Wir schaffen das

Man kanns so nehmen oder auch so. Spiel- oder Ernstzeug (Christian Morgenstern). Da sagte jemand, und in meinem Ohr klingt es nach:

Das schaffen wir.

Mir geht seither das Wort nicht aus dem Kopf. Das schaffen wir. WAS schaffen wir, WEN schaffen wir? – Über die Frage, wer das WIR ist, wagte ich gar nicht erst nachzudenken. Aber irgendwie glaubte ich, es müsse doch, es sollte doch möglich sein, den Rest des Satzes zu verstehen. Er schien so einfach, stand da wie ein Klotz. Das schaffen wir.

IMG_5207Aber so einfach wars dann doch nicht. Denn wie würde die Vergangenheitsform lauten, falls wir es denn, – ja was? – geschaffen hätten? Geschafft hätten? Schufen wir uns eine Realität oder schafften wir sie, ihn, es? Schaffte sie uns oder schuf sie uns?

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Da im Deutschen sich der Sinn erst erschließt, wenn der Satz wirklich zu Ende gesprochen ist – war er denn zu Ende gesprochen? Oder würde noch ein dickes Ende nachkommen? Zum Beispiel: Das schaffen wir AB oder das schaffen wir ZURÜCK. IMG_5207aOder würde dies verflixte NICHT das Schlusslicht machen?

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Falls du meinen Gedanken nicht folgen konntest, folge den Bildern. Vielleicht erschließt sich dir ja der Sinn des Satzes: Das schaffen wir.

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Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Commedia dell'Arte, Flüchtlinge, Krieg, Kunst abgelegt und mit , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

4 Antworten zu Wir schaffen das

  1. Susanne Haun schreibt:

    Danke, Gerda, ich denke über wir noch mehr nach!

    Gefällt 2 Personen

  2. Ulli schreibt:

    Liebe Gerda, ich bin mit deinem Artikel gestern ins Bett gegangen, ich sinnierte, dass es doch geht zu sagen: wir schaffen das, allerdings muss dann dieses „das“ definiert sein, ansonsten bleibt es ein leerer Slogan, was er ja auch mehr oder weniger ist. Und dieses „wir“ und „uns“ und das Wort „Volk“ machen mir Bauchweh- immer weiss ich wer es wie meint, aber ich sehe mich selten an diesen Orten!
    Dir ist eine gute Zusammenfassung gelungen, sowohl im Text, wie im Bild! Gefällt mir sehr-
    herzliche Grüsse
    Ulli

    Gefällt 1 Person

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