Viel Feind, viel Ehr‘

Karagiosis und Karaiskakis sind zwei griechische Helden, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten.

Auf dem Bild lasse ich die beiden Rücken an Rücken gegen die Feinde Griechenlands kämpfen. Viel Feind, viel Ehr!

Karagiosis und Karaiskakis

Viel Feind, viel Ehr‘ (c) Gerda Kazakou

 

Das was mich wurmt, das was mich rettet / Ist, dass ich träume wie der Karagiosis (D. Savvopoulos)

Karagiosis ist eine Figur des Schattentheaters, das sich im ganzen Osmanischen Reich großer Beliebtheit erfreute. In türkischer Sprache drang das Karagös-Theater auf den Balkan vor, wo es von Zigeunern und Juden auf den Marktplätzen vorgeführt wurde, zum Ergötzen der großen und kleinen Marktbesucher.

Seit Ausrufung der Revolution gegen die osmanische Herrschaft 1821, die zur Gründung des neugriechischen Staates führte, wird Karagiosis ein griechischer Held – schlau, barfüßig, bucklig, umgeben von seiner zahlreichen Familie schlägt er sich am Hof des Sultans durch. Die Technik bleibt dieselbe, die Stücke aber ändern sich: sie werden scharfzüngig, satirisch, politisch.

Niemals habe ich so gelacht wie an jenem Nachmittag im Park von Nea Philadelphia, einem Vorort von Athen, als ich eine Aufführung mit dem Karagiosis sah. Das ist nun viele viele Jahre her. Das Lied des unvergleichlichen griechischen Barden Dionysis Savvopoulos aber ist noch lebendig in allen griechischen Herzen.

Κείνο που με τρώει/Κείνο που με σώζει/Είναι π’ονειρεύομε/Σαν τον καραγκιόζη

Das was mich wurmt/ das was mich rettet/Ist, dass ich träume/wie der Karagiosis

In allen griechischen Herzen lebt auch der andere Held, Giorgios Karaiskakis. Unehelich im Gebiet von Arta (Epirus) geboren, wurde er „kleftis“ und „armatolos“ (Räuber und Waffenträger). Nach abenteuerlichen Wendungen seines Lebens brachte er es 1821 zum Obersten General des griechischen Aufstandes. Seine strategische Klugheit und persönliche Tapferkeit wurden ebenso legendär wie seine Flüche. 1826 traf ihn eine Kugel beim Kampf um die Entsetzung der Akropolis.

 Vase

Karagiosis und Karaiskakis, Vasenstil (c) Gerda Kazakou

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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2 Antworten zu Viel Feind, viel Ehr‘

  1. panos kazakos schreibt:

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