Wie jeden Sonntag, stieg ich ins Archiv hinab. Diesmal ging ich zehn Jahre zurück zum 29. März 2016. Womit befasste ich mich? Was beschäftigte mich damals?
Ich betrachtete eine Reihe früherer Kohlezeichnungen, die mir alle gefielen, die aber sehr unterschiedlich waren, und fragte mich, was denn eigentlich meine „eigene Handschrift“ sei (hier). Andere Künstler erkennt man doch sofort, dachte ich. Ich aber ändere meinen Stil je nachdem, wie meine innere Stimmung auf das „Objekt“ reagiert. Und dieses „Objekt“ beeinflusst seinerseits meine Stimmung. Ich und Objekt interagieren in vielfacher Weise, und heraus kommt etwas Unwiederholbares.
Einige der Kohle-Zeichnungen von Landschaften, die ich damals postete, mögen das veranschaulichen:





Die lebendige Wechselwirkung zwischen mir als Zeichner und dem jeweiligen Gegenstand meines Interesses ist für mich Lebenselixier und der Hauptgrund, warum ich das Zeichnen nach Fotografien vermeide. Manchmal aber zeichne ich auch nach Fotografien, und die Ergebnisse entsprechen meistens mehr dem Geschmack eines Publikums, das Kunst eigentlich nur als reproduzierte Kunst kennt.
Natürlich zeichne ich mit Kohle auch, ohne einen bestimmten Gegenstand ins Auge zu fassen – so wie in diesen „minimalistischen“ Kohlestrichen.


oder in fantastischen Landschaften

Alle Ausdrucksmöglichkeiten mit Kohle faszinieren mich, und ich kann mich bis heute nicht entschließen, eine den anderen gegenüber vorzuziehen.

