Mit weichem Bleistift: afrikanischer Krieger, Stämme, Koralle und Muschelkalk

Skulptur und Natur. Gestern und heute zum Vergleich

Die schwarze hölzerne Skulptur eines afrikanischen Kriegers hatte ich heute den ganzen Tag im Sinn. Am späten Nachmittag zeichnete ich auf dem windigen Balkon zwei Stämme einer palmenartigen Pflanze  (wie heißt sie bloß?). Drinnen ging es dann weiter mit dem Krieger und seinen Schatten. In den linken Vordergrund setzte ich das bootsförmige Blatt vom Feigenkaktus. Die leere linke Bildhälfte füllte ich mit demselben Pinienzweig wie gestern.

Doch das Ergebnis befriedigte mich nicht wirklich. Die Figur war mir zu dunkel, der Pinienzweig zu lieblos gezeichnet, die Teile verbanden sich nicht miteinander und das Ganze war mir zu statisch.

Also radierte ich den Zweig, so gut es ging, wieder aus, reduzierte auch die Schwärze der Figur. Und besann mich auf den Inhalt meines Blattbootes: winzige Korallen, eine Muschel, flache dünne Scheiben aus Muschelkalk, das Bruchstück eines Gesteins. Stück um Stück zeichnete sie rund um die Figur.

Mir gefällt es so trotz der Radierspuren besser, denn die Kontraste sind weniger hart, die Teile verbinden sich gut und die Figur hat nun einen magischen Nimbus. Wie geht es dir damit?

Hier noch mal die beiden Versionen zum Vergleich:

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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27 Antworten zu Mit weichem Bleistift: afrikanischer Krieger, Stämme, Koralle und Muschelkalk

  1. mmandarin schreibt:

    Wunderbar deine Experimente, hat bestimmt Freude gemacht, oder?

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  2. Ulli schreibt:

    Ich kann gerade leider nicht liken?!?
    Zu mir spricht das erste Bild mehr, das Statische passt in meinen Augen besser zur Skulptur, andererseits wird im zweiten Bild die Starre aufgelöst und vielleicht tut dies ja einem Krieger ganz gut?
    herzliche Grüße, Ulli

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    • gkazakou schreibt:

      Man kann im Reader liken, habe ich herausgefunden.
      Der Krieger ähnelt in diesem Fall mehr einem Wächter, finde ich. Was mich in der ersten Version stört, ist das Ungleichgewicht zwischen links und rechts. Die Figur ist auch zu dunkel und unverbunden.

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    • gkazakou schreibt:

      so ist es, und ich finde das ärgerlich. Red Sky… hat es zuerst erwähnt und bei wp-Kunderndienst moniert. Seither sind viele Seiten von dem Übel befallen ….Zu dumm denn ich lese eigentlich nicht im Reader.

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      • Ulli schreibt:

        Ja, ich finde das auch ärgerlich. Ich habe heute gelesen, dass es Vielen so geht, ist aber auch nur ein schwacher Trost! Allerdings gab es dieses Phänomen schon einmal, kann man nur hoffen, dass wp an der Lösung des Problem dran ist!

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  3. lieberlebenblog schreibt:

    Mein Eindruck: die erste Version erscheint dokumentarischer, die zweite mystischer … Dabei stimme ich Ulli zu: die erste spricht mich tatsächlich auch mehr an, obwohl ich deinen Zweifel verstehe (Unausgewogenheit rechte/linke Seite). Fazit: beide haben was für sich 😀

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  4. lieberlebenblog schreibt:

    Ach, nimm‘s doch wie das Leben: die Spannung liegt im Nicht-Perfekten 😉

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  5. Andrea schreibt:

    Afrikanische Figuren sind etwas Schönes, toll, dass du damit experimentierst. Ich mag auch das Weiche lieber, obwohl das Kontrastreiche hatte auch etwas für sich. Insgesamt finde ich die gesamte Zeichnung sehr gelungen. Liebe Grüße

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  6. kowkla123 schreibt:

    immer wieder schön, Winter-Frühling, was denn nun? Klaus

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  7. Susanne Haun schreibt:

    Liebe Gerda, ich mag die weicheren Übergänge auch lieber. Generell gefallen mir die Arbeiten sehr gut. Du weisst ja, ich bin eine Freundin solcher Arrangements. Liebe Grüße sendet dir Susanne

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    • gkazakou schreibt:

      Danke, Susanne, in gewisser Weise stehst du grad Pate bei dieser neuen Reihe. Ich hatte das Zeichnen nach der Natur sehr lange vernachlässigt und im letzten Winter dann langsam wieder angefangen. Bei deinem Opliten hat es dann Klick gemacht, aber noch sind es halt vor allem Übungen, ist es ein Warmlaufen. Mal sehen, wie ich es am Ende umsetze.

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      • Susanne Haun schreibt:

        Das freut mich sehr, liebe Gerda. Im Moment geniesse ich es, aus dem Fenster zu schauen und den blauen Himmel zu sehen, eine Tasse Kaffee zu trinken und ein wenig zu pausieren. Ansonsten bringe ich mein Atelier für die Gäste des Salons in Ordnung – sortiere hier und dort und schwinge den Staublappen.
        Sicher komme ich dazu, nachher meine Affenskizzen und Fotos umzusetzen.
        Liebe Grüße von Susanne

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    • gkazakou schreibt:

      Das klingt angenehm entstresst, Susanne. Ich wünsche dir eine schöne Woche und guten Erfolg mit dem Salon.

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  8. www.wortbehagen.de schreibt:

    Zuerst zitterte ich um B6, liebe Gerda, aber dann sah ich immer wieder hin und her und verglich und am Ende stellte ich fest, Deine letzte Version ist wirklich die ansprechendste für mich.
    Was mir auch sehr gut gefällt ist das Foto mit den Modellen der ersten Version. Es ist aschlicht und schön, unaufdringlich und beeindruckend zur gleichen Zeit

    Liebe Grüße zum Morgen

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    • gkazakou schreibt:

      O, da bin ich aber froh, dass du nun nicht mehr zittern musst, liebe Bruni 😉 und meine Entscheidung nachvollziehen kannst. Die Fotos von den Arrangements finde ich ebenfalls sehr interessant. Ich mache sie ja nach dem Zeichnen, nicht vorher, um mich nicht vom Foto, sondern von dem, was ich mit den augen sehe, leiten zu lassen. Da das Licht oft mangelhaft und meine Augen auch nicht mehr so gut sind, hole ich mir die Einzelteile beim Zeichnen näher heran und stelle dann auf der Zeichnung neue Beziehungen her.

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  9. www.wortbehagen.de schreibt:

    *g*, ich habe aufgehört mit dem Zittern! Deine Herangehensweise kann ich gut nachvollziehen.
    So sieht das Auge die Zusammenhänge, der Blick schärft sich und plötzlich weißt Du, wie es sich für Dich richtig anfühlt.

    Aber wie wär´s mit Brille, liebe Gerda? Seit ca. 20 Jahren habe ich eine auf der Nase und möchte sie nicht mehr missen.

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  10. ernstblumenstein schreibt:

    Auch ich finde die weichere Version interessanter. Danke für deinen informativen und spannenden Einblick in deine Arbeitsweise.

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  11. gann uma schreibt:

    Ich glaube, ohne das Fußpodest hätte er mehr Bezug zu seiner Umgebung.

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    • gkazakou schreibt:

      Das mag schon sein, danke für den Hinweis. Doch will ich in dieser Phase die Gegenstände abbilden, wie ich sie sehe. In einer späteren Phase hoffe ich, daraus neue Bilder zu schaffen, die nicht am Gegenstand kleben. Da bin ich grad noch nicht.

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