Tagebuch der Lustbarkeiten: Schneiden der Vasilopita im Freundeskreis

Die Vasilopita (Kuchen des Vasilios) ist vom Jahresbeginn nicht wegzudenken. Ich habe inzwischen drei Mal am „Schneiden der Vasilopita“ teilgenommen und unzählige Stücke dieses köstlichen Kuchens vertilgt. Fortsetzung folgt, denn bis zum Ende des Monats wird man durchaus noch dazu eingeladen.

Allein sollte man diese Pita, die nach dem Ag. Vasilios (der griechischen Variante des Hl Nikolaus) benannt ist (er verteilt nicht am 6.12., sondern am 1. Januar seine Geschenke), nicht schneiden. Unbedingt gehört eine gute Gesellschaft dazu.

Die Vasilopita gibt es in verschiedenen Ausführungen und Größen. Immer ist sie liebevoll dekoriert. Hier seht ihr zwei Exemplare, an deren Vertilgung ich in diesem Jahr beteiligt war, vor dem feierlichen Moment des Anschneidens.

Das Anschneiden geht so: Die Hausherrin oder der Hausherr deutet als erstes einen Kreuzschnitt an. Dann werden Stücke markiert und für jeden Anwesenden, aber auch für geliebte Abwesende je ein Stück bestimmt. Auch Größere werden bedacht: das Haus, die Familie, die Freundesgruppe, der Frieden, der liebe Gott. Dann wird geschnitten und verteilt.

Im Kuchenboden ist eine Münze versteckt. Wem diese zufällt, der wird im kommenden Jahr besonders vom Glück begünstigt. Bei unserer Freundesgruppe („Tree of Life“, von einer Teilnehmenden gebacken und schön dekoriert) fiel die Münze genau in die Mitte. Niemand ist ausgeschlossen, niemand besonders begünstigt. Alle zusammen werden wir vom Glück gesegnet sein.

Dieser Tulpenbaum blühte mir entgegen, als ich nach dem Treffen unserer Gruppe vor die Tür trat.

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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12 Antworten zu Tagebuch der Lustbarkeiten: Schneiden der Vasilopita im Freundeskreis

  1. afrikafrau schreibt:

    ein schöner Brauch, wie ich höre, hat er dir geschmeckt

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    • gkazakou schreibt:

      Ja, es hat geschmeckt. Aber vor allem ist dies Zusammensein schön, dieZuteilung der Stücke, die nicht ernstgenommene Spannung, wem die Münze zufällt … halt all das Drum und Dran. Wir machten natürlich auch Fotos, die die gute Stimmung widerspiegeln, die ich leider hier nicht zeigen kann,

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  2. Gisela Benseler schreibt:

    Zauberhafte Blüten, Gerda!

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  3. Myriade schreibt:

    Aha, die griechische Version des Dreikönigskuchens. Den kenne ich aus Frankreich. Es kommt eine Bohne in den Kuchen und wer sie bekommt, wird für einen Tag König

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  4. Myriade schreibt:

    Aha, die griechische Version des Dreikönigskuchens. Den kenne ich aus Frankreich. Man tut eine Bohne hinein und wer die Bohne erwischt, wird für einen Tag König

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    • gkazakou schreibt:

      Ja, ungefähr so. Die Münze, übrigens in guten Häusern eine aus echtem Sterling Silber, soll Glück fürs Jahr verheißen. König wird niemand. Die Griechen sind antimonarchisch.

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      • Myriade schreibt:

        Hehe, ob die Griechen antimonarchistischer sind als die Franzosen…

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      • gkazakou schreibt:

        Die Tradition der Franzosen ist monarchistisch. Daher auch die Bohne als Königsmacher. Die Griechen hatten nur aus dem Ausland (Deutschland, England) aufgepfropfte Könige und versuchten, sie möglichst schnell wieder los zu werden.

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  5. Eine schöne Tradition, liebe Gerda! Und dann gleich der Tulenbaum als besondere Überraschung. Wunderschön sind siese trompetenförmigen Riesenblüten!

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