Tagebuch der Lustbarkeiten: Papierfetzenbilder legen, Geschichten erzählen

Ich nehme die Bananen aus der Papiertüte und will sie (die Tüte) wie gewohnt zerknüllen und entsorgen. Doch dann bekomme ich Lust, ein paar Fetzen von der Tüte abzureißen und auf dem Abendbrottisch ein Bild zu legen.

Heda! Ein Erstklässler mit der Schultüte! Du siehst etwas ganz anderes? Auch gut. Alles ist erlaubt.

 

Ein Bild ist bekanntlich kein Bild. Sieben Fetzen machen viele Bilder und viele Geschichten!

Der Hund hebt das Bein, die Fuchs beschnuppert die ausgelegten Köder.

Die Alte geht nachts mit der Fliegenklatsche rum, die Junge beschaut ihre Taille im Spiegel, und Alterslos tanzt Cha cha cha.

Der angehende Matador übt die Ausweichbewegung für den Stierkampf, die Hüfte hat schon fast den richtigen Schwung. Der Fellbemützte steht vor seiner Jurte, aus der Rauch aufsteigt.

Die drei sitzen am Lagerfeuer und erzählen sich was. Ob’s die Chinesen sind?

Einen gewordenen Engel gibt es auch. Er jubiliert und entfleucht.

Nun zerkeinere ich die Fetzen, und aus den sieben werden viele, Die reichen für eine große Fütterungsszene:Hund, Katze, Amsel, Spatz und Taube hoffen, ein paar Fetzen von dem großen Stück in der Hand  des Kindes zu erhaschen. Derweil dreht sich die Sonne weiter um die Erde….

bis sie hinter den Bergen versinkt.

So ist es doch, oder ist es etwa ganz anders?

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About gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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6 Responses to Tagebuch der Lustbarkeiten: Papierfetzenbilder legen, Geschichten erzählen

  1. Was passiert eigentlich nach dem Fotografieren deiner kleinen Kunstwerke?

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  2. Avatar von gkazakou gkazakou sagt:

    Sie entstehen ja nacheinander, also ist ihre Zerstörung unvermeidlich. Es bleiben die Fotos. Bei vielen heutigen Kunstarten ist das so. Mir ist das recht, denn die Anhäufung von immer mehr Dingen geht mir gegen den Strich.

    Da es sich um eine Art Erzählform handelt, ist es auch ein Rückgriff auf sehr alte zwischenmenschliche Formen der Kommunikation: das Erzählen am Lagerfeuer (oder mit dem Kontrabass). 🙂 Diese Art von Kunst ist ein Bestandteil des Lebens und will gar nicht erhalten sein.

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  3. Deine Fantasie ist grenzenlos, liebe Gerda!

    Lächelnde liebe Grüße von mir

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  4. Wenn Du es gefilmt hättest,waere es ein spannender Kurzfilm geworden!

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