Sonntags ins Archiv: Die Blume des Lebens

Gestern früh war ich zum Paneurhythmietanzen – gestern nachmittag hörte ich einen Vortrag über eine Heilmethode und stellte auch kurz die Methode des Aufstellens vor – heute besuchte ich mit vier anderen Frauen und einem Mann ein Agroktima (landwirtschaftliche Nutzfläche mit kleinem Gebäude). Drei verschiedene Kreise, alle drei über den ersten innersten Kreis verbunden, der sich im November 2021, als die Covidnot am größten war, als „Blume des Lebens“ gebildet hat (hier).

Ich lese nach, was ich damals schrieb: Am vorigen Montag haben wir – acht Frauen – den ersten Samen für eine „Blume des Lebens“ in den Boden gesenkt. Der Ort war ein Kinderspielplatz am Meer. Jeden Montag wollen wir uns treffen und langsam, wie die Blume des Lebens, erweitern. Wir wollen ineinandergreifende Kreise der gegenseitigen Unterstützung und Inspiration schaffen, die nach harmonischem Gesetz weiter wachsen, ohne dass es einer leitenden Person bedarf. Nur am Anfang wird es nötig sein, „das Feuer zu hüten“. 

Unser „Blümchen des Lebens“ möge wachsen und gedeihen und sich ausbreiten, auf dass all diese und viele viele andere Lebensfelder bearbeitet werden und Frucht tragen und nicht unter der verordneten Dürre zugrunde gehen.

Zu den Gründungsmitgliedern gehörten A und B, die auch die Initiative für die gestrige und heutige Aktivität hatten.

Damals:

A produziert Backwaren und hat einen Yogaraum, der (wegen der Covid-Vorschriften) momentan zu nichts nütze ist – welche Einfälle, Kontakte, Ressourcen haben wir, um ihre Lage zu verbessern und auch für weitere Personen Nutzen zu erzeugen? 

Heute:

Inzwischen funktioniert nicht nur der Yogaraum wieder, sondern eine Vielzahl von Veranstaltungen hat sich angegliedert (veganes Kochen, alte Samen, zyklische Ökonomie u.a.), auch meine erste Ausstellung zum Projekt „Kunst hilft“ fand dort im Oktober 2024 statt.

Die Neubesitzer meiner Kunstwerke in einer Spirale angeordnet, im Hintergrund eine Zeichnung von Susanne Haun, die sie mir als Schnipsel schenkte

Es war der Startschuss für weitere Ausstellungen an anderen Orten mit anderen Helfern, deren Erlös wohltätigen Zwecken zugeführt wurde (Behindertenverein, Romafamilie, Flüchtlingsgarten,  streunende Katzen, Musikausbildung)

Die gestrige Veranstaltung, auf der A vor einer ansehnlichen Zahl interessierter Frauen (und einem Mann) die Therapiemethode Recall vorstellte, in der sie sich ausbilden lässt, fand in diesem Yogaraum statt. Ich wurde aufgefordert, ein paar erklärende Worte zur Methode des systemischen Aufstellens zu sagen. Und so wird es wohl auch hier eine Fortsetzung geben.

 

Die Einführung in das Tanzen der Paneurhythmie fand ebenfalls hier im März 2024 statt. Daraus bildete sich ein Kreis, der sich seither einmal wöchentlich zum Tanzen am Meer oder im Park trifft.

 

Damals:

B produziert Marmeladen, Säfte und Öle – wie kann ihre Bilanz verbessert werden, wo gibt es weitere Anbauflächen, günstige Einkaufsmöglichkeiten für Rohstoffe, Vermarktungschancen?

Heute:

B hat ihre kleine Produktion gegen alle Unbill der Zeiten verteidigt. Jetzt hat sie  zusammen mit vier anderen Frauen eine Produktionsgenossenschaft gegründet, die darin nicht nur ihre jeweiligen Produktionen und Kenntnisse einbringen (aromatische Öle, Honig, ökologischer Landbau), sondern auch ein ihnen überlassenes Feld mit Ölbäumen und kleinem Gebäude wirtschaftlich nutzen wollen. Ein Antrag auf staatliche Subvention wurde gestellt und gebilligt. Ich fuhr heute hin, um mir das Anwesen anzuschauen.

Sehr viel Mühe und Arbeit wird noch nötig sein, aber der Enthusiasmus über das gemeinsame Tun befeuert die Frauen. Und so bleibt nur, ihnen gutes Gelingen zu wünschen.

Vieles andere ist inzwischen herangewachsen. Nicht an allem nehme ich aktiv oder als Lernende Anteil. Gerade das ist die Idee der „Blume des Lebens“, die uns seit damals leitet: Wir wollen ineinandergreifende Kreise der gegenseitigen Unterstützung und Inspiration schaffen, die nach harmonischem Gesetz weiter wachsen, ohne dass es einer leitenden Person bedarf. Nur am Anfang wird es nötig sein, „das Feuer zu hüten“. 

Für mich steckt in diesem winzigen Feld ein großes Versprechen. Möge es weitere Projekte inspirieren, bis die ganze Erde im Rhythmus der Blumen des Lebens pulsiert! Träumen wird ja noch gestattet sein!

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About gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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