Aus dem Archiv: Prozess des Malens/Bildfindung

Jeden Sonntag steige ich hinunter ins Archiv, um zu schauen, was mich an einem Tag wie diesem interessierte, worüber ich nachdachte, was ich tat.

Heute stieg ich nicht sehr tief hinab „in den Brunnen der Zeit“, blieb im Februar Jahr 2024 stehen.Eine Phase des Ordnens und Durchsehens meiner bisherigen Malerei war zum Abschluss gekommen, und ich hatte Lust, erneut in den Prozess des Malens einzusteigen. Der zog sich über drei Tage hin. Die gezeigten Fassungen, zwischen dem 7, und 9Februar 2024 entstanden, gibt es nur noch in Form von Fotos.

Ich finde solche Serien sehr anregend für mich. Sie sind gültige Dokumente über den Stand meiner künstlerischen Überlegungen, vor allem aber auch meiner seelischen Befindlichkeit zum Zeitpunkt der Entstehung.

1. Fassung: Leinwand, Kohle, zwei gelbe aufgeklebte Schnipsel.

2. Fassung

3. Fassung

4. Fassung

5, Fassung

6. Fassung

Später habe ich dann an diesem Bild weitergearbeitet. Siehe dazu Suchbewegungen im März 2024.

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About gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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13 Responses to Aus dem Archiv: Prozess des Malens/Bildfindung

  1. Avatar von Christoph Christoph sagt:

    Sehr sehr spannend! Auch die (derzeitige) Endfassung. Von solchen Arbeiten bin ich Lichtjahre entfernt. Vielleicht finde ich ja irgendwo eine mutige Abkürzung.

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  2. Gerda, Du zeigst es und kannst Dir oder uns vielleicht erklären, womit Du Dich da herumgeschlagen hast.
    Ich finde, daß der Malprozeß vom noch Hellen immer finsterer wurde.

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  3. Der „weiße Vogel“ zeigte mit dem „Schnabel“ zuerst nach unten;
    danach kehrtest Du das Bild um, und nun zeigt der „Vogel“ mit dem „Schnabel“ nach oben; das gefiel Dir wohl besser so.

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  4. Danach aber wartest Du ein Netz aus dicken schwarzen Seilen (Tauen) über den weißen „Vogel“.
    Das sieht so aus, als wolltest Du ihn einfangen und herunterziehen, und in dieser Gefangenschaft wird es immer düsterer.
    Mich beengt und beängstigt dies Bild. Es wirkt irgendwie bedrohlich auf mich, und es wirkt irgendwie zwanghaft.
    Ich hoffe auf eine Befreiung und Erlösung.

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    • Avatar von gkazakou gkazakou sagt:

      nicht ich will den weißen Vogel fangen, seiner Freiheit berauben und zerstören, Gisela. Ich male, was ich sehe und fühle, nicht, was ich möchte, dass es geschieht.

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      • Danke, Gerda, ich glaube es Dir, daß Du das malst, was Du empfindest. Das Problem ist nur, daß ich es so empfand, wie ich es sah.

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      • Avatar von gkazakou gkazakou sagt:

        soll ich das so verstehen, liebe Gisela, dass du meintest, ICH würde ein dunkles Netz auswerfen, ich wolle den hellen Vogel gefangen nehmen etc? Jeden Tag liest du im Netz, in dem allerlei Vögel gefangen werden… Ein düsteres Netz, ja. Und darüber eine düstere Macht, die zertrümmert, was zum Licht strebt. So kannst du es meinetwegen lesen.

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      • Es geschieht viel Schlimmes in der Welt. Wir müssen es sehen, können nicht wegsehen und werden dadurch persönlich herausgefordert, dazu Stellung zu nehmen. Das muß nicht äußerlich geschehen, sondern ist eher eine innere Stellungnahme und Entscheidung.
        Wenn Schreckliches geschieht, kann ich die Furchtbare nicht auch noch schrecklich zeichnen. Dadurch würde ich es nur noch schrecklicher machen.
        Ich versuche dann, das Befreiende darin zu erkennen. Das kann auch ein LICHTWESEN sein.

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  5. Avatar von Leela Leela sagt:

    Witzig, dass das Bild umgedreht so ganz anders wirkt und wunderschön die pastellfarbene weiter ausgearbeitete dritte Version… Die beiden letzten sprechen mich weniger an…

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    • Avatar von gkazakou gkazakou sagt:

      ja, sicher, liebe Leela. Die 3. und Version sind schöner, erfreulicher. Aber sind sie auch wahrer?

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      • Avatar von Leela Leela sagt:

        Was ist schon wahr und was nicht? In einem Bild suche ich auch nicht Wahrheit sondern Gefallen. Das Betrachten muss sich gut anfühlen. Bei jenen Bildern, die ich selbst erstellte, achtete ich allerdings nicht auf Gefallen, sondern ließ mich von den Entwicklungsmöglichkeiten inspirieren. Das war ganz spannend aber nicht unbedingt schön…

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      • Avatar von gkazakou gkazakou sagt:

        Danke, ja, Leela, anderes sucht man beim Betrachten, anderes beim Malen. Auch ich folge beim Malen natürlich den „Entwicklungsmöglickeiten“, die mir ein begonnenes Bild bietet, aber da gibt es ja recht viele. Welche ich realisiere, darüber entscheiden meine jeweiligen Seelenzustände. Wobei meine jeweilige Sicht auf die Weltereignisse ein bedeutende Rolle spielt. (vergl. hier: https://gerdakazakou.com/2026/01/09/malerei-und-weltereignisse/) Bei diesem Bild ist offenkundig, dass eine dunkle Macht (das schwarze M) den „hellen Vogel“ zertrümmerte.

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