Lust- und Unlustbarkeiten: Basar, Bouzouki und böse Überraschung

Gestern abend waren wir auf dem Basar mit selbstgemachten Süßigkeiten, Marmeladen, Gebäck zur Unterstützung des „Vereins der Freunde behinderter Menschen“, der im Kulturzentrum der Stadt ausgerichtet wurde. Wir begrüßten Mitarbeiter des Vereins, kauften einige der Leckereien und zogen dann weiter ins historische Zentrum, wo mein Mann noch ein Gyros mit Pitta essen wollte. Schön wars, man grüßte ein paar Bekannte und freute sich, als zwei Rembeten mit ihren Instrumenten an einem der Tischchen Platz nahmen und begannen, alte Rembetika zu singen. Es war eine schöne entspannte Atmosphäre, und so blieben wir noch ein bisschen.

die hübsche Kellnerin                                            der alte Rebete

Nach zweieinhalb Stunden, es war erst kurz nach neun, waren wir zu Hause. Ein merkwürdiger Anblick bot sich uns: durch den unteren Teil der Haustür drang Licht. Ja, ich hatte eine Lampe brennen lassen, aber wie zum Teufel … Nun, es waren mal wieder Einbrecher am Werk gewesen. Die schwere Tür hatten sie versucht auszuhebeln mit dem Erfolg, dass  zwar ein Spalt zwischen Tür und Rahmen klaffte, die Tür sich aber nicht bewegen ließ. Was tun? Mein Mann beschloss, dass er durch das Loch kriechen könne, um die hintere Tür zu öffnen. Und er schaffte es tatsächlich leicht!

Drinnen herrschte das nach Einbrüchen übliche Tohuwabohu, aber gestohlen war nichts. Das Atelier, in dessen Tür immer ein Schlüssel steckt, war nicht durchsucht worden, und so sahen die Diebe auch nicht das Geld, das ich dort ganz offen in einer Dose aufbewahre.

Da dies nun schon der vierte Einbruch und der zweite in diesem Jahr war (der andere war im Mai, und damals wurde die hintere Tür demoliert), beschlossen wir, die Polizei zu informieren. Die kam auch in Gestalt von zwei netten Beamten in Zivil. Sie rieten uns dies und das zur Sicherung des Hauses (automatisch sich anstellende Beleuchtung, Sicherheitsschlösser, Alarmanlage) und verabschiedeten sich. Ob denn keine Spurensicherung erfolge? Nun, wenn wir das wünschten, müssten wir morgen einen Antrag stellen… aber das täten die meisten nur, wenn Wichtiges gestohlen worden sei, was ja bei uns nicht der Fall war. M.a.W., es wäre vergebene Liebesmüh.

Nun ist der Schreiner da, hat die Tür geöffnet und macht sich an die Reparatur…. Ich machte noch schnell zwecks Illustration zwei Fotos: eines von Außen mit der provisorischen Plane, und eines von Innen mit dem Handwerker. Ich bin voller Bewunderung für meinen 85jährigen Mann, dass er fähig war, durch dieses Loch zu kriechen! Ich hätte nicht durchgepasst, glaube ich, und der Schreiner erst recht nicht.

Offenbar werden wir beobachtet, wenn wir das Haus verlassen. denn der Einbruch erfolgt, egal zu welcher Tageszeit, stets unmittelbar nach unserem Weggang. Das nächste Mal male ich ein Schild mit „Bitte eintreten, überzeugen Sie sich selbst: es gibt nichts zu klauen“ und lasse den Schlüssel stecken! Dann bleibt jedenfalls die Tür heil. Je mehr du sicherst, desto mehr Schätze hast du zu verbergen und desto teurer wird die Reparatur.

So, jetzt ist der Schreiner weg und die Tür wieder ganz! Nur das Schloss muss noch ausgetauscht werden. Das bringt uns der Schreiner am Montag. Bis dahin bleibt der Sessel als Hindernis vor der Tür stehen…

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About gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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7 Responses to Lust- und Unlustbarkeiten: Basar, Bouzouki und böse Überraschung

  1. o je… auch wenn nichts gestohlen wurde, ist das doch immer übel, wenn sich jemand einfach zutritt verschafft, und das ja nicht zum ersten mal. ich hoffe, ihr erholt euch gut von dem schrecken… gut, dass ihr die polizei eingeschaltet habt, auch wenn diese nicht viel machen kann oder mag … liebe grüße! diana

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  2. Avatar von Eva Feix Eva Feix sagt:

    Fühlst du dich nicht beobachtet? Und wieso seid ihr so oft das Ziel? So einsam gelegen? Schon mal über eine Kameraattrappe über der Haustür nachgedacht? Die blinken auch so hübsch jetzt zu Weihnachten :-). Tut mir echt leid für euch.

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  3. Avatar von Grinsekatz Grinsekatz sagt:

    Hauptsache, euch geschieht nichts. Besser sichern mag helfen.

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  4. Avatar von hanneweb hanneweb sagt:

    Ach herrje, das ist ja übel und wäre für mich ein Alptraum, vor allem auch nach so einem schönen Tag!
    Dass euer Haus immer wieder Ziel ist und nichts gestohlen wurde ist schon seltsam… aber Hauptsache euch ist nichts passiert, liebe Gerda und ich bewundere deine Gelassenheit, mit der du hier davon berichtest!

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  5. Also „vertrauensvoller“ könnt Ihr ja auf die Einbrecher nicht wirken;
    so wird die Versuchung, trotz aller Absicherungen einzubrechen, weniger „spannend“.
    Aber daß sie es so selbstverstàndlich“ tun, als sei das „ganz normal“, ist wirklich nicht hinzunehmen.
    Die Polizei findet das anscheinend auch nicht weiter schlimm.

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  6. Avatar von Ulli Ulli sagt:

    Mein Mitgefühl, euch, liebe Gerda. 🫂💚

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  7. Avatar von Myriade Myriade sagt:

    Ach, nicht schon wieder! Offenbar haben die irgendetwas Spezielles gesucht und nicht gefunden …

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