dir wie mir, und du magst dir auch gern die Zeichenstile bewusst machen.

Hier: Nervöse parallele, zerrissene Striche…

ruhig gleitende parallele Striche

unruhig die Hände, ruhig beherrscht das fast leere Gesicht…

atmosphärisch weich, teilweise verwischt, im Schulterbereich angespannt.

sorgfältige Modellierung von Licht und Schatten, teils flächig durch Verwendung der Breitseite der Kohle…

oder auch mit deutlicher Schraffur

Jede Strichart hat ihre Besonderheit und bringt andere Ergebnisse zustande.

Dunkel und melancholisch…

leicht und träumerischlässig, locker und leicht verächtlich…

Und diese? angespannt aufmerksam, mit einem Gedanken beschäftigt.

Beim Stillleben mit der südostasiatischen Puppe sind Licht und Schatten mit feinen Schraffuren herausgearbeitet…

 

Zum Abschluss noch eine Skizze vom Atelier mit Leinwänden, Schulbank, Requisiten. Hier arbeitete ich in den achtziger Jahren oft gemeinsam mit ein zwei anderen Frauen, mit BesucherInnen und Modellen. Es lag in einem schönen neoklassischen Gebäude im Zentrum von Athen, wo wir unsere Sprachschule betrieben. Der freundliche Ingenieur des Vermieters (eine Bank) baute die nach einem Erdbeben eingebrochene Mansarde zu einem funkionalen Atelier um, als ich ihn drum bat.

Danke! Es waren ungemein reiche Jahre!

 

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About gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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18 Responses to Bilder bewerten und ausrangieren: Kohlezeichnungen 196-219

  1. Unermüdliches Üben in allen verschieden Stricharten und Ausdrucksformen, verbunden mit reichhaltigen Erleben und gesammelten Erfahrungen, die Du uns nun wiederum erklären kannst, Gerda. Das sind ja alles gesammelte „Werte“, die man nicht so schnell zur Seite legen kann.

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  2. Ungemein reiche jahre, das kann man wohl sagen.
    Ich leitete auch einige jahre eine Gruppe Zeichnenwilliger, wir trafen uns wöchentlich. Dann nur noch alle zwei Wochen.
    Jetzt wollten wir es wieder aufnehmen, aber es steht unter keinem guten Stern.
    Zweimal wegen Krankheit verschoben…

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  3. Das ausschneiden finde ich richtig, und das ordnen in eigenen mappen, das fände ich schon wichtig.

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  4. Ich finde, daß Deine Werke ein behutsameren Umgang verdient hatten – auch wenn ja meist keine Zeit dazu war.
    Allerdeings habe ich uzeichnungen von mir verteilt auch an vielen Orten, da muß ich mich selbst an meine Nase greifen.
    Was mir das Sortieren schwierig gemacht hatte, waren oft Zeichnungen minderer Qualität, die ich auch machte. Etwa, wenn ich nicht gut aufgelegt war. Da ist manches dabei, das einfach „svchlecht“ ist. Und dann wieder gute Blätter dazwischen..
    Ein Freund von mir hat extra ein Board mit vielerlei Arbeiten darin. Weiß nicht, ob er das weiter so betreibt, denn das Board hatte er vor etwa 12 Jahren angeschafft gehabt, seitdem scheint er kaum mehr zu arbeiten…

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  5. Avatar von Unbekannt Anonymous sagt:

    Bei diesen Zeichnungen ist „Ausrangieren“ schon sträflich. Auf dieses stattliche zeichnerische Werk kannst du stolz sein, liebe Gerda. Das gilt es angemessen zu verwahren.

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  6. Du mußt manchmal auch die Nächte durchgezeichnet haben, Gerda, oder auch gemalt, wenn man diese riesige Fülle Deiner Bilder sieht.
    Ich mag den Strich, wenn er ruhig und gelassen ist, zerrissen ist nicht so mein Ding.

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  7. Avatar von Unbekannt Anonymous sagt:

    Überhaupt gar nichts würde ich ausrangieren. Es muss für dich irgendeinen Sinn haben!
    Gruß von Sonja

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