Tagebuch der Lustbarkeiten: Atelier aufräumen und Fritzi streicheln

Seit gestern abend bin ich nach einer Woche Abwesenheit wieder in der Mani. Die fünf großen Katzen und die beiden goldenen kräftig gewachsenen Nachkömmlinge sind wohlauf, aber die drei Winzlinge (zwei reizende grauweiße und ein buntes) sind verschwunden. Fritzi verlangt erneut Sonderbehandlung und bekommt sie auch.

Heute war wechselhaftes Wetter, sehr schönes Licht, und das Meer von kaltem Blau. Ich arbeitete viele Stunden im Atelier: putzte Gläser und Rahmen, entfernte Spinnweben, sortierte Zeichnungen, die ich aber nicht fotografierte. Vielleicht hole ich es irgendwann nach.

Dann machte ich mich über die Regale her, in denen Gläser, Flaschen, Teller und große Papierrollen lagerten. Tja, die Papierrollen entpuppten sich als großformate Zeichnungen… Es sind sehr viele, und beim ersten Sichten sah ich, dass es einige wirklich gute darunter gibt. Also kann ich sie nicht einfach wegwerfen, sondern muss mich erneut ans Aussortieren machen.

Obgleich es mühsam ist und mein Rücken sich bitter beklagt, tut mir diese Arbeit gut. Ich freu mich schon auf morgen, dann geht es weiter. Jetzt muss ich erst mal Fritzi streicheln. Sie wünscht das. Leider weiß sie noch nicht, dass ihre Krallen nix für mich sind.

 

 

 

Avatar von Unbekannt

About gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Kunst, Leben, Psyche, Tiere veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

17 Responses to Tagebuch der Lustbarkeiten: Atelier aufräumen und Fritzi streicheln

  1. Und Du hältst das Kratzen aus und streichelst liebevoll weiter👍

    Like

  2. Fritzi ist Dir wohlgesonnen, liebe Gerda, und akzeptiert Dich.
    Ihren Krallen solltest Du ausweichen. Sie benutzt ihre Krallen auch, wenn Du an einer empfindlichen Stelle streicheln möchtest. Da kommen die Krallen sofort zum Einsatz.

    Nicht zu viel auf einmal machen wollen, Gerda! Dein Rücken schreit doch schon.

    Gefällt 1 Person

  3. Habe eine Erzählung eines Keramikers im Kopf , der einst alte ungenügende Arbeiten wegwarf/ verscharrte , als er umzog. Als er wieder in die Gegend kam, stellte er fest, dass sein ehemaliger Nachbar die Arbeiten ausgegraben hatte und auf seiner Grundstücksmauer anbrachte. Und er stellte fest: manche seiner wegeworfenen Arbeiten hatten mehr Qualität als er seinerzeit dachte.
    Nun traf ich den Mann, etwa 60 und schneidig, wieder. Ich hatte mal einen Kurs bei ihm vor etwa 14 jahren gemacht, Aktmodellieren.

    Noch mehr mein Erstaunen, dass er die keramik völlig ad acta gelegt hat.

    Gefällt 1 Person

    • Avatar von gkazakou gkazakou sagt:

      Eine interessante Geschichte. Das Ungenügen mit dem Eigenen kann schon zu unachtsamem Entsorgen und auch zu vollständigen Abbrüchen führen. Zwischen überhöhtem Selbstanspruch und Entwertung der eigenen Leistung besteht ein enger Zusammenhang.

      Gefällt 2 Personen

      • Er war mit einer sehr schönen Frau zusammen, als ich in wieder sah. Vielleicht schafft sie es, ihn zu bekehren. Er war ein aussergewöhnlicher Künstler gewesen. Nun hat er starke Berührungsängste vor der Keramik.
        Diese dir mitgeteilte Geschichte erzählte ihm im Beisein mit dieser Frau. Er erinnerte sich dran.

        Gefällt 1 Person

    • Avatar von gkazakou gkazakou sagt:

      Berührungsangst mit der Keramik hatte auch eine Freundin von mir, die früher eine hervorragende Keramikerin war. Bei ihr spielten traumatische Erlebnisse, die ihrer Keramikerzeit ein Ende setzten, eine Rolle. Danach konnte sie sich nicht mehr mit Ton befassen. Sie sammelte stattdessen Schrott und machte Kunstwerke daraus.

      Gefällt 2 Personen

  4. Avatar von sonnenspirit sonnenspirit sagt:

    jaja, all die durchlöcherten Ärmel…nun geht es wieder los

    Like

  5. Es ist schön, wenn man zuhause erwartet wird, und dann bei der Arbeit begleitet. Dann kann man ihr zwischendurch auch durchaus vergnügliche Seiten abgewinnen. ☺️

    Like

  6. Wer so arbeiten kann… 😉

    Gefällt 1 Person

Hinterlasse einen Kommentar

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..