Hundert Wörter darf und muss ein Drabble enthalten. Drei davon sollen, so will es Puzzleblume, diesmal die Wörter Blicke – unflätig – auftragen sein.

Unflat – ein kurzer Blick auf die kulturelle Relativität des Begriffs
Was bei unseren Vorfahren wohl unvlāt war? „Unsauberkeit“ – lese ich. Aber was wurde als Unsauberkeit empfunden? Im Mittelalter wars sicher nicht dasselbe wie im prüden 18. Jahrhundert, und heute, im 21. Jahrhundert: was ist schmutzig in deutschen Landen und anderswo?
In manchen Kulturen wird schon ein Blick auf gewisse Körperteile als „unflätig“ empfunden … ach, was sage ich: ein Haar, das unter dem Kopftuch hervorquillt, kann heute dieselben Gefühle von Scham, Provokation und Verstörung auslösen wie ein dick aufgetragener Lippenstift, eine Busenspalte oder ein entblößtes Genital – es hängt ganz ab vom Publikum und kulturellen Kontext. Die Olympiade machte es überdeutlich.


Bei unflätig denke ich nur an die sogenannte unflätige Sprache.
LikeGefällt 1 Person
auch Verhalten kann als unflätig gelten, denke ich. Rülpsen, furzen, sich ans Genital fassen, den Hintern entblößen, Sitzhaltungen, Fingerspiele …derlei. War im Mittelalter gängige Praxis, war zwischendurch streng verpönt und ist inzwischen wieder am Kommen.
LikeGefällt 1 Person
Das stimmt wohl.
LikeLike
Geht mir auch so, liebe Ulli! Oder auch unflätiges Benehmen, aber niemals in Verbindung mit Sauerkeit.
LikeGefällt 1 Person
man sagt doch auch „schmutzige Witze“, „schmutzige Gedanken“.
LikeGefällt 2 Personen
Stimmt.
LikeLike
Daran dachte ich gar nicht 😏
LikeGefällt 1 Person