Tagebuch der Lustbarkeiten: Meine Tomaten (Mittelmeerdiät 2)

Ihr als gestandene Gärtner werdet über meine Gemüsegartengeschichten lachen. Wie ihr, liebe Mitlesende, wisst, bin ich ein totaler Neuling auf diesem Gebiet. Immerhin gelang es mir aus den geschenkten Samen Pflanzen heranwachsen zu lassen.

Die Stauden, die ich als Pflänzchen hinzukaufte, bringen täglich eine handvoll  kleiner roter Tomätchen hervor: hartschalig, sauber, rot. Die aus Samen einer alten Sorte gezüchteten hingegen machen sich rar. Manche Stauden tragen nichts, andere eine Tomate, und nur eine hat zwei Tomaten hervorgebracht. Es war vermutlich im Juli, in der Hauptblütezeit, allzu heiß. Und dann fiel auch noch zweimal die Gießanlage aus.

Weil es so wenige Früchte sind, verfolge ich ihr Werden mit besonderer Liebe. Sehr langsam entwickeln und röten sie sich. Bis sie reif sind, haben sich schon etliche Mikroorganismen für sie interessiert, so dass ich zwei grün ernten musste. Sie schmeckten übrigens vorzüglich. Diese einigermaßen ausgereifte erntete ich vorgestern. Meine erste!

Gespannt auf ihr Innenleben und ihren Geschmack, schnitt ich sie auf, probierte sie. Fest und sehr fruchtig schmeckt sie, ganz anders als die gewöhnlichen Tomaten, mit Meersalz und Olivenöl angerichtet eine Köstlichkeit!

Heute setzte ich mich zu den Pflanzen, um zu zeichnen, Wie du siehst, ist die Tomatenstaude ziemlich vertrocknet, hat aber ihre zwei Früchte tapfer ausgereift.

Die Vogelkopfartige genehmigte ich mir heute zum Abendbrot.

Dazu aß ich ein grobes Stück dunklen Zwieback, den ich in der Bäckerei des Zentraldorfes erstanden hatte. Die Stücke sind steinhart, man muss sie in Wasser einweichen, dann lassen sie sich zerbrechen. Mit Öl und Salz angemacht sind sie weich, nahrhaft und köstlich. Das Salz ist übrigens Salzblüte, die in der Mani von den Felsen gesammelt wird.

Avatar von Unbekannt

About gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, alte Kulturen, Fotografie, Leben, Natur, Tagebuch der Lustbarkeiten abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

20 Responses to Tagebuch der Lustbarkeiten: Meine Tomaten (Mittelmeerdiät 2)

  1. Hm lecker – zum reinbeissen

    Gefällt 2 Personen

  2. Alles steinnatürlich, haha

    Like

  3. Das ist ja toll und sicher bist Du jetzt auf den Geschmack gekommen! Wann pflanzt Du die nächsten und da gäbe es noch Gurken, die sicher auch gut gedeihen könnten! Oder?

    Gefällt 1 Person

  4. Avatar von Ola Ola sagt:

    Liebe Gerda, grüne Tomaten einfach in Zeitungspapier wickeln und warm einige Tage liegen lassen. Nur ohne Licht bitte. Die meisten reifen problemlos nach. Das gilt auch, wenn die Pflanze langsam in die Knie geht, aber noch Früchte an den Zweigen sind. Guten Appetit!

    Gefällt 3 Personen

  5. Avatar von Sonja Sonja sagt:

    Gurken besichtigen und vogelkopfartig geformte Tomaten speisen, das hört sich gut an! Über diese Art Salz wüsste ich gerne mehr!
    Lass es dir schmecken, meint Sonja

    Gefällt 2 Personen

    • Avatar von gkazakou gkazakou sagt:

      Das Salz sammelt man hier von den Felsen am Meer. In Deutschland ist es als Flor de Sal bekannt, da kommt es von Salinen. Es ist reines Salzkristall, schmeckt vorzüglich.
      „Flor de Sal, zu deutsch Salzblüte, heißen die zarten Kristalle, die sich bei Windstille oben auf der Sole absetzen wie der Rahm auf der Milch.“

      Like

  6. Avatar von Leela Leela sagt:

    Heute waren bei uns auch die ersten beiden Tomaten reif… köstlich… viele sind es dieses Jahr…

    Gefällt 1 Person

  7. In meiner Kindheit wurden die nach der Entezeit immer noch grünen Tomaten auf Fensterbrettern nachgereift. Das klappte immer ganz prima.
    Klingt doch gut, was Du nun schon ernten konntest, Gerda.
    Nächstes Jahr hast Du schon mehr Erfahrung und kannst Dich über mehr Geerntetes freuen.
    Salzblüten klingt toll und den schwarzen Zwieback, in Wasser geweicht, kann ich mir auch gut vorstellen. So eine Art von Dauerbrot gewissemaßen?

    Like

    • Avatar von gkazakou gkazakou sagt:

      Ja, Bruni, der Zwieback war die Hauptnahrung der Seeleute, ewig haltbar, steinhart und nur angeweicht genießbar. Ich mag ihn sehr. Salzblüten – man kennt sie in Deutschland, glaube ich, als Flor de Sel oder so, sammelt man hier von den Felsen, wo sich bei Gischt Wasser sammelt und dann in der Sonne trocknet, so dass nur die Salzkristalle zurückbleiben..

      Gefällt 1 Person

  8. Ja, Fleur de Sel und Salzblüten sind dasselbe. Habe mal schnell nachgesehen *g*
    Die Salzblüte gilt unter Kennern und Gourmets als das beste Salz. (hab ich auch eben erst gelesen)
    Diesen Zwieback würde ich gerne probieren! Scheint ganz dunkel zu sein.

    Gefällt 1 Person

    • Avatar von gkazakou gkazakou sagt:

      Ja, er ist fast schwarz und sehr grob. Eine Freundin hier vermarktet das Mani-Salz, das von Felsen gesammelt wird, in reiner Form oder auch mit Kräuterbeimischungen in kleinen Dosen wie auf der Abbildung. Ich benutze es für Salate. Zum Kochen ist es zu schade, da nehme ich einfaches Meersalz von der Saline.

      Gefällt 1 Person

Hinterlasse eine Antwort zu Melina/Pollys Antwort abbrechen

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..