Bei Heide von der Puzzleblume stieß ich heute auf Yuziskas neueste Challenge: Im September mit Farben.
Ich habe Lust, da mitzumachen, doch wie? Heide zeigt einen einfarbigen Gegenstand (hier), und das finde ich auch für mich die richtige Herangehensweise: Jeden Tag einer Farbe ein Post zu widmen.
Heute also Blau wie in „blauer September“. Schon stutze ich… Wie ist dieses September-Blau denn wohl?
Blau wie die Bluse, die ich heute trage? Wie die Wäschebehälter, die Gießkanne, die Thermosflasche, das Meer von Südamerika auf dem Plakat an der Küchenwand?
- Bluse
- Wäschebehälter
- Gießkanne
- Thermosflasche
- plastiziertes Meerfoto
Nein, nein, das sind Chemiefarben, die treffen es nicht.
Blau wie die Kritzeleien, die ich mit meinen beiden blauen Buntstiften fabriziere?
Auch nicht! In den Attischen Himmel musst du schauen, wenn du das Septemberblau suchst! (Sofern ein Foto einen Eindruck davon geben kann.)
Dieses Blau, das sich freilich erst aus dem Nebel herausschälen muss, meint wohl auch Möricke in seinem schönen Septembergedicht:
Im Nebel ruhet noch die Welt,
Noch träumen Wald und Wiesen:
Bald siehst du, wenn der Schleier fällt,
Den blauen Himmel unverstellt,
Herbstkräftig die gedämpfte Welt
In warmem Golde fließen.
Und auch Hesse scheint von diesem Blau zu träumen:
Mittag im September
Es hält der blaue Tag
Für eine Stunde auf der Höhe Rast.
Sein Licht hält jedes Ding umfaßt,
Wie man’s in Träumen sehen mag:
Daß schattenlos die Welt,
In Blau und Gold gewiegt,
In lauter Duft und reifem Frieden liegt. (…)
Das Septemberblau bedarf der Komplementärfarbe Gold – und so schaue ich, Stunden später, erneut in den Attischen Himmel. Und ja: da ist es, das warme Gold! Vielleicht ein wenig feuriger als das, das die deutschen Dichter im Sinne hatten, aber nun: Hier ist Griechenland.







So ein wunderbares, traumhaft schönes attisches Himmelblau! Sagenhaft. Dazu diese beiden auch mir so kostbaren Gedichte!
Das stimmt gut ein in diesen besonderen Monat September. 🩵🌅🐦
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Ich hätte auch gesagt, dass sich der Blick in den (hier grauverschlierten) Himmel oder ins unbewegte Meer richten muß. Um dem Blau als einer schönen Farbe gerecht zu werden. Wenn wir uns auf Menschenwerk verlassen landen wir nur dort, wo selbst diese Farbe beschmutzt wird, gar bei Toilettensteinen mit reichlich Chemie, die blau verläuft oder gar Politik, die selbst vor der für sich doch so hübschen Kornblume nicht halt macht und alles in den Schmutz ziehen will.
Also schauen wir in die Ferne, die Hoffnung, das Meer und den Himmel. Ach ja, da hinten, das ist beinah ein blauer Fleck… bin ja nicht im attischen Land.
Die Dichter? Sahen jenen Flecken hellen Himmels und wähnten sich in Arkadien! Oder hielten es wie weiland Goethen nicht mehr aus und rissen aus, ab nach Süden, wo sie es sich gut gehen ließen, Wein, Weib und venezianische Elegien.
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Noch eine Stimme zum Blau:
Blau? Das ist für mich
die Farbe meiner Träume.
Joan Miro
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Auch Yves Klein war ganz besoffen vom Blau – aber es war ein anderes.
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blauer September. Ich stutze.
Aber es stimmt schon. Es idt ja nicht nur der Himmel, des Meeres Blau darf nicht unerwähnt bleiben
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