Alltägliches Zeichnen: a) Fernes und Nahes, b) Ein-Linien-Zeichnungen

Gestern stellte ich zwei Väschen auf den runden Tisch der Turmterrasse, um sie zusammen mit der großen Landschaft dahinter zu zeichnen. Zwischen den beiden so unterschiedlichen „Objekten“ – den kleinen Vasen einerseits, der großen Bergwelt  andererseits – befanden sich ein Gitter, durch das die Landschaft hindurchscheint, und links ein Stück Wand.

Vor wenigen Tagen, auf der Zarnata-Burg bei Stavropygio, hatte ich etwas Ähnliches in Angriff genommen: Ein Stück Burgmauer rechts, und eine große Berglandschaft. In beiden Skizzen geht es darum, Nahes und Fernes auf der Fläche zusammenzubinden und die Perspektive möglichst einzuschmelzen.

Heute habe ich Ähnliches, aber auf ganz andere Art versucht. Ich zeichnete einen Hibiskus im Topf und den Aprikosenbaum, ohne den Stift abzusetzen. Dies ist eine Technik, die die Aufmerksamkeit stark auf die Kontur lenkt. Sie wirkt zugleich meditativ, da man sich zeichnend auf den nirgends und niemals unterbrochenen Zusammenhang der Welt einstimmen kann.

Es sind erste Versuche. Ich denke, ich werde sie noch ein wenig ausbauen.

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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17 Antworten zu Alltägliches Zeichnen: a) Fernes und Nahes, b) Ein-Linien-Zeichnungen

  1. Johanna schreibt:

    Das ist eine interessante Idee, mit dem Nichtabsetzen! Möchte ich gerna mal probieren 😊 Die entstandenen Zeichnungen sind prima!

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  2. Gisela Benseler schreibt:

    Das ist Dir gut gelungen. Ich stelle mir das nicht einfach vor, weil der Strich mal zart, mal stark ist im Wechsel.

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  3. kopfundgestalt schreibt:

    Du handelst auf Picassos Spuren, aber ich denke, andere haben es vorher auch schon praktiziert.

    Gefällt 1 Person

  4. Chrinolo schreibt:

    Das habe ich noch nie probiert. Ich stelle es mir sehr schwierig vor … aber DU bist da genial und es macht Freude, deinen Arbeiten zu folgen 🙂

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  5. Tolle Idee mit unerwarteten Effekten!

    Gefällt 1 Person

    • gkazakou schreibt:

      Ich finde vor allem die Erfahrung beim Zeichnen interessant. Aber auch, dass die Bildwirkung so anders ist.

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      • Das kann ich gut nachvollziehen. Ich habe früher dieses Prinzip auch schon mal beim Zeichnen ausgenutzt. Die eindrücklichste Erfahrung war die, dass ich immer schon vorausdenken musste, wie ich auf eine das geplante Bild nicht beeinträchtigende Weise zu einer ganz anderen Stelle kommen könnte – natürlich ohne den Stift abzusetzen.

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  6. Grandios, ohne Absetzen des Stiftes immer weiter zu zeichnen, liebe Gerda.
    Bei dir kommt ein tolles Ergebnis zustande, obwohl es doch sehr anstrengend sein muß.
    Nun hast Du beide zusammen, Hibiskus im Topf und den Aprikosenbaum. Ic wäre nicht mal auf diese Idee gekommen, denn zwischen dem großen natürlichen Aprikosenbaum und dem Hibiskus im Topf ist doch ein erheblicher Unterschied.

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