„Mutter und Kind“

Während ich noch grübele, ob ich mich erneut dem Thema „p wie paidia“ (Erziehung) zuwenden oder erst mal den nächsten Buchstaben im Alphabet anpeilen soll – „r wie rizes“ (Wurzeln), zeige ich dir eine alte Zeichnung  von einer Skulptur. Die brachte mein Mann vor Jahren aus Afrika mit. Ich hob seinen Koffer an und fragte: „Sag mal, hast du Steine aus Afrika mitgebracht?“

Ja, hatte er. Ein afrikanischer Künstler hat diese Skulptur gemacht. Ich kenne seinen Namen nicht und weiß auch nicht, wie der Stein heißt, aus dem er herausgehauen und anschließend sehr glatt poliert wurde. Aber ich finde, sie passt ins Alphabet: Mutter und Kind zwischen Erziehung und Wurzeln.

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Gezeichnet habe ich nach dem Original, aber ich stelle hier zum Vergleich Fotos mit ein. Wie man sieht, ist mir das Kind zu groß geraten. Oder ich habe eine andere Perspektive gewählt.

Ein in Griechenland sehr bekannter und von mir hoch geschätzter Maler, Chronis Botsoglou, hat dasselbe Thema bearbeitet. Immer wieder malte er sich selbst als erwachsener Mann mit der alten Mutter. Er benutzte dafür große Bögen aus Aquarellpapier. Ich sah eines dieser Bilder (hinter Glas) im November 2016 in einer Ausstellung und fotografierte es, so gut ich konnte.

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About gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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22 Responses to „Mutter und Kind“

  1. Avatar von teggytiggs teggytiggs sagt:

    …interessant, dass bei allen Arbeiten hier das Kind unterhalb der Mutter gezeigt wird…in dem Buch „Die Wolfsfrau“ von Clarissa Pinkola Estes gibt es eine Geschichte, ich glaube, es war ein Traum der Autorin, in dem sie auf den Schultern ihrer Mutter steht, diese auf den Schultern ihrer Großmutter und immer so weiter…ich fand das ein eindrucksvolles Bild…

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  2. Avatar von Ulli Ulli sagt:

    Mutter und Kind – zwischen Erziehung und Wurzel – das allein schon klingt spannend und löst Gedanken aus, so wie die Betrachtung der Skulptur und des Bildes zu Assoziationen führen.
    Liebe Gerda, ich weiss ja, dass du mit dem „P“ nicht ganz zufrieden warst, aber vielleicht ist das ja nun der Raum und die Möglichkeit all das zu benennen, was dir bei „P“ nicht gelungen ist oder dir unzureichend erscheint. Ich kann dich nur ermutigen, einfach hier weiter zu machen, später, wenn du (und auch ich meins) das Ganze noch einmal überarbeitest gibt es noch immer Möglichkeiten der Verfeinerungen und Vertiefungen.
    Mein Kranksein betrifft ja nicht meinen Kopf, sodass ich im Hintergrund fleissig am Alphabet arbeite, noch muss ich einiges einpflegen, darzustellen sind jetzt noch Y und Z. Jetzt, wo ich mich dem Ende (wenigstens in meiner Kladde) nähere, sehe ich einen grossen Bogen, wo eins zum anderen gehört, es nährt, unterstützt oder trägt. Es ist äusserst wohltuend all das einmal auszuformulieren. Ich hoffe dir geht es ähnlich.
    Und warum diese Eile? Nun, ab 02.02. ist wieder eine Blogpause, bis dahin hätte ich zum einen gerne das Alpabet abgeschlossen und zum anderen wäre es rund, sodass wir genügend Material haben, um daran von Angesicht zu Angesicht weiter zu arbeiten.
    herzliche Abendgrüsse
    Ulli

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  3. Avatar von Myriade Myriade sagt:

    Das Bild gefällt mir sehr, sehr gut. Wie schön, dass mir immer wieder MalerInnen über den Weg laufen, die ich noch nicht kannte

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  4. Avatar von gkazakou gkazakou sagt:

    Danke teggytiggs, ich freu mich, dass dir die ungewöhnliche Anordnung von Mutter und Kind aufgefallen ist. Es ist der Grund, warum ich die beiden ganz unterschiedlichen Kunstwerke in einem Beitrag zeige. ich finde auch Alter und Größe des Kinderkopfes ungewöhnlich. Wer, fragt man sich, ist hier die Wurzel? Einfacher zu verstehen ist das Bild von den Nachgeborenen auf den Schultern der Ahnen. LG

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    • Avatar von teggytiggs teggytiggs sagt:

      …ja, richtig, aber wir lernen ja auch von den Kindern und Enkeln, die nach uns kommen und, Kinder nehmen mitunter Stellungen ein, die vor ihnen Geborene inne hatten, sie füllen Räume dort, wo sie im Familiensystem gebraucht werden, so kann schon mal die Mutter auf dem Kopf des Sohnes stehen…

      liebe Grüße!

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      • Avatar von gkazakou gkazakou sagt:

        Du hast recht, ‚Kinder nehmen mitunter Stellungen ein, die vor ihnen Geborene inne hatten, sie füllen Räume dort, wo sie im Familiensystem gebraucht werden‘, Besonders gesund ist das freilich nicht, es führt in der Regel zu Komplikationen anstatt zu Lösungen. Mir scheint aber in diesen beiden Kunstwerken eher die lebenslange Abhängigkeit des Mannes von der Mutter dargestellt zu sein, ein Thema, das in Griechenland viele jüngere Frauen quält. LG dir!

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  5. Gute Reise nach Athen und eine schöne Zeit wünsche ich Dir liebe Gerda! Freue mich schon auf die nächsten Buchstaben!

    ❤Grüße Babsi

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  6. Avatar von Gazelle3 afrikafrau sagt:

    wieder finde ich Anregung und Inspiration, neuen Gedanken zu folgen über dein
    Thema, und Afrika….andere Familienstrukturen und Einstellung zu dem Thema “ Mutter…Kind…usw. Fruchtbarkeitssymbole etc……

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  7. Avatar von Susanne Haun Susanne Haun sagt:

    Guten Morgen, Gerda, zu diesem Thema gibt es auch gerade ein Artikel in der Kunstforum International http://www.kunstforum.de/lesen/artikel.aspx?a=243017 . Vielleicht interessiert er dich.
    Eine spannende Skulptur, ich mag das gekapselte der beiden Figuren, dass du auch sehr gut in deine Zeichnung eingebaut hast.
    Liebe Grüße sendet dir Susanne

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    • Avatar von gkazakou gkazakou sagt:

      danke Susanne! ich schau mal nach!

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    • Avatar von gkazakou gkazakou sagt:

      Danke für den interessanten link. Ich habe dort auch den Namen Thomas Bayrle, Freund aus Frankfurter Kinderladen-Tagen, gesehen; von dessen Werken wir zwei an der Wand hängen haben. Dass er einen Maler-Vater hatte, wusste ich freilich nicht. Vermutlich haben wir ihn nie danach gefragt. Er war damals noch nicht sehr bekannt, und so interessierten wir uns für sein Werk und seine Person, nicht für seine Vorfahren. Mir fielen noch andere Künstler wie Picasso und Giacometti ein, die ebenfalls Maler zu Vätern hatten. lch halte es eigentich eher für normal, dass Künstler – Maler, Musiker, Schauspieler, Schriftsteller etc – aus künstlerisch bemühten oder tätigen Elternhäusern stammen. Denn sonst ist der Start arg schwer.
      Bei uns Zuhause hingen die guten traditionellen Aquarelle des Vaters, des Onkels und eines Hausfreundes an den Wänden, und sicher hat das den Boden für Weiteres bereitet.

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      • Avatar von Susanne Haun Susanne Haun sagt:

        Liebe Gerda,
        ja, es ist viel schwerer als Künstlerin zu arbeiten, wenn man aus keiner Künstlerfamilie kommt. Es half jedoch, dass meine Eltern selbstständig waren. Meine Eltern waren nichtsdestotrotz ziemlich fassungslos über meine Entscheidung, als Künstlerin zu arbeiten. Aber beide haben es nach etwas vergangener Zeit respektiert und sind / waren stolz auf mich.

        Die Welt ist doch klein, ich finde es klasse, dass du im Artikel einen Bekannten „wiedergetroffen“ und noch dazu den Bezug an der Wand zu hängen hast.
        Einen schönen Restsonntagabend wünscht dir Susanne

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