Absurdes Theater

img_8814 Ich fühl mich grad ziemlich absurd.

Und um zu verstehen, wie ich mich „eigentlich“ fühle, schaute ich im Netz nach und fand:

lateinisch absurdus, eigentlich = unrein klingend, zusammengezogen aus: absonus = misstönend und surdus = taub; nicht verstehend

 

Kommt mir alles absurd vor,  weil ich nichts verstehe – ich bin  tatsächlich ziemlich surdus/taub –  oder liegt die Absurdität in den Geschehnissen selbst, die absonus/misstönend klingen? Ach, morgen sind die sogenannten Jahrhundertwahlen in dem Land, das alle Mittel zur Zerstörung der Welt in Händen hält. Das wird der Grund sein, warum ich mich heute so bodenlos fühle…..

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Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, events, Katastrophe, Leben, Legearbeiten, Meine Kunst, Psyche abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

21 Antworten zu Absurdes Theater

  1. Ulli schreibt:

    Mir graut auch vor morgen, liebe Gerda, gleichzeitig höre ich immer mal wieder Leute sagen, vielleicht wäre es ja ganz gut, wenn er gewinnt, damit die Menschen dann begreifen, dass es so nicht geht … aber das haut für mich nicht ganz hin, wir dachten es schon einmal bei Strauß und es hat nicht wirklich funktioniert, dass mehr Menschen bewusster geworden wären … beten wir … ?!

    Deine Collagen sind gerade in ihrer Absurdität, ihren Widersprüchlichkeiten großartige Spiegel, die Figuren fallen nicht auseinander, sie vereinen archaisches mit modernem, bilden ein neues Ganzes, gerade so, wie ich es mir immer wünsche.

    Populismus, Dummheit, Rassismus und Sexismus dürfen nicht siegen!!!

    Sinnierende Abendgrüße an dich
    Ulli

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    • gkazakou schreibt:

      Liebe Ulli, wenn es so einfach wäre, würde ich mich nicht so bodenlos fühlen (und mit mir halb Amerika). Die eine Seite lässt sich leicht beschreiben (du tust es), die andere aber? Da wird es verdammt kompliziert. Da kommt mir in den Sinn: Krieg, Imprerialismus, Wallstreet dürfen nicht siegen. Ich kann nicht wünschen, dass Mme C siegt – denn sie ist die härteste Kriegerin, die ich mir vorstellen kann. Als Europäerin wünsche ich ihre Niederlage. O weh. An welcher Weichenstellung befindet sich die Welt? Wenn ich auch nur den Funken einer Ahnung, wenn ich nur eine kleine Hoffnung, wenn ich nur ein wenig Zuversicht hätte, dass der Menschheit nicht eine fürchterliche Kaltfront ins Haus steht, gegen die die grad in Deutschland eingezogene ein Klacks ist! „Gott behüt“. Und Gute Nacht.

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      • Christiane schreibt:

        Das fürchte ich auch.

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      • gkazakou schreibt:

        Was von allem fürchtest du, Christiane, mehr ???

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      • Christiane schreibt:

        Ich fürchte (Profit-) Gier und Beschränktheit und Machtstreben, das über Leichen geht. Ich fürchte den Verlust von Achtung und Respekt gegenüber allem, was anders ist und anders denkt. Und ich sehe das überhaupt nicht auf einer Seite in diesem Wahlkampf beschränkt. Das ist die buchstäbliche Wahl zwischen Pest und Cholera.
        Deine „Kaltfront“ trifft es ganz gut. Was da kommt, betrifft die ganze Welt, nicht nur Amerika, so oder so.

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      • Ulli schreibt:

        guten Morgen liebe Gerda, ich lebe ja daheim nur mit Radio, hier, bei meiner Tochter, schaute ich gestern TV- mein Gott, wie naiv ich doch oft bin!
        Dass die Welt sehr komplex ist, ist mir bewusst, aber wie sehr sie schon eine Richtung eingeschlagen hat, die ich einfach nur zum Fürchten finde, wird mir mit Bildern klarer …
        bin gerade abgelenkt, der Kleine will seine Unterhaltung, soll er kriegen, ich melde mich später nochmal …
        liebe Grüße
        Ulli

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  2. mmandarin schreibt:

    Mir ist auch ganz bang und es mangelt mir an Zuversicht. Ich muss hier wo ich bin oft an dich denken. Das ganze Haus voller Eulen. Ich mach gerade eine kleine Minikur in Bad Salzuflen und wohne im Haus Uhlenhof. Seit zwei Monaten plagt mich ein zäher Husten. Vielleicht nimmt mir die politische Großwetterlage die Luft zum Atmen. Uli schlug vor zu beten. Vielleicht hat sie recht. Ich versuche es und bitte den Kosmos um Hilfe. Zu kirchlichen Institutionen habe ich kein Vertrauen. Liebe Grüße aus dem Eulenhof, Marie

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    • gkazakou schreibt:

      Liebe Marie, irgendwie scheinen grad viele in ein Loch der Zuversicht gefallen zu sein. Ich habe mich heute morgen einigermaßen wieder aufgerappelt, bin aber noch recht wacklig, übe mich darin, nur Gutes über alles und jeden und auch über mich selbst zu denken. Keine vorgreifende Panik mehr, sage ich zu mir. Ruhig, gelassen bleiben und tun, was zu tun ist. Eulenweisheit😉

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    • gkazakou schreibt:

      schau doch mal bei Karfunkelfee vorbei https://karfunkelfee.wordpress.com/2016/11/07/vangelis-la-petite-fille-de-la-mer/, es wird dich aufmuntern.

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    • Ulli schreibt:

      Mit kirchlichen Institutionen habe ich auch nix am Hut, aber ich bete …
      dir eine gute Besserung und zuversichtliche Gedanken …
      herzlichst
      Ulli

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      • gkazakou schreibt:

        Liebe Ulli, ich weiß jetzt gar nicht, wie der Kommentarstrang dies hier platziert. Will auch gar nicht viel sagen, nur: wie gut sich für mich anfühlt, was du da schreibst über das Leben, das du führst oder führen möchtest. und dich nicht mehr abbringen lassen willst davon. Es fühlt sich so gut an, und ich möchte dies Gefühl nicht vergiften durch „vorgreifende Panik“. Rückgreifend aber lassen sich die Verhältnisse nicht wirklich ausblenden. Ich habe deshalb deine Lessing-Besprechung zwar nicht reblogged, aber sie in meinen letzten Beitrag mit aufgenommen.

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      • Ulli schreibt:

        Wie ich es schrieb: ich habe auch Ängste und gerate manchmal in Panik, traue den Menschen nicht wirklich über den Weg, gerade wegen der Vergangenheit und doch scheint es eben nur diesen Weg (für mich) zu geben, den des Friedens, des Miteinanders und der liebenden Güte … puh … und ich bin nur auf dem Weg, sonst nix-

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  3. Monika schreibt:

    Das was Kommt, können wir nicht verhindern. Das was Ist, nicht halten. Das was War, lässt uns vergleichen. Noch gibt es kein einheitliches Denken und Handeln. Ich empfinde es als gut, da geistiges Leben Vielfalt bedarf, um sich zu gestalten.
    LG.Monika

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    • gkazakou schreibt:

      „Das war kommt, können wir nicht verhindern“ – schreibst du, liebe Monika. Wollen, sollen wir es denn verhindern? Oder sollen, müssen wir es gestalten? LG Gerda

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      • Ulli schreibt:

        So, jetzt noch einmal in aller Ruhe … ich habe mich entschieden hier weiter zu kommentieren und nicht auf „Shikasta“ … als ich heute Morgen mit dem Kleinen knetete und Legotürme baute, dabei die noch grünen Blätter an der Linde betrachtete, dachte ich, dass dies genau die Schere in meinem Kopf ist, immer und immer wieder: schaue ich nur auf mein kleines, persönliches Leben kann ich so voller Zuversicht und Hingabe sein, sehe die Schönheit des Lebens, lebe die Freude, füttere die Liebe und den Frieden und lasse die Phantasie spielen … aber ich lebe eben nicht isoliert in meiner kleiner Welt, bin Teil auch dessen, was ich „Wahnsinn“ nenne- Amerika macht es gerade mal wieder vor, es gibt in dem Sinne keine Wahl, ich will weder die Eine, den Anderen schon einmal gar nicht- ich will aber auch nicht zurück in die Lähmung von Hilflosigkeit und Resignation, ich will die Welt gestalten, will ein kleiner Teil von all denen sein, die Alternativen zeigen, lehren und leben, will weiterhin den Frieden und das Miteinander füttern und will auch nicht alles verdammen, was es an Errungenschaften der Zivilisation gibt.
        Ein lustvolles Leben will ich leben, und gleichzeitig will ich meine Gedanken tiefer und weiter werden lassen, will mich bilden, bis ich die Augen schließe und ich bin nicht bereit die Panik, die ich manchmal spüre weit werden zu lassen. Ich schrieb es in den Artikeln zum mutigen Träumen: es ist der Weg der kleinen Schritte, auch wenn ich in manchen Stimmungen meine, dass sie zu kurz geraten gegenüber den Riesenschritten im Umbau der Welt, lasse ich mich jetzt nicht mehr länger irritieren, ich gehe diesen Weg weiter und wenn zwischendurch die Angst oder die Panik nagen, dann höre ich ihnen zu. Ich weiß, dass ich nicht alleine bin und selbst wenn ich die Entwicklung hin zu einer besseren Welt nicht mehr erlbe, dann will ich wenigstens im Moment des Sterbens denken und spüren dürfen, dass ich Samen in die Welt gestreut habe, die irgendwann erblühen werden …

        An sich ist das Thema viel zu groß für einen Kommentarstrang, aber nun ist es so und ich denke, dass du weißt, was ich meine …

        Ich bin auf deine Bilder sehr gespannt, vielleicht konnte ich nun mit meinem zwei winzige Samen auf dein Zeichenblatt streuen …

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      • Monika schreibt:

        Wenn ich eine Alternative zur Katastrophe hätte, dann würde Verhinderung (das Aufbringen aller Kräfte und Mittel) Sinn machen. Ansonsten, plädiere ich auf Einsicht. Eine Gestaltungsform, die durch das vergleichbare Abwägen der Argumente, zu einem neuen, vertretbaren Ergebnis führt.
        Monika

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    • gkazakou schreibt:

      Einsicht. Abwägen. Eine kluge Form des Gestaltens wäre das freilich. LG Gerda

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  4. mmandarin schreibt:

    Da fällt mir der alte Zenspruch ein, den ich immer so gerne zitire, „sorge dich nicht vor der Zeit“, der war mir doch entfallen. Zuversichtliche Grüße von Marie

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  5. gkazakou schreibt:

    Hab dich schon verstanden, liebe Ulli. Es ist ein guter Weg, wenn du mich fragst. Ich hab auch schon lange die Machete in der Hand und suche mir einen begehbaren Trampelpfad durchs Dickicht der Vorbehalte, Katastrophenerwartungen und des ideologischen Gestrüpps zu schlagen. Bisweilen begegne ich einem anderen auf seinem Trampelpfad, aber glaub nur nicht, dass wir es dann fertig bringen, gemeinsam weiterzumachen. Wahrscheinlich bin ich schuld: zu wenig Vertrauen in die topographischen Kenntnisse oder die angestrebten Ziele der anderen.

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