Frauenmode im Neolithikum

Hast du dich schon mal gefragt, was die Frauen in der Jungsteinzeit trugen? Das wäre ca von 6800 bis 3300. Eine ziemlich lange Zeit. Keine Ahnung, wer warum diese dreieinhalb tausend Jahre zu einer Epoche zusammengezogen hat.  Wie auch immer.

Ich kümmere mich normalerweise nicht um Moden, und aus der Jungsteinzeit kenne ich eigentlich nur nackte Statuen. https://gerdakazakou.com/2015/11/22/griechische-kunst-zum-sonntag-kykladenmuseum/

Im Archäologischen Museum von Athen aber läuft eine Sonderausstellung zum Schönen und zur Verschönerung, also zu modischen Attributen – vom Neolithikum bis zur hellenistischen Zeit. Und es gibt hübsch bekleidete Puppen zu sehen, die es modisch durchaus mit den besten Häusern  von heute aufnehmen könnten. Ob die nun aus dem Neolithikum stammen? Oder doch aus der Bronzezeit, die irgendwann danach beginnt, so um die 1800 vor Christus…. aber wer kennt sich damit schon aus. Ich nicht. Ich lese es und ich vergesse es. Vielleicht war die eine Bekleidung ja um 6023 v. Chr. modern und die andere um 1645 v. Chr.? In jedem Fall seufze ich mit der Eintagsfliege: Lang lang ist’s her. Und gebe zu: schön wollten die Frauen auch damals sein.

Natürlich wüsste ich gern, wie die Damen damals wohnten und wie sie ihre Kleidung herstellten.  Soll ich wirklich glauben, dass  sie in solchen Ringsiedlungen wohnten und an mit Steinen beschwerten Webstühlen ihre feinen Kleider herstellten?

Andererseits wird ihre Finesse womöglich sogar unterschätzt und sie trugen keinen einfachen Schmuck aus Keramik oder Holz, sondern feinste Halsketten, Agraffen und Knöpfe aus Gold, von dem so viel in bronzezeitlichen Gräbern gefunden wurde?

Das trugen nur die Damen der feinen Gesellschaft – sagst du? Nun, so ist es bis heute geblieben. Die einen trinken aus irdenen, die anderen aus goldenen Gefäßen. Beides ist mir recht. Nur Plastik-Becher bräuchte es meinetwegen nicht zu geben.

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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25 Antworten zu Frauenmode im Neolithikum

  1. mmandarin schreibt:

    Gerade derzeit beschäftigt mich das Thema Kleidung insofern, weil mich die Phantasielosigkeit der Bekleidung, vor allem junger Menschen, die mir täglich ins Auge springt, immer aufs Neue irritiert. Abwesenheit von Farbe. Vorwiegend Grau- Schwarz- Beigetöne. Ich denke dann oft an die papiernen Anziehpüppchen meiner Kindertage und möchte Ihnen Allen neue Klamotten verpassen. Wie fein die Damen vor langer Zeit doch schon gekleidet waren. Das tut dem Auge gut. Danke dafür, Marie

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  2. Was für ein schöner Beitrag…! Und das Fazit mit den Plastikbechern ist echt gut 😊

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  3. afrikafrau schreibt:

    kleidung = status

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  4. puzzleblume schreibt:

    Mir will scheinen, dass in der christlich-abendländischen Kultur kein Interesse daran bestand, den früher bestehenden Kultur-Status vorchristlicher Zeit nennenswert und differenziert hervorzuheben. Einteilungen orientieren sich seltsamerweise mehr an der Verteilung der Mächte, Kriegen und technischem Fortschritt, so zurechtgebogen, als wäre alles eine Entwicklung in die „richtige Richtung“, die uns letztendlich die Plastikbecher beschert hat.

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  5. kopfundgestalt schreibt:

    Großer Bogen an Gedanken!
    Gerade die Plastikbecher: Erinnerst Du Dich an Chris Jordan und seine Kunst, den Verbrauch von Plastikbechern je Sekunde in den USA 2007 darzustellen?

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  6. kowkla123 schreibt:

    ja, ja, Frauen und Mode, da schauen Männer nur hin, hab ein gutes Wochenende.

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  7. Pega Mund schreibt:

    danke, danke, danke, liebe gerda, für diese zusammenstellung!
    bin begeistert.
    sehr herzlich,
    pega

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  8. www.wortbehagen.de schreibt:

    *lach*, ja, bitte keine Plastikbecher!
    Ich kann es kaum glauben, daß diese Kleidung aus der Jungsteinzeit stammt, bzw. ihr nachgeschneidert wurde oder war es nun die Bronzezeit? Mit den ach so anderen Möglichkeiten, die sie doch damals hatten. Und wo kamen die Farben her? Jede mußte doch hergestellt werden in langwierigen Prozessen… Unglaublich, aber wunderschön, liebe Gerda

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  9. Ulli schreibt:

    Ob sie sich nun wirklich so kleideten oder anders, aber eins glaube ich auch, dass sich Frauen schon immer gerne schön gemacht haben, sich auch gerne schmückten!

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  10. sonnenspirit schreibt:

    Schöne Bilder, danke! Da ich nun in einem norddeutschen Steinzeitmuseum sehr viel bin, kann ich sqgen, hier gab es nicht so viele Funde. Aber die im Museum stimmen, im Film fast, aber nicht immer. Da gab es z.B. “ Das Mädchen von Egved“, von ihr hat man noch Kleidung gefunden, sie trug einen Rock aus gedrehten Schnüren. Ideen gab es wohl immer.

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  11. Marion schreibt:

    An deinen Worten „schön wollten die Frauen auch damals sein“ blieb ich hängen.
    Frauen schmücken sich, weil sie noch schöner sein möchten als die Natur sie machte.
    Ich hatte vor Jahren mal eine Arbeitskollegin, die den Worten eines von mir damals verehrten Herrn volle Zustimmung erteilte: „Wer Klasse hat, braucht keinen Schmuck“.
    Nun, inzwischen hängen meine Ketten fast ungenutzt an einem eigens dafür angefertigten Schmuckbrett. Mir ist einfach nicht mehr danach welche anzulegen, meistens.
    Damit möchte ich mich aber nicht selbst etwa mit dem Attribut belegen, Klasse zu haben.
    Vielleicht hängt es auch mit meinem Job zusammen. Ich graviere und kann dabei manchmal kreativ sein, mit Formen, Farben und Schriften spielen. Und es gibt Späne. Wozu eine Kette anlegen?
    Oder ist es eine Erscheinung des älter werdens? Ich weiß es nicht genau.
    Aber die Gewänder dieser Damen von früher habe ich gerne angeschaut 🙂

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    • gkazakou schreibt:

      ehrlich, ich will auch schön sein, aber behaupte einfach, es zu sein, ohne mich zu schmücken und besonders zu kleiden. Da sind wir uns wohl ähnlich. Ich trage nie Schmuck, er stört mich. Aber ich mag es, wenn andere es tun. Ich mag es, wenn Frauen sich verschönern wollen, wenn sie einen eigenen Stil entwickeln, wenn sie glänzen. Ich selbst tue das freilich nicht, es langweilt mich, mich um mein Erscheinungsbild zu kümmern..

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      • Marion schreibt:

        Wer möchte nicht schön sein? Aber Schönheit im Falle von einem von innen heraus erleuchteten erfüllten Wesen braucht keinen äußeren Schmuck, darf ihn gleichwohl hinzufügen. Manchmal eine feine Ergänzung oder dezente Verstärkung. In Form von Ohrsteckern, farblich und in der Form passend zur jeweiligen Kleidung, hab ich durchaus gern. Und an anderen auch passende Schmuckstücke, solange sie nicht protzig und überbordend wirken. Eben, wie du so schön sagst, wenn sie einen eigenen Stil entwickeln und glänzen… Das ist ihr Wesen aus dem Inneren heraus, das hindurchleuchtet und dann ist ihre Schönheit zu sehen, eine natürliche und wahrhaftige Schönheit, ohne Falsch, wie es im anderen Beitrag benannt wurde.
        Wahrscheinlich ist es auch dein Bestreben, Wahrhaftigkeit zu leben, das was du in deiner Essenz bist. Und darum hast du kein Bedürfnis nach Veränderung oder Aufhübschung deines Erscheinungsbildes. Mag ich jetzt einfach mal vermuten.

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