Wohnungswinkel: Wahlzettel-Zeichnung No. 4 („Wahllokal“)

Ein schräger Blick vom Gäste-Zimmer durch mein Arbeitszimmer zum Flur war das Motiv für meine vierte Stimmzettel-Zeichnung. Ich suchte eine Weile, bis ich einen Ausschnitt der Wohnung fand, der einiges Interesse für das Extremformat der Stimmzettel hatte. Überall schnitt die  Zimmerdecke meinen Höhenflug ab.

Hier nun das Wahllokal, dekoriert auch mit der vierten Zeichnung.

„Wahllokal“, Vier Zeichnungen auf Wahlzetteln, digitale Galerie. 2019-05-28

In der Vergrößerung sieht man, dass die dicken Buchstaben der umseitigen Liste diesmal durchscheinen.

 

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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22 Antworten zu Wohnungswinkel: Wahlzettel-Zeichnung No. 4 („Wahllokal“)

  1. pflanzwas schreibt:

    Toll finde ich auch deine Verschachtelungen bei den Zeichnungen. Das geht immer sehr gekonnt in die Tiefe. Es zieht einen richtig in die Zeichnungen rein. Du machst mit deinen Arbeiten jedenfalls Lust, den Stift in die Hand zu nehmen.

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  2. sabeth47 schreibt:

    Toll, was du aus diesem Format machst! Und toll, was dies Format hergibt!

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  3. wechselweib schreibt:

    Die Zeichnungen und das Format haben igren ganz eigenen Charme.

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  4. Silberperlen schreibt:

    Echt umweltfreundlich – ich nutze auch oft die Rückseiten des Papiers beim Malen.

    Deine Bilder und Zeichnungen sprechen mich sehr an.

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  5. kowkla123 schreibt:

    liebe Gerda, wieder mal herzliche Grüße von der Müritz von mir an dich, Klaus

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  6. Random Randomsen schreibt:

    Diese Serie gefällt mir. 🙂 Für dich als Zeichnerin ist dieses „Türspalt-Format“ natürlich eine Herausforderung, weil dieser schmale Blickwinkel ja nur auf dem Papier besteht. Aber für mich als Betrachter ergibt sich eine Tiefenwirkung, ein Raumgefühl, wie es andere Formate kaum bieten können. Dies wird nur schon bei den halbierten Zeichnungen deutlich. Obwohl die ja auch noch recht hochformatig sind, nimmt die Tiefenwirkung erheblich ab.
    Ich mag auch die feine Ironie, die hier versteckt ist. Wahlzettel, die eine echte Perspektive bieten, findet man ja nicht alle Tage… 😉

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  7. gerda kazakou schreibt:

    Normalerweise wählt man ja das kleinere Übel. Eine kleine listige Wortspielerei meinerseits, um mal andere Listen zur Wahl zu stellen, und positive Wahlmöglichkeiten zu schaffen.

    Was du über die Perspektive sagst, finde ich interessant. Die Verengung des Blickwinkels schafft notwendigerweise Tiefenwirkung (?)

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    • Random Randomsen schreibt:

      Das ist ja auch ein Beispiel, das durchaus zu denken geben darf. Im Klartext heißt das ja: man hat in der Demokratie immer eine Wahl – nur gilt es manchmal, sehr kreativ zu sein. 😀

      Für mein Empfinden besteht diese Tiefenwirkung jedenfalls bei allen vier Bildern. Das mag zum Teil an der Wahl der Motive liegen, die ja auf das spezielle Format Rücksicht nimmt. So ist, nicht unerwartet, die Tiefenwirkung beim zweiten Bild besonders ausgeprägt. Sie ist aber eben bei allen vier Bildern bemerkenswert. Mir scheint, als würde das Format dazu animieren, sich ganz automatisch eine räumliche Fortsetzung vorzustellen.

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      • gerda kazakou schreibt:

        Auch in der Diktatur hat man Wahlmöglichkeiten, was die Verwendung von Wahlzetteln angeht 😉
        Die Tiefenwirkung hat, denke ich, vor allem damit zu tun, dass ich sie angestrebt habe und dies durch allerlei das Auge führende Linien unterstütze. Denn eigentlich ist dieses Format der Perspektive nicht hold. Es ist zB viel naheliegender, einen blühenden Zweig oder einen hochragenden Baum über die ganze Fläche zu verteilen, auch hochragende Felsen, große Menschen eignen sich, und für perspektivische Zeichnungen breitere Formate zu nutzen. Ich nutze nun diese Spannung zwischen Erwartung und Realisierung aus, was zu einem Überraschungseffekt führt ….

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      • Random Randomsen schreibt:

        Auch so ist es ein Beispiel, das zu denken geben darf, da es in verschiedenen Lebensbereichen seine Gültigkeit hat. Auch wenn die Gegebenheiten ungünstig sind. Sie sind, wie sie sind – und es gilt, damit umzugehen. Hier eben, indem aus der Not (der Perspektive abträgliches Format) eine Tugend (Überraschungseffekt) gemacht wurde.
        Ich habe inzwischen mit einigen Bildern aus dem Netz experimentiert und jeweils einen Ausschnitt von ähnlich schmalem Hochformat ausgeschnitten. Es ist ganz interessant, was dabei mit der perspektivischen Wahrnehmung geschieht (oder, je nachdem, eben nicht).

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      • gerda kazakou schreibt:

        es freut mich sehr, wenn meine Experimente zu eigenen Experimenten anregen. Es würde mich interessieren, was du für dich herausgefunden hast, Random.

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      • Random Randomsen schreibt:

        Das kann ich gerne in aller Kürze erzählen. Ich habe im Netz einige Gemälde ausgewählt, die von der Perspektive irgendwie interessant wirkten. Bei einem Bild mit einer Allee im Zentrum wirkt diese Allee im Extrahochformat einfach länger, ohne dass ansonsten ein verändertes Raumgefühl entstünde. Bei einem Bild mit einer Promenade im Vordergrund, einem quer durchs Bild verlaufenden Fluss und Gebäuden am diesseitigen Ufer wirken diese Gebäude im Ausschnitt deutlich weiter entfernt. Interessant ist dabei allerdings, dass auch ein Gefühl größerer Weite entsteht. Obwohl man primär einfach eine größere Distanz zum jenseitigen Ufer wahrnimmt, rechnet sich das Gehirn folgerichtig einen breiteren Fluss und damit eine offenere Szenerie aus. Beim einem Bild mit einem Wohnraum entsteht der typische Türspalt-Effekt (wie es ihn auch schon bei deinen Zeichnungen gab). D.h. man fühlt den Raum mit, obwohl man nur einen Ausschnitt sieht. Wohl deshalb, weil man aus Erfahrung weiß, dass Wohnräume häufig etwas größer sind als das, was man durch den Türspalt erkennt. 🙂
        All dies entspricht wohl den üblichen Gesetzmäßigkeiten unserer Wahrnehmung. Aber so im direkten Vergleich Ausschnitt/ganzes Bild ist die Erfahrung doch eher verblüffend. 🙂

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      • gerda kazakou schreibt:

        Sehr interessant, Random! Ich werde es für mich selbst auch mal ausprobieren. Besonders was du über das Gefühl größerer Entfernung und Weite sagst, finde ich spannend. Vielleicht ist es wie bei Bergen: wenn man Berge in ihrer breiten Lagerung naturgemäßig darstellt, wirken sie zu niedrig. Um ihre Höhe und die steilen Hänge nachfühlbar zu machen, muss man einen engeren Ausschnitt wählen, so dass der Berg naherückt und das Blatt bis fast oben füllt. Wir setzen also anscheinend Breite und Höhe automatisch in ein Verhältnis und ziehen aus diesem Verhältnis unsere Schlüsse: Der querfließende Fluss ist quasi „breiter“ (höher), wenn der Bildausschnitt schmaler ist. Was ein liegendes schmales Band war, wird ein aufrecht stehendes Rechteck

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      • Random Randomsen schreibt:

        Ja, da läuft offenbar ein automatischer Prozess ab, der das Verhältnis Breite/Höhe und Erfahrungswerte berücksichtigt. Es gibt ja auch diese optischen Tricks, bei denen ein immer gleich langer Strich unterschiedlich lang wirkt. Aber das hier ist komplexer, weil das Bildmotiv (und unsere Erfahrungen damit) eben auch eine Rolle spielt.

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  8. www.wortbehagen.de.index.php schreibt:

    Sie sind wundervoll, allesamt, Deine Wahlzettelzeichnungen, liebe Gerda.
    Ich sehe sie auch, die dickeren Buchstaben des Wahlzettels, aber sie stören nicht, sie wirken wie eine Absichtlichkeit, eine Besonderheit, die dem Künstler wichtig war *lächel*

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  9. www.wortbehagen.de.index.php schreibt:

    So ist es, im Gegenteil, sie zeigen diese Besonderheit!

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