Der Clown in mir

Dieser Beitrag sei Ulli vom Cafeweltenall gewidmet  (https://cafeweltenall.wordpress.com/2016/06/04/sonntagmorgengedanken/). Darüberhinaus sind alle Clowns unter uns eingeladen, ein Wörtchen mitzureden.

Als mein Mann eines Tages eine Clownspuppe mitbrachte, freute ich mich. Ich bin zwar nicht unbedingt eine Freundin von Puppen und nun gar von Clownspuppen, aber ich fühlte mich erkannt, und das tut nun mal gut. Denn ich bin ein Clown. Und meine Liebe zu Clowns geht sehr weit zurück.

Immer noch fühle ich die Ehrfurcht, mit der ein Freund und Kommilitone im ersten Studiensemester, der unvergessliche W.B., mir ein Foto des berühmten russischen Clowns Popov zeigte. Nicht nur war es ihm gelungen, dieses Foto aufzunehmen, indem er sich durch die Absperrungen schlich, sondern es gelang ihm auch,  diesen schwierigen Mann dazu zu bringen, sich das Foto anzusehen. Es gefiel ihm, und er setzte seinen Namen drauf.

Nein, ich werde jetzt nicht alle meine Clowngeschichten ausbreiten, frühere und noch frühere und dann auch die späteren. Ich will euch auch nicht gestehen, dass mir das Lied „O mein Papa war eine wunderbare Clown…“ immer die Tränen in die Augen treibt. Wie gern hätte ich einen Papa gehabt, und nun gar einen Clown!

Nein, ich bleibe strikt bei dieser Clownspuppe,  die Ende der 80er Jahre bei uns auftauchte und die ich konterfeite: in Kohle, in Aquarell, in Bleistift. Das kleine Aquarell ist zugleich meine Illustration zu Henry Millers heiß geliebter Erzählung „Das Lächeln am Fuße der Leiter“. Es ist eine Art Selbstportrait

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Dieses Aquarell und eine kleine Kohlezeichnung stehen immer in unserer Wohnung, das eine im Flur, das andere in der Küche. Es sind sozusagen ständige Mitbewohner unseres Haushalts.

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Zunächst zeichnete ich nur den Clown (die Clownin), dann aber setzte ich sie mit einer asiatischen Puppe zusammen, die mein Mann bei anderer Gelegenheit mitbrachte. Und so entstanden die „Szenen einer Ehe“ – eine Reihe von Bleistiftzeichnungen auf Papier zunächst, später Malerei in Akryll auf Pappe.

Die Bleistiftzeichnungen fand ich kürzlich beim Aufräumen, und so kann ich sie euch zeigen. Die anderen Sachen sind im Atelier in der Mani. Hier also:

„Szenen einer Ehe“, Bleistift auf feinem glattem Zeichenpapier DIN A3

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Liebe Ulli, werd schnell wieder klarsichtig und gesund, damit du den Clown in dir zum Tanzen bringst! Good luck!

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Leben, Malerei, Psyche, Zeichnung abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

19 Antworten zu Der Clown in mir

  1. haluise schreibt:

    Hat dies auf haluise rebloggt.

    Gefällt mir

  2. haluise schreibt:

    ohne den eigeten CLOWN in sich, aus sich heraus, wäre meine welt öd und HUMORbefreit, naja nicht vollständig ,…
    und an der wand hatt ich auch einen hängen, einen aufwärts mich traurig anschauenden, herzergreifenden zu einer traurig-herzergreifenden zeit meines DASEINS.
    TSCHÜSSLI
    BIN LUISE

    Gefällt 1 Person

  3. kunstschaffende schreibt:

    Oh liebe Gerda, dass ist ein schönes Thema und wie immer sehr schöne Zeichnungen von Dir!
    Gut, dass Du wieder auf Kurs bist!

    LG Babsi

    Gefällt 1 Person

  4. Martina Ramsauer schreibt:

    Deinen Rat den Clown in uns zu sehen und zum tanzen bringen finde ich wirklich einen sehr guten Rat! Ich glaube inzwischen , dass euer Haus die reinste Schatzgrube ist! War eine Freude bei dir reinzuschauen ,liebe Gerda😀

    Gefällt 1 Person

  5. Susanne Haun schreibt:

    Liebe Gerda, ich habe so gar keine Beziehung zu Clowns, finde es aber schön, dass du diesen Beitrag Ulli gewidmet hast!
    Liebe Grüße und einen schönen Sonntag,
    Susanne

    Gefällt 2 Personen

  6. Ulli schreibt:

    Liebe Gerda, ich danke dir von Herzen, was bei dir Popov war, war bei mir der unvergessliche Charlie Rivel und vieles mehr … das Buch von Miller kenne ich nicht, kommt jetzt aber auf die Liste- ich habe ihn schon oft gemalt, den inneren Clown, aber auch immer verschenkt, schade eigentlich – ich mag deine Bilder, ganz besonders die Szenen einer Ehe und ja, dieses Lied … Gerda ich freue mich mehr und mehr auf den Februar!!!
    liebe Grüße
    Ulli

    Gefällt 1 Person

  7. Monika schreibt:

    Was bedeutet es ein Clown zu sein. Nichts weiter als das Jemand, mit ernster Mine, tollpatschige Situationen darstellt. Mit schrillen Farben und überdimensionalen Kleidungsstücken die Verharmlosung von Übergriffen menschlicher Unzulänglichkeiten, spiegelt. Ich für mich konnte und kann nicht lachen, wenn ein Clown in der Manege auftritt. Auch das Lied „Oh, mein Papa, war……,“
    Was war er denn, der Papa? Ein Künstler! Einer der viele Facetten darstellt, niemals sich selbst. Ein Gaukler.
    Deine Bilder, liebe Gerda, die ich heute sehen durfte, zeigen einen Clown, der seine Seele offenbart. Die Verletzbarkeit eines menschlichen, einfühlsamen, warmen Wesen ohne Maske.

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  8. Monika schreibt:

    Gerda……, danke für den Hinweis. Nicht immer habe ich eine so harte Schale, um dass was mir ein Clown zeigt in Humor umzuwandeln. Mir gehen die Darbietungen eines Clown unter die Haut. Ich kann nicht Lachen, es ist nicht zum Lachen. Nein, ein Clown will ich nicht sein, und doch, vielleicht bin ich es. Ich kann mich nicht sehen, das tuen die anderen.
    LG. Monika

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