Ein 3-Farben-Spielchen mit Töppen und Pötten. (Serielles)

Die Töppe und Pötte, die ich heute vormittag so sorgfältig gezeichnet hatte, reizten mich für ein Spielchen. Mir fielen all diese Ovale auf: manche waren Böden, andere Untersetzer oder Gefäß-Öffnungen. Da ritt mich der Teufel: warum nicht die Funktion umdrehen und Untersetzer zu Öffnungen, und Öffnungen zu Böden machen? Ich stapelte also die Töppe übereinander, mal richtig rum, mal auf den Kopf gestellt. Nein, nein, keine Angst, nichts ging kaputt, denn ich stapelte nur auf dem Papier, nicht in der Realität. Links die Originalzeichnung, rechts auf dem Kopf stehend.

Die Originalzeichnung vervielfältigte ich und stapelte sie dann wieder mal so rum, mal auf den Kopf gesstellt.

Sehr ordentlich? Nun, nicht wirklich. Dennoch baute ich versuchsweise ein paar weitere Störungen ein, damit mich die serielle Ordnung nicht erschlägt!

 

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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30 Antworten zu Ein 3-Farben-Spielchen mit Töppen und Pötten. (Serielles)

  1. kunstschaffende schreibt:

    Da hast Du aber gehörig auf den Kopf gestellt! Auch im Chaos steckt eine Ordnung – des Künstlers! 🤔🤗😉🙋

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  2. Gisela Benseler schreibt:

    Ein herrliches Tapetenmuster! dachte ich zuerst. Aber nun das helle Gelb darin!Nun ist es Musik, und zwar eine sehr fröhliche, leichte!💛🌻🌞🌝🌜🌅

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  3. kopfundgestalt schreibt:

    Solche Minimalstrukturen habe ich zufällig in der Schublade.
    Ich finde, auch kleinste Abweichungen können frisch wirken, wenn man nur genau hinguckt.

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    • gkazakou schreibt:

      Ja. Abweichungen sind befreiend und wichtig, das weiß die Natur sehr gut. Ohne Abweichungen würde der ganze Entwiclungselan zum Erliegen kommen. Die meisten Menschen neigen leider, vor allem seit der industriellen Revolution, zur Einförmigkeit, lieben Uniformen, Plattenbauten, genormte Produkte und die gleiche Hecke vor jedem Siedlungshaus. Nur die Armen und die Reichen haben das Privileg der Abweichung: der eine im windschiefen Häuschen, der andere in der vom Stararchitekten entworfenen Villa.

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    • gkazakou schreibt:

      Schreib ich irgendwo was von Abhängigkeiten?Worauf beziehst du dich, Gerhard?

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    • gkazakou schreibt:

      Ja, Einförmigkeit, Gerhard, (nicht: Abhängigkeit). Industrielle Produktion halt, Serie ohne Abweichung im Gegensatz zur Natur, aber auch zur handwerklichen Produktion, wo Abweichungen nicht nur normal, sondern sogar erwünscht waren als persönliche Note. Der Geist der industriellen Produktion, also des Seriellen – das wollte ich sagen – ist in alle Lebensbereiche vorgedrungen, die Tomaten, Hühner und Frauen, Politiker und Automobile, Wohneinheiten, Medikamente und Beziehungen, Weinsorten und Urlaubsreisen etc pp sind heute hochgradig standardisiert, Sogar die Ansichten, meine ich zu bemerken. Wenn ich früher (vor TV und Computer) Unterhaltungen zuhörte, so schien mir, dass jeder selbst dachte und sich seine eigene Weltsicht zusammenbastelte. Heute höre ich meistens wiedergekäute Ansichten, die grad im Schwange sind.

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  4. Ulli schreibt:

    Es gab eine Zeit in der ich vieler solcher seriellen Bilder gestaltete und dabei immer an tapeten oder Stoffmuster dachte, wie heute auch bei dir – fein gespielt, liebe Gerda 🙂
    herzlichst, Ulli

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    • gkazakou schreibt:

      Danke, Ulli. Anscheinend sind etliche von uns grad digital spielend unterwegs (Myriade, du, Petra und Almuth sowieso immer mal wieder,…). Ich finde es gut, es auch bei anderen zu sehen und dabei mein Gefühl zu testen: was macht die digitale Verfremdung mit mir und meinem Sehen? Ich bin zwiespältig, und ich merke, anderen geht es auch so. Einerseits hat man seinen Spaß an den Tricks und Effekten, man kommt auch auf Wege, die man zeichnerisch oder malend schwer erreichen kann, aber es bleibt ein Fragezeichen. Ob du mich wohl verstehst?

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      • Ulli schreibt:

        Liebe Gerda, seit 2008 beschäftige ich mich mit den digitalen Möglichkeiten, viele meiner Bilder hätte es ohne sie nie gegeben. Ich sehe die Digitalkunst als einen Teil der Kunst an, wie auch die Fotografie, im letzten Jahrhundert war letzteres eine Streitfrage in der Kunstwelt, nun ist es die digitale Kunst. Natürlich machen die Programme ihrs, aber dahinter steckt ein Mensch, der solange an den Bildern arbeitet, bis es stimmt. Es werden Ideen verfolgt und umgesetzt. Wie ich schon schrieb, es ist nie nur die Kamera und/oder die App, es ist immer auch der Mensch, der sie benutzt, die Methoden und Möglichkeiten für sich, seinen Blick, seine Emotionen/Gedanken einsetzt.
        Ich hab immer so meine Zeiten, manchmal ist es die pure Fotografie, der ich mich widme, mit dem Anspruch die Atmosphäre des Wahrgenommenen möglichst echt wiederzugeben, dann wieder mag ich die Verfremdungen, die einen speziellen Reiz haben, dann die Fotomontagen, die Collagen von Zeichnungen, Scherenschnitten mit meinen Fotos, alles steht für mich gleichberechtigt nebeneinander.
        Um es kurz zu machen, ich habe kein Fragezeichen 😉
        liebe Grüsse
        Ulli

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    • gkazakou schreibt:

      Gut, so kann man es durchaus sehen. Ich bin ja nun aber mehr mit der klassischen Handarbeit aufgewachsen, also Zeichnen und Malen, dann kamen auch Kleben und Schnipseln und Legen und dieses Fotografieren und die Fotos bearbeiten und Beleuchtung ändern und Materialien mischen … und nun denke ich oft, ich möchte sie auch in Bewegung setzen, aber ach, die Technik zu erlernen und all die Stunden, die es braucht! Und eben das Fragezeichen: ob ich das denn überhaupt so wertschätze wie ein altertümliches Original, das es nur einmal geben kann. Und ob mich nicht eine schlichte Handzeichnung am Ende mehr befriedigt als eine kunstvolle Fotobearbeitung. Ich willl damit kein allgemeines Werturteil abgeben, sondern nur mein ganz persönliches Empfinden ausdrücken, das offenbar einige LeserInnen teilen, denn immer wieder höre ich: das Original gefalle ihnen am besten. Dabei sehen sie das Original ja nicht einmal, sondern wieder nur eine Reproduktion….

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      • Ulli schreibt:

        Ich finde wir können das eine nicht mit dem anderen vergleichen, Zeichnungen und Gemälde gehören für mich in eine andere Kategorie, obwohl ich gerade bei deinen Zeichnungen schon grandiose Bearbeitungen gesehen habe, ein anderes Mal gefällt mir das Original besser…

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  5. Gisela Benseler schreibt:

    Abhängig war der Mensch ja immer? Da bin ich anderer Meinung.

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  6. C’est la dissymétrie qui crée le phenomène (Pierre Curie). Aber um die zu zeigen, muss man erst einmal so etwas wie eine Symmetrie herstellen. Das ist dir sehr gut gelungen!

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  7. Ule Rolff schreibt:

    Klasse, deine Spiele! Ich sehe aber, wie du, dass die konsequente Anwendung einer Regel zu Eintönigkeit, Langeweile führt; sofort bin ich wieder wach, wenn es Brüche gibt. Das Ausbrechen ist eben doch die Aufgabe der Kunst.
    Ist das Ausbrechen nun ein Privileg? Das hängt vielleicht davon ab, auf welchem Gebiet der Ausbruch gewagt wird. Und mit welchen Mitteln. Oft habe ich aber das Gefühl, dass Menschen ihre gewohnten Muster gar nicht durchbrechen wollen, es ist so schön vorhersehbar, bequem und kuschelig in der Ordnung.
    Deinen Zwiespalt bei der Anwendung von digitalen Automatiken kann ich gut nachvollziehen, die empfinde ich ebenfalls und vor allem beim Einsatz von solchen Prozeduren, die wie eine black box daherkommen. Besser geht es mir, wenn ich selber die einzelnen Parameter wie Helligkeit, Kontraste etc bestimme. Da habe ich stärker das Gefühl zu wissen und selbst zu bestimmen, was ich tue.

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  8. tontoeppe schreibt:

    Töppe und Pötte gefallen mir thematisch natürlich immer sehr… ganz fein ist hier Deine Umsetzung, liebe Gerda!

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  9. Gisela Benseler schreibt:

    Entsch8uldigung! Es fehlt, glaube ich , doch kein Kommentar von mir. Habe ihn weiter unten wiedergefunden.

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  10. www.wortbehagen.de.index.php schreibt:

    Ach, wie schön, das Ergebnis Deiner umgedrehten Töppe und Pötte und je unruhiger es wurde, um so mehr die Ornung durchbrochen wurde, um so besser und interesssanter wurde Deine Serie.
    Wie ein feines Stoffmuster oder auch ein Geschenkpapier oder aber ein Plakat mit Werbung für ein bestimmtes Produkt. z.B. mit Eis am Stiel in verschiedenen Formen und Farben oder Eis in der Waffel, mit Eissorten in allen Farben könnte ich es mir auch gut vorstellen, Gerda!

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  11. Pingback: Kaffeepause – Nix Als Töppe – TonTöppe

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