Der schreckliche Adventskalender, 5. Tag

DER FÜNFTE DEZEMBER

Ich weiß nicht, ob ich es durchhalte. Kann sein, dass ich etliche Türchen dieses Kalenders geschlossen lasse. Es strengt mich an, es macht mich nicht froh, Schlimmes zu berichten. Ich möchte es gern vergessen. Möchte es von Schönem überwuchern lassen wie Titos Grab mit den vermodernden Knochen, auf das ich Blumen pflanzte.

Doch noch beiße ich die Zähne zusammen und sage mir: du musst hinsehen. Doch wohin soll ich zuerst sehen? Vieles verstört mich, und ich weiß nicht, wie ich es einordnen soll.

Da ist zum Beispiel die Ernennung eines Generals zum Chef eines neu zu schaffenden „Corona-Krisenstabs“. Bisher glaubte ich, in demokratischen Gesellschaften seien Generäle für die Landsverteidigung zuständig, und die gewählten Regierungen und ihre Behörden für die zivilen Aufgaben. Irgend etwas scheint sich da grad zu verschieben.

Der ernannte Generalleutnant Carsten Breuer ist nicht etwa eine „sitting duck“, sondern hat Kriegserfahrung in Kosovo und Afganistan gesammelt. Er war auch während der großen Manöver „Defender“ zuständig für den reibungslosen Transport der NATO-Kriegsgeräte an die Grenze nach Russland – und zurück. Nun also soll er, weil in Südafrika eine Mutante des Corona-Virus identifiziert wurde, über die man sonst weiter nichts weiß,  den Vorsitz eines neu zu schaffenden Corona-Krisenstabs übernehmen?

Vielleicht bedeutet es ja nichts. Vielleicht ist die Bundeswehr ja immer noch nichts anderes als „Bürger in Uniform“, so wie die Polizei unser „Freund und Helfer“. Doch warum nur diese Militarisierung? Warum dies ständig anschwellende Kriegsgeschrei? Wer braut da was zusammen? Ich traue dem Frieden nicht.

 

 

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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24 Antworten zu Der schreckliche Adventskalender, 5. Tag

  1. Gisela Benseler schreibt:

    Ehrlich bleiben müssen wir ja.

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  2. Elke H. Speidel schreibt:

    Liebe Gerda, ja, hoffentlich bedeutet es nichts weiter, als dass ein Logistiker seines Amtes walten soll. Aber „Bürger in Uniform“? Daran glaube ich spätestens seit den 1990ern nicht mehr, als Deutschland plötzlich am Hindukusch „verteidigt“ werden „musste“.

    Gefällt 3 Personen

  3. Mein Hausarzt hat Anfang des Jahres zu mir gesagt, eine Impfpflicht wird’s nicht geben, sie steht quasi vor der Tür!
    Ich verstehe die Naivität und den Normalitätsdrang der Menschen, sie wollen nichts sehen und sie werden auch das aufkommende Unheil nicht sehen, WOLLEN!

    Liebe Gerda, wer mit offenen Augen durch die Welt geht, sieht nicht nur schönes, also bewahren wir uns das Schöne in uns! Anders geht es nicht mehr! Ich verstehe Deine Sorge zu tiefst, denn ich sehe auch Veränderungen, die mich höchst wachsam sein lassen!!!!

    Denke immer daran Du bist nicht alleine und wir sammeln unsere Kräfte, was immer auch kommt!

    Herzliche Grüße
    Babsi

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    • gkazakou schreibt:

      Ja, Babsi, man will nicht sehen, was schmerzt. Ich selbst kämpfe täglich mit mir, ob ich noch hinschauen will. Aber was soll man tun, der Stein fliegt gegen den Kopf, man vermeidet ihn nicht. Heute las ich, dass unsere Regierrung die „Auffrischimpfung“ schon alle 4 Monate „anbieten“ will. Die Impfpflicht soll „zunächst“ für alle Menschen ab 50 sowie für alle Berufstätigen, die mit Menschen in Kontakt kommen, gelten Der „Impfpass“ soll nur noch 5 Monate Gültigkeit haben. Unser MP ist stolz auf seine Pionierrolle in Europa. Die deutsche Regierung braucht dann nur noch hinterherzuziehen, angeblich gezwungenermaßen.

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  4. nandalya schreibt:

    Offensichtlich unbemerkt von der breiten Öffentlichkeit ist schon im März 2020 der Generalarzt Dr. Hans-Ulrich Holtherm zum Leiter der neu aufgestellten Abteilung 6 im Bundesministerium für Gesundheit ernannt worden. Vielleicht wird nun klar, warum die Maßnahmen so ablaufen. Soldaten folgen stets einem Plan. Vielleicht nur ein Gerücht, das ist schwer zu verifizieren, Wieler soll sich völlig auf den General verlassen. Mit diesem Schachzug hat die Regierung vorgesorgt, dass sich die BW nicht gegen sie stellt. Deren Führung ist auf Kurs und übt massiven Druck auf die noch ungeimpften und auch geimpften Soldaten aus. Viele wollen keine, andere nicht noch die dritte Impfung, da sie unter Nebenwirkungen leiden. „Houston, wir haben ein Problem!“

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  5. aquasdemarco schreibt:

    Mir machen die Fackelträger Angst, die vor Häuser demokratisch gewählter Politiker ziehen. Manche Redner die laut Freiheit rufen und im Kopf die Diktatur basteln.

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    • gkazakou schreibt:

      Ich kann solche Fackelträger auch nicht leiden und wünsche keinem, dass sie vor seinem Haus aufmarschieren. Zum Glück funktioniert da der Rechtsstaat noch, und so fürchte ich durchaus nicht, dass sie irgendeine Chance haben, eine Diktatur zu basteln. Höchstens als Vorwand dienen sie, um andere, denen die im Grundgesetz garantierten Freiheiten wirklich ein Anliegen sind, zu diffamieren und mundtot zu machen. Meinst du wirklich, es braucht äußere Zeichen wie Fackelträger, Stiefel und Gebrüll, um eine Diktatur auf den Weg zu bringen? Könnte es nicht sein, dass die moderne Diktatur auf leisen Sohlen und in Maßanzügen daherkommt?
      Ich schaue auf die Veränderungen, die in unserem Leben aufgrund von Regierungsbeschlüssen vor sich gehen. Und frage mich, wohin sie führen. Ich weiß es nicht, aber ich bin höchst besorgt. Wenn du meinst, dass das alles so in Ordnung ist, hast du Glück und einen gesunden Schlaf.

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    • gkazakou schreibt:

      Vielleicht hast du Recht. Das würde mich wirklich sehr erleichtern. Doch denke ich, dass auch du hinsehen solltest, was geschieht. Hinsehen hilft ja manchmal, rechtzeitig Position zu beziehen.

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      • aquasdemarco schreibt:

        Spannend finde ich genau denn Satz, ich solle genau hinsehen, es impliziert ich würde nich genau hinsehen, nicht erkennen, nicht handeln.
        Aber wer, ausser mir weiß es denn schon, du nicht, sie anderen auch nicht😉.
        Auch in 5 Jahren wird es Menschen geben, die ein große Verschwörung einer Elite sehen, einen Untergang der Welt, was auch immer.
        Bis dahin werde ich mich auf die Wintersonnenwende freuen, meinen Espresso genießen, die Natur beobachten etc..

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      • gkazakou schreibt:

        Lieber Aquasdemarco, bezüglich der Vorfreude auf Wintersonnenwende und Vorliebe für Espresso können wir uns schnell einigen. Wärst du hier in der Nähe, könnten wir sehen, ob es uns gelingt, beides zu genießen, ohne uns zu streiten.
        Im übrigen habe ich desen Adventskalender der Schrecken ausdrücklich als einen der schlimmen Nachrichten angekündigt. Wenn er dir den Spaß verdirbt: einfach die Fensterchen zulassen. Okay?

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      • aquasdemarco schreibt:

        Du hast mir nichts verdorben, ich streite auch nicht mit dir, aber interessant das du es denkst.
        Womöglich ist in all den Diskursen das der Knackpunkt, man interpretiert die Dinge so, wie sie für einen passen.
        Ich schließe mich selbst damit ein, auch mir passiert es.
        Damit wir uns nicht missverstehen, ich möchte dich nicht überzeugen, bin in keiner Mission unterwegs, aber ich schreibe meinen Standpunkt, als Kommentar, meine Gedanken.
        Sollten diese dir den Spass verderben, schreib es kurz, dann werde ich meine Gedanken. nicht mehr als Kommentar hier schreiben.

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      • aquasdemarco schreibt:

        In jedem Fall wünsche ich dir eine schöne Adventszeit und einen gelassenen Jahreswechsel.
        Die Rauhnächte bieten die Möglichkeit der persönlichen Innensicht.

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    • gkazakou schreibt:

      Ja, es ist schon merkwürdig, was sich da zusammenfindet und wie die „Frontlinien“ neuerdings verlaufen. Bei der Springerpresse sehe ich allerdings unterschiedliche Tendenzen, mal so mal so. Vielleicht ist es eine Politik, möglichst viele Leser an Bord zu nehmen, vielleicht auch ein Teil der Verwirungsstrategie, die uns alle den Kopf schwirren lässt, so dass es schwer fällt, Freund und Feind der Demokratie zu unterscheiden . Ich versuche, mich täglich der Faktenlage, so weit sie eben erkennbar ist, zu versichern, und daraus meine Schlussfolgerunen zu ziehen.

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    • gkazakou schreibt:

      Welchen Spaß? Im übrigen ist die Kommentarfunktion ja dafür da. Was ich nicht so mag, ist, wenn jemand meint, mich auf meinem eigenen Blog belehren zu müssen. Was die Rauhnächte sind, weiß ich selbst. Kommt Zeit, kommen auch die Rauhnächte.

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  6. aquasdemarco schreibt:

    Wenn du mir sagst wo ich belehrend war wäre es schön.
    Es liegt mir wirklich fern belehrend zu sein.
    Ich hab mir meine Kommentare noch einmal durchgelesen, konnte für mich keine Belehrung rauslesen. * Doch denke ich, dass auch du hinsehen solltest, was geschieht. Hinsehen hilft ja manchmal, rechtzeitig Position zu beziehen.* Meinst du solche Sätze mit Belehrungen?

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