Der heutige Buchstabe für Heides Monats-Challenge ist C. Bei C kommen eigentlich nur „fremdländische“ Wörter in Betracht. Ich schwankte zwischen Chinakohl und Chilischoten, je nachdem, was ich in unserem kleinen Laden am Meer finden würde. Ein Chameläon heute zu sichten und zu zeichnen – das hoffte ich nicht.
Ich fand schöne längliche rote Capsicum, wie der lateinische Sammelname für die von der Ur-Chilipflanze abgeleiteten Gemüsesorten lautet. Gemüse ist freilich ebenso falsch wie Schote, denn es handelt sich um Früchte, wie ich, begierig nach Wissen, im Internet erfuhr. Welche der -zig Sorten ich heimgetragen habe, fand ich nicht heraus.
Die Chili-Früchte also legte ich auf den großen Scherben meiner wundervollen grünen Obstschale, die gestern zu Bruch ging. Kater Lin schmiss sie auf den Boden, um sich gemütlich auf dem Couchtisch auszustrecken. O weh! Ούτε γάτα, ούτε ζημιά (hast du keine Katze, hast du auch keinen Schaden) lautet ein griechisches Sprichwort. Die Schale hielt ich hoch in Ehren, denn eine befreundete Keramikerin tauschte sie vor Jahren gegen eines meiner Bilder. Das Grün und die Form der Scherbe passten ausgezeichnet zu den Chilis.
Wie die Chili-Samen sich rund um die Welt verbreiteten, ist eine spannende Geschichte, die ich nun in Stichworten erzählen will.
Ursprünglich stammen sie aus Süd- und Mittelamerika.
Seit tausenden von Jahren war die Chilifrucht (das Wort kommt aus dem Aztekischen) in Mexiko und dem Amazonasbecken ein beliebtes Nahrungs- und Heilmittel, das zuerst gesammelt, dann auch angebaut wurde. Ab 1492, mit Kolumbus, begann ihre Verbreitung rund um den Globus.
Kolumbus, der sie für eine Abart des Pfeffers hielt (er glaubte ja, sich in Indien zu befinden), brachte sie nach Spanien.
Die Portugiesen brachten sie zu ihren Niederlassungen in Afrika und wenig später, als die Seeroute nach Indien entdeckt wurde (1498) auch nach Indien, wo sie von der einheimischen Bevölkerung sofort akzeptiert wurde.
Ab 1510 wurden schwarzafrikanische Sklaven aus den portugisischen Kolonien nach Virginia verschleppt. Sie brachten Chilis mit, die so auch den nördlichen Teil des Kontinents eroberten.
1516 landeten Portugiesen erstmals an der chinesischen Küste und gründeten Macau. Auch die Chinesen fanden großen Gefallen an der scharfen Frucht und züchteten eigene Sorten, darunter das sog. Capsicum chinense.
Über die Seidenstraße erreichte die würzige Frucht dann Thailand, Pakistan, das Osmanische Reich und Ungarn. Über den Balkan kam sie Deutschland. Das Wort Paprika leitet sich ab aus dem Serbokroatischen pàpar/Pfeffer.

Die scharfen Kanten der zersprungenen Schale passen zum Scharfen der Chili, und so hat deine Katze als Assistentin gewirkt. 😀
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Daß Dinge zu Bruch gehen, speziell Keramik, gehört fast zur Natur der Sache.
Ich finde es auch schade, daß Tiere, kaum geschlüft, zum Opfer werden wie einst eine von mir beobachteten Langhornmotte, die gerade ihre ersten Flug machte und schwupps: Eine Libelle hatte sie.
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