Wir haben gestern zu dritt und später zu viert zusammengesessen und uns gezeichnet, soweit die Sorge um Tito das zuließ. Die meiste Zeit saß ich selbst Modell. Um mich abzulenken, zeichnete ich gleichzeitig ein „ordentliches“ Portrait von Poppy, doch bewegte ich mich dabei zu sehr.
Also ging ich dazu über, sehr schnelle „blinde“ Portraits von Magda und Poppy zu machen. „Blind“ bedeutet hier, dass ich mein Gegenüber unbewegt ansehe und nicht schaue, was meine Zeichenhand auf dem Blatt Papier treibt. (Da es sehr viele Skizzen sind, mit denen ich auch wieder experimentiere, mache ich dazu einen eigenen Eintrag.)
Magda zeichnete zwei ausdrucksstarke Portraits von mir (nein, ähnlich im herkömmlichen Sinne sind sie nicht) und den Olivenbaum vor dem Atelier, der für sie sehr wichtig geworden ist, da er einen Aspekt ihrer Lebenswirklichkeit symbolisch darstellt.
Poppy zeichnete zweimal mich, einmal Magda und dann auch den Baum. Sie kommt von der Ikonenmalerei her und müht sich sehr, die schematische Darstelllung durch Beobachtung zu beleben. Im ersten Portrait von mir ist es ihr gelungen, finde ich.
Nena kam spät, im Herzen einen großem Zorn über den plötzlichen Tod eines geliebten Onkels. Der hat sich bei einer Untersuchung im Krankenhaus ein Bakterium eingefangen, das die Atemwege blockiert. Es gibt keine Antibiotika dagegen. Von demselben Bakterium sind aus dem mir hier bekannten Menschenkreis die Mutter des einen und der Vater einer anderen dahingerafft worden. Trotz ihrer Verfassung zeichnete Nena mit großer Konzentration Magda. Ich finde, das Portrait hat Potential, das ich durch mein Bearbeiten ein wenig unterstreichen möchte.
Ich selbst machte zwei Portraitzeichnungen, eine von Poppy, während sie mich zeichnete, später noch eine von Magda, aber da war ich schon nicht mehr recht bei der Sache. Kurz darauf brachen wir zur Hundesuche auf. Vom Poppy-Portrait machte ich versuchshalber auch zwei farbige Varianten.










Ich freue mich immer, wenn ich von Deinem Gemeinsam-Zeichnen lese und die Portraits sehe.
Diese Krankenhauskeime habe ich auch zu hassen gelernt. Deren Bedrohung ist leider sehr real …
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Danke Agnes. der Anstoß kam ja von dir. Mal sehen, wie es weitergeht. Hoffentlich erlahmt das Interesse nicht.
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Tolle Portaits kamen wieder heraus.
Ja, liebe Gerda, sie hat Dich gut getroffen, soweit ich es beurteilen kann, und eigentlich sieht man Dir die Sorge zu diesem Zeitpunkt sehr an. Dein Gesicht wirklich sehr ernst, Du nimmst Dich zusammen, solange es geht. Ich glaube, es ist zu sehen…
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danke dir, Bruni. Die beiden haben um meinen Zustand gewusst, haben Anteil genommen, sind mit auf die Suche gegangen, und das zeigt sich auch in den Zeichnungen. Ich finde sie auch gut gelungen, aber nicht im herkömmlichen Sinne ähnlich (was ich übrigens nicht weiter schlimm finde).
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