Mein Spaß am Herstellen von Mini-Zines ist ungebrochen. Das kleine Format macht es möglich, alle möglichen Ideen und Techniken auf jeweils 8 Seiten auszuprobieren, ohne durch irgendwelche Bedenken („Ist das Kunst?“) ausgebremst zu werden.
Von einer zerschnittenen Collage, die ich im Kunstbuch 17 („Chaos bändigen“) verarbeitete, waren mir ein paar Schnipsel übrig geblieben.
Das Naheliegendste ist, sie zu entsorgen.
O nein! Sind sie etwa weniger wertvoll als die, die ich schon verwendet hatte? Jeder Schnipsel ist eine Persönlichkeit, ganz vergleichbar den Menschen. Nur weil sie nicht „erwählt und gerettet“ wurden, sollen sie wertlos sein? „Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, ist zum Eckstein geworden“ – so heißt es in einem Pslam – ein Satz, der zu einem der Haupt- und Schlüsselsätze der katholischen Kirche wurde. Petrus – der Stein, auf den sich die 2000jährige Institution gründete.
Genug von diesem Ausflug ins Große! Gern kehre ich zurück zum Kleinen und Fast-Weggeworfenen: meinen übriggebliebenen Schnipseln.
Ihnen beschloss ich ein Kunstbuch zu widmen.
Freilich konnte ich nur 8 gebrauchen. Ich wählte recht bescheidene Exemplare. Die übrigen müssen wiederum fürchten, im Abfall zu landen.
Vorder- und Rückseite und drei Doppelseiten: Für jede Seite verwendete ich nur einen Schnipsel, den ich mit Klebeband fixierte und rahmte. Seine Geschichte notierte ich rundum in Zeichenschrift.

Du wirst sie alle retten, hoffe ich!
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