Chemnitz und der Casino-Kapitalismus

form7

Bitte nicht die alten Rituale! Bitte jetzt keine Empörung, die in der Selbstbestätigung haften bleibt. Das hatten wir alles schon. Nach Rostock, nach Hoyerswerda und und und. Die Phänomene sind die gleichen geblieben, Hass ist umgeschlagen in Gewalt, und getroffen hat es diejenigen, die am wenigsten für alles konnten, was die anderen bedrückte. Und dennoch: die moralische Empörung mag einigen Halt geben, politisch verändern wird sie nichts. Noch immer wird von Humanität und Menschenrechten geredet, als seien das sakrale, museale Werte, die irgendwo entstehen und die die guten Menschen bewahren mögen. 

Nein, Menschenrechte sind den Treibern schrecklich egal, die ihre Geld- und Machtpolitik weltweit durchsetzen und immer mehr Orte auf unserem Planeten verwüsten. Die Epoche des Wirtschaftsliberalismus hat die Weltwirtschaft in eine sich wandelnde Koalition von Individuen verwandelt, die Märkte und Ressourcen unter sich aufteilen. Tatsächlich sind die Nationalstaaten im Niedergang, aber nicht, wie manche glauben, zugunsten höherer Institutionen…

Ursprünglichen Post anzeigen 395 weitere Wörter

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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13 Antworten zu Chemnitz und der Casino-Kapitalismus

  1. Ulli schreibt:

    Nun habe ich ihn auch bei mir rebloggt. Wie ich schon an Herrn Mersmann selbst schrieb: ein kluger Artikel!
    Liebe Gerda, ich wünsche dir einen friedlichen Tag, herzlichst, Ulli

    Liken

  2. rotewelt schreibt:

    Danke, ich habe es auch rebloggt.

    Gefällt 2 Personen

  3. Eric schreibt:

    Kann ich alles nur unterstreichen!
    Stagnation, Verwalten, ohne Visionen.
    Für mich gibt es eine Institution, die die Logistik besitzt, um einen Widerstand gegen die „Politik“ zu koordinieren: Die Gewerkschaften.
    Aber die haben sich seit mind. 15 Jahren abgemeldet….

    Gefällt 3 Personen

  4. Hedwig Mundorf schreibt:

    Als „gelernter DDR-Bürgerin“ stehe ich den Geschehnissen in Chemnitz fassungslos gegenüber, genauso wie seinerzeit, als in Rostock Lichtenhagen das Sonnenblumenhaus angegriffen und in Brand gesetzt wurde.

    Gefällt 5 Personen

    • gkazakou schreibt:

      Das versteh ich gut. Die Bilder sind wirklich schaurig. Ich hoffe, dass es auch kluge entschlossene Korrekturen im Alltagsleben der Menschen geben wird, damit sich solche Szenen nicht wiederholen. Denn so wichtig ein Umdenken im Großen, so notwendig Korrekturen im Hier und Jetzt.

      Gefällt 3 Personen

  5. PPawlo schreibt:

    Wie gut, dass du diesen Beitrag aufgespürt hast und weiterleitest!

    Gefällt 3 Personen

  6. elsbeth weymann schreibt:

    Danke Gerda…ich verbreite auch weiter. Ein ausgezeichneter Artikel !!
    Ich hatte vor einiger Zeit ein Gespräch mit einem jungen Mädchen, ca 16 Jahre alt.
    Sie zündete Teelichter an und legte gemeinsam mit anderen Jungen und Mädchen Blumen und die Kleidungsstücke eines Jungen nieder, der hier von einem anderen ermordet worden war.Unten in der U-bahnunterführung. Täter und Opfer 15 und 17 Jahre alt.Nun hatte die Gang des Opfers blutige Rache geschworen. „Schwachsinn „, meinte sie wütend… „wir brauchen NEUE GEDANKEN .Sonst geht die Spirale von Hass und Gewalt und wieder Gewalt und Hass und Gewalt weiter – endlos..“…

    Gefällt 6 Personen

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