Reiner hat ein „Mitmachding“ initiiert. Es geht darum, jeden Tag einen Text zu einem Wort zu posten, das sich auf der Holsteiner Treppe in Wuppertal, verteilt auf 9 Absätze befindet. Es reizt mich, da mitzumachen, allerdings eher nicht mit eigenen Textproduktionen, sondern mit literarischen Assoziationen und Gedichten anderer. Ich bin gespannt, welche Texte, Gedichte, Geschichten jedes dieser Wörter in meiner Erinnerung aufleuchten lässt. All diese Erinnerungen an Gelesenes und im Gedächtnis Aufgehobenes sollen mir einen nachklingenden Teppich weben, den ich über die Stufen lege, um noch einmal hinaufzusteigen.

Matis der Maler, genannt Grünewald: Isenheimer Altar,Engelskonzert
Jauchzet, frohlocket, auf, preiset die Tage,
rühmet, was heute der Höchste getan!
Lasset das Zagen, verbannet die Klage,
stimmet voll Jauchzen und Fröhlichkeit an!
Diese erste Strophe des Weihnachtsoratoriums, die 1743 erstmals in Leipzig erklang, erfüllt mein Herz noch heute mit Jubel. Das liegt natürlich nicht an dem Text selbst, den Bach aus etlichen anderen für diesen Zweck zusammengeschustert hat, sondern an der überwältigenden Freude der Musik.
Als ich eben nach dem genauen Text googelte, sah ich, dass morgen, am 14. Juni, das Weihnachtsoratorium auf dem Spielplan des Leipziger Bachfestes „Transformation“ steht. Und nicht nur das! Ich erfuhr auch, dass
„es wirklich ein außergewöhnliches Orchester (ist), das gemeinsam mit dem GewandhausChor Leipzig die ersten drei Kantaten des Weihnachtsoratoriums von Johann Sebastian Bach aufführt: Das Galilee Chamber Orchestra, sesshaft in Nazareth, ist das erste professionelle Ensemble in Israel, das sich sowohl aus jüdischen als auch aus arabischen Musiker*innen zusammensetzt. Ein weiteres Markenzeichen des von Saleem Ashkar geleiteten Orchesters ist die gute Mischung aus jungen und aus erfahrenen Musiker*innen, die gemeinsam auf höchstem Niveau spielen. Die Musik von Johann Sebastian Bach führt somit in Leipzig auf ganz besondere Weise jüdische, christliche und arabische Künstler zusammen.
So las ich hier.
Ein wenig Freude in diesen finsteren Zeiten! Sehr gerne möchte ich an ihr teilhaben und auch dich dazu einladen, diese Freude übers Ohr in dein Herz strömen zu lassen!
Hier eine Aufnahme der Netherlands Bach Society, vom 17.12.2024
Heute ist der 12. Juni. Der 14. Juni ist erst übermorgen.
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Na und?
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Du schriebst: „morgen, am 14. Juni“.
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ja, weil ich den Text am 13. veröffentlichen wollte. Doch dann habe ich ihn vorgezogen. Spielt es eine Rolle?
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Wenn es noch mehr solche gemeinsamen Aktivitäten gäbe wäre das wirklich ein Grund zu Jubeln. So aber schaut man am Besten den Kindern auf einem Spielplatz zu, nirgendwo sonst wird man eher Gelegenheit haben, einen ehrlichen Juchzer zu hören!
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seufz. kleine Schrittchen voran, Riesenschritte rückwärts.
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so schaut’s aus.
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