Mit unserer kleinen Tanzgruppe und unserem Athener Lehrer fuhren wir heute zur antiken Stadt Thouria. Wenn gestern strahlender Himmel und Sturm herrschten, so heute mildes wattiges Licht. In der Nacht hatte es geregnet, und die Landschaft leuchtete in saftigem Grün.
Von Thouria habe ich schon einmal erzählt (hier). Dort findet ihr auch mehr und bessere Fotos, vor allem auch von den mykenischen Grabanlagen, die wir heute nicht besuchten.
Man fand die alte Stadt, die einst die bedeutendste der Region war, durch Zufall. Dort, wo einst das Asklepiosheiligtum war, steht heute ein uraltes byzantinisches Kirchlein. Beim jährlich stattfindenden Panijiri (Volksfest) zu Ehren des Heiligen wird das Gras rundum zurückgeschnitten. Einer der Besucher entdeckte unter einem Steintisch das Kapitel einer Säule und erzählte einem befreundeten Archäologen davon. Das war im Jahr 2009 und der Startschuss zum Buddeln.
Inzwischen ist der ganze Hügel aufgegraben. Zwischen den Oliven sind Mauern, Säulenglieder, Wasserrohre zum Vorschein gekommen. Die wichtigsten Teile – insbesondere das große Theater – ist mit Plastikbahnen gegen Witterung geschützt, eingezäunt und abgesperrt, das Asklepiosheiligtum zusätzlich mit Schutzdächern versehen, das Kirchlein hat ein neues Dach und einen frisch gemauerten Vorplatz erhalten… ein wunderbarer Ausflugsort, denn all dies liegt auf der Höhe eines grünen Hügelzugs mit weitem Ausblick auf die messenische Ebene.
Leider sind solche Orte schlecht zugänglich, und betreten darf man sie auch nicht. Die Archäologen haben ihre Arbeit getan, solange das Geld (übrigens vom EU-Programm ESPA) reichte, und sind dann abgezogen. Die Zäune sind mit Vorhängeschlössern gesichert, und große Tafeln verbieten das unbefugte Betreten. Ich finde das sehr schade, denn hat die bildungsbereite Menschheit kein Recht, ein wenig von der Geschichte zu erfahren, die Steine anzuschauen und zwischen den alten Mauern spazieren zu gehen? Wozu die ganze Arbeit?
Nun, wir behalfen uns für unser Tanzen mit einem Wiesenplatz neben dem abgesperrten Gelände. Auch dort gibt es überall Grabungen, und am niedrigen Gras erkennt man, dass darunter gemauerte Steine ruhen. Die ganze Stadt aber konnte man wohl nicht ausgraben.





Wunderschön.
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Leider ist das häufiger so.
Wir Bürger sollen das Geld geben, dürfen aber deren Verwendung nicht durch Ausstellungen bzw, Führungen vor Ort sehen, um die Verwendung zu überprüfrn.
Das ist ja das selbe wie beim Naturschutz.
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Leider sehe ich nur Schnee! 😀
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