Die Frau, bei der wir uns eingemietet hatten – eine ältliche Kreolin -, wohnte im dritten Stock. Erdgeschoss und die unteren beiden Stockwerke existierten nicht. Unser Taxifahrer rief von unten: Hallo, ihre Gäste! und sie erschien am Fenster und winkte. Man kam zu ihr mit einem Fahrstuhl, der ächzte, aber wunderbarer Weise funktionierte, obgleich die Kabel, wie auch in der Wohnung, wirr offen lagen. Ein überdeckter umlaufender Gang führte zu den Appartments. Fensterscheiben gab es nicht, nur Rolläden, und es war höllisch laut, denn unten gegenüber war eine Autowerkstatt, und es wurde viel gefeiert. Aber wir schliefen himmlisch. Eine schwarze „Freundin“ (Angestellte waren verboten) richtete uns in einem winzigen Küchenverschlag ein köstliches Frühstück aus exotischen Früchten. Wir konnten auch im Salon essen, dann kaufte sie für uns ein Huhn und richtete es sehr schmackhaft an. Die alte Dame verbrachte den größten Teil des Tages im Schaukelstuhl vor dem TV, in dem nur der Staatssender und spanische Seifenopern zu sehen waren, letztere liebte sie sehr. Das Zimmer sah aus wie die griechischen der 50er Jahre: schlicht, kleinbürgerlich, sauber. Drüber wohnte ihr Sohn, der war Physiker, auch seine Frau war Physiklehrerin. Deren Tochter hatte nach Madrid geheiratet. Sie hatten wohl gute Beziehungen zum Regime, daher konnten sie vermieten und auch reisen. Die Abrechnung – 25 Euro pro Nacht – erfolgte sehr genau, mit offiziellen Papieren, abzuführende Steuern und Gebühren waren darauf vermerkt. .
…das auch!
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Die Frau, bei der wir uns eingemietet hatten – eine ältliche Kreolin -, wohnte im dritten Stock. Erdgeschoss und die unteren beiden Stockwerke existierten nicht. Unser Taxifahrer rief von unten: Hallo, ihre Gäste! und sie erschien am Fenster und winkte. Man kam zu ihr mit einem Fahrstuhl, der ächzte, aber wunderbarer Weise funktionierte, obgleich die Kabel, wie auch in der Wohnung, wirr offen lagen. Ein überdeckter umlaufender Gang führte zu den Appartments. Fensterscheiben gab es nicht, nur Rolläden, und es war höllisch laut, denn unten gegenüber war eine Autowerkstatt, und es wurde viel gefeiert. Aber wir schliefen himmlisch. Eine schwarze „Freundin“ (Angestellte waren verboten) richtete uns in einem winzigen Küchenverschlag ein köstliches Frühstück aus exotischen Früchten. Wir konnten auch im Salon essen, dann kaufte sie für uns ein Huhn und richtete es sehr schmackhaft an. Die alte Dame verbrachte den größten Teil des Tages im Schaukelstuhl vor dem TV, in dem nur der Staatssender und spanische Seifenopern zu sehen waren, letztere liebte sie sehr. Das Zimmer sah aus wie die griechischen der 50er Jahre: schlicht, kleinbürgerlich, sauber. Drüber wohnte ihr Sohn, der war Physiker, auch seine Frau war Physiklehrerin. Deren Tochter hatte nach Madrid geheiratet. Sie hatten wohl gute Beziehungen zum Regime, daher konnten sie vermieten und auch reisen. Die Abrechnung – 25 Euro pro Nacht – erfolgte sehr genau, mit offiziellen Papieren, abzuführende Steuern und Gebühren waren darauf vermerkt. .
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so viele Geschichten … ich könnte dir noch stundenlang zulesen…
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Und ich dir erzählen!
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jaaa…
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