Tagebuch der Lustbarkeiten: Dreizehn Eier

Einer unserer Nachbarn, der ein Feld hat, auf dem er Tiere aufzieht und dann zum Schlachten verkauft – ich erzählte gelegentlich davon – klingelte eben an der Tür und übergab mir eine Plastiktüte mit frischen frisch gewaschenen Eiern. Der Nachbar ist ein scheuer, wortkarger, hässlicher Mann, und sein Verhalten gegen die Tiere ist von der üblichen Ruppigkeit der einfachen Bauern. Er ist aus Albanien zugewandert und in der Gegend nicht beliebt. Uns aber ist er zugeneigt, seit wir ihn wegen seines Hundes, der durch eine Lücke im Zaun ins Freie gelangte und mich in die Wade biss, nicht anzeigten. Auch hängen wir ihm immer altes Brot an den Zaun. Schon einmal schenkte er uns Eier (hier).

Ich nahm die Eier aus der Tüte, legte sie vorsichtig auf die Matte auf dem Esstisch, zählte sie, freute mich an ihrem Anblick und am unerwarteten Reichtum. Danke herzlich für den Eiersegen, Herr Nachbar!

Dreizehn Eier

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About gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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3 Responses to Tagebuch der Lustbarkeiten: Dreizehn Eier

  1. Avatar von Lopadistory Lopadistory sagt:

    Wahrscheinlich ist er glücklich, dass ihn überhaupt jemand mag …

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  2. Schöne kleine Hühnereier … toll präsentiert!

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